12.06.2019 - 14:52 Uhr
AmbergOberpfalz

SPD sieht noch Potenzial für Georgenstraße

Viel Lob hat die SPD für den Roßmarkt parat, bescheinigt ihm eine hohe Aufenthaltsqualität. In der Georgenstraße hingegen sieht die Fraktion noch Potenzial für Verbesserungen - und ihrer Chefin Birgit Fruth schwirren Anträge durch den Kopf.

Die SPD in der Georgenstraße. Die Genossen um Fraktions-Chefin Birgit Fruth (Dritte von links) ließen sich von Altstadt-Kümmerin Verena Fitzgerald (Vierte von rechts) ein Update in Sachen Innenstadt-Entwicklung geben.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Mit Altstadt-Kümmerin Verena Fitzgerald, die bei der Gewerbebau beschäftigt ist, hat sich die SPD-Fraktion am frühen Dienstagabend getroffen, um mit ihr über die Entwicklung der Innenstadt zu sprechen. Herausgegriffen haben sich die Sozialdemokraten zwei Punkte: den Roßmarkt und die Georgenstraße. Dem Platz zwischen Steinhofgasse und Georgenstraße bescheinigten die Genossen, "eine schöne Aufenthaltsqualität in der Altstadt" zu haben. Wobei Fraktionschefin Birgit Fruth auch das Engagement der Hauseigentümer lobte. "Sie haben Geld in die Hand genommen und ihre Häuser renovieren lassen."

Fruth: "Lösung finden"

Einen Streitpunkt gibt es derzeit, verriet Verena Fitzgerald. Ein Laden mit Bistro hat eine Außenbestuhlung mit drei Tischen beim Brunnen beantragt und genehmigt bekommen. Einem anderen Geschäftsmann am Roßmarkt stehen die Tische und Stühle jedoch zu nah am Brunnen und an den dort befindlichen Sitzblöcken. Dadurch werde der öffentliche Raum eingeschränkt. Birgit Fruth wünschte sich, "dass eine Lösung gefunden wird, die allen gerecht wird". Entwicklungspotenzial sehen die Genossen für die Georgenstraße. "Hier ist es ein bisschen schwieriger", verhehlte auch Fitzgerald nicht. So sei in den Köpfen der Händler immer noch verankert, dass die Leute in der Georgenstraße nur bis zur Abzweigung Roßmarkt gehen würden und nicht weiter. Die Straße biete keine Anreize, stehenzubleiben, fand Stadträtin Simone Böhm-Donhauser. Fruth pflichtete ihr bei: "Das Win-dow-Shopping fehlt hier total." Auch stellte Böhm-Donhauser den einen oder anderen Sanierungsbedarf bei den Häusern fest.

Zu den Verbesserungsvorschlägen der SPD zählten, dass Bäume am Malteserplatz für Grün sorgen oder die großen, zur Landesgartenschau angeschafften Blumenkübel (Fruth: "Wo sind die überhaupt abgeblieben?) aufgestellt werden könnten. Man lasse den Malteser teilweise nicht mitkommen, meinte Uli Hübner. Als Beispiel führte er den Weihnachtsmarkt an. Dieter Amann sprach noch das leidige Thema Mieten an. Er kritisierte, Vermieter ließen lieber die Immobilien leerstehen statt mit der Miete runterzugehen.

Gemeinsames Projekt

Hübner erkundigte sich bei Fitzgerald zum Zusammenspiel mit vielen Akteuren wie Stadtmarketingverein und Park- und Werbegemeinschaft. "Wir haben natürlich viele Parallelstrukturen", sagte die Altstadt-Kümmerin, betonte aber auch, dass ein erstes gemeinsames Projekt in Angriff genommen werden soll: "Heimat shoppen" in Kooperation mit der IHK zum verkaufsoffenen Sonntag am 6. Oktober. Im Blickpunkt

Info:

"Eine Gemeinheit"

SPD-Stadtrat Dieter Amann war am Dienstag in der Stadt. Und stellte bei seinem Bummel durch die Innenstadt fest, dass viele Leute unterwegs waren, zum Beispiel „auch in den teuren Schmuckgeschäften“. Deshalb findet er es nicht richtig, dass „Leute, die hier ein Haus haben, nachts um 23 Uhr ein Bild machen und sagen, dass nichts los ist.“ Mit dieser Aussage spielte er auf einen Facebook-Eintrag von Hermann Josef Seidl an, der die leere Georgenstraße in der Gruppe „Du bist ein echter Amberger, wenn“ gepostet und dem Satz so vervollständigt hatte: „...du so eine Innenstadt siehst und das auch traurig findest“. Das sei eine Gemeinheit gegenüber der Stadt, fand Dieter Amann.

Den Roßmarkt lobt die SPD-Fraktion als Platz mit hoher Aufenthaltsqualität.

Der Hintergrund zu Dieter Amanns Kritik

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