18.01.2021 - 15:32 Uhr
AmbergOberpfalz

St. Sebastian lädt zum Amberger Winterbergfest ein

Mit einem feierlichen Gottesdienst eröffnete Dekan Markus Brunner am Wochenende in Amberg die Sebastianswoche und damit das Winterbergfest als kleines, attraktives Pendant zum Sommerbergfest auf dem Mariahilfberg.

Dekan Markus Brunner von St. Georg eröffnete am Wochenende bei einem Gottesdienst das Winterbergfest in der Sebastianskirche.Täglich werden die ganze Woche abwechselnd alle Amberger Pfarreien die Abendmessen um 18 Uhr gestalten.
von Adele SchützProfil

Mariahilfberg und St. Georg - beide Kirchen haben etwas gemeinsam, denn beiden haben auf Anhöhen von Amberg eine exponierte Lage und für deren Bau war jeweils die Pest Beweggrund. Wenn auf dem Mariahilfberg alljährlich um Maria Heimsuchung am 2. Juli das Sommerbergfest gefeiert wird, das aufgrund seiner Bekanntheit Tausende von Pilger und Besucher aus der gesamten Region anlockt, gehört es in der Pfarrei St. Georg zur liebgewonnenen Tradition, alljährlich um den 20. Januar anlässlich des Patroziniums von St. Sebastian das Winterbergfest zu feiern. Aufgrund der durch Corona bedingten begrenzten Sitzplätze in der Kirche hat die Pfarrei St. Georg heuer das Angebot der Messen erweitert und bietet zusätzlich täglich Frühmessen um 8 Uhr an, neben den Abendmessen um 18 Uhr und den Andachten um 15 Uhr. Das Festprogramm wird von allen Amberger Pfarreien im täglichen Wechsel mitgestaltet.

„In Kirchen fühlen wir Gläubige uns daheim, weil wir hier die Nähe Gottes erfahren“, machte Dekan Brunner eingangs des Gottesdienstes in der Sebastianskirche zur Eröffnung des Winterbergfestes bewusst. Er lud dazu ein, die Festwoche zu nutzen, diese Nähe Gottes in den Gottesdiensten und Andachten zu spüren, um daraus Kraft, Trost und Zuversicht in schwierigen Zeiten zu schöpfen. Gerade in der Corona-Ausnahmesituation sei es wichtig, auf Gottes Hilfe und Beistand zu vertrauen. Mit einem Blick in die Geschichte der beiden Kirchen machte er auf den engen Bezug der Situation der Bevölkerung zu damaligen Pestzeiten und heutigen Coronazeit aufmerksam. Er erinnerte, dass in den Jahren 1633/34 die Stadt Amberg besonders schwer von der Pest betroffen gewesen sei und mit rund 40 Toten am Tag ganze Stadtviertel schon ausgestorben waren. In dieser Notsituation hätten laut Dekan Brunner die Jesuiten angeregt, das Bild von der Gnadenmutter von ihnen auf den Berg zu bringen, was am 3. September 1634 in einer feierlichen Prozession erfolgte, worauf die Pest nachgelassen habe. „Der Grundstein zu einer der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns war gelegt“, bemerkt Dekan Brunner. Bereits sei eine schwere Pestwelle schon der Beweggrund für den Bau einer Vorgängerkirche von St. Sebastian 1473 am ehemaligen Pestfriedhof hier gewesen, die allerdings im 16 Jahrhundert abgebrochen und die Mauern bis 1566 als Stein­gewinnungsmaterial für die neue Friedhofsmauer bei Katharina zweckentfremdet worden seien. Die Kirche sei 1710 allerdings wiederaufgebaut worden. Dekan Brunner schlug eine Brücke von der Pest im Mittelalter, der die Bevölkerung hilflos ausgeliefert gewesen sei, zur Coronapandemie heute, die eine ähnliche Situationen schaffe. Um die Krankheit in den Griff zu kriegen, suchten laut Dekan Brunner viele Gläubige Trost bei Gott, die vermehrt zum stillen Gebet außerhalb der Gottesdienste in die Kirche kämen. „Wir können die Pandemie sicherlich nicht wegbeten, aber wir können uns vertrauensvoll an Gott wenden“, macht der Geistliche bewusst.

So war das Winterbergfest voriges Jahr

Amberg

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