04.06.2020 - 10:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtgärtner hübschen Amberg sommerlich auf

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Der Sommer in der Stadt kann kommen, für das entsprechende florale Flair haben die Amberger Stadtgärtner bereits gesorgt. In den öffentlichen Grünflächen treffen schattenspendende Hanfpalmen auf die sonnenhungrige Schwarzäugige Susanne.

Sie sind groß gewachsen und haben schon ein stattliches Alter erreicht: die Palmen der Stadtgärtnerei. Eine Herausforderung ist es durchaus, sie vom Winterquartier in den Gewächshäusern an der Ohmstraße in die Sommerfrische draußen zu bringen.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Mit dem Sommerflor in den Beeten der städtischen Grünflächen hat die Stadtgärtnerei nach Angaben ihres Leiters Bernhard Richter bewusst bis nach den Eisheiligen gewartet. Lediglich im Innenstadtbereich wurden ab 11. Mai schon vereinzelt Blumentröge aufgestellt. Zum Beispiel beim Kriegerdenkmal, aber auch am Paradiesplatz, wo die Pflanzen umgeben von einem Gebäudegürtel gut geschützt gegen die Spätfröste waren.

Erste Pflanzen für Herbstflor

"Heuer sind die Eisheiligen auch wirklich mal gekommen", blickt Richter auf die Tage vom 11. bis 15. Mai zurück. "Hätten wir sie nicht abgewartet, hätte es unsere Pflanzen ganz schön erwischt", erklärt Richter. Zumal dieses Wetterphänomen heuer regelrecht eine Punktlandung hingelegt hatte. Der letzte Tag der Bodenfröste war der 15. Mai - und damit der Tag der Kalten Sophie, der nach Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius die letzte Eisheilige.

Bereits sommerlich angepflanzt sind laut Bernhard Richter die Beete am Wingershofer Tor, am Nabburger Tor und im Englischen Garten. Derzeit sind die Stadtgärtner dabei, den Hindenburgplatz aufzuhübschen. In der Grünfläche inmitten des großen Kreisverkehrs beim Nabburger Tor hingegen ist es pflanztechnisch gesehen noch Frühling. Und der kommt - dank des Goldlacks und der Hornveilchen - noch sehr ansehnlich daher. Mit dem Sommerflor zeigen die Stadtgärtner wiederum, welch große Vielfalt die florale Pracht haben kann. Richter nennt die Stückzahl an Pflanzen, die in der warmen Jahreszeit in den Beeten sind: 50.000 bis 55.000. Farbenmäßig dominieren Gelb, Blau, Weiß und Rot. Also kräftige und leuchtende Farbtöne, die ins Auge stechen. "Gerade in den öffentlichen Grünflächen brauchen wir eine Fernwirkung", sagt der Chef der Stadtgärtnerei.

Zu den großen Palmen, die zum Beispiel im Englischen Garten für südländisches Flair sorgen, gesellt sich die Schwarzäugige Susanne. Bekommt sie genügend Sonne ab, blüht sie laut Richter wunderschön. Als Rankhilfe dienen der einjährigen Kletterpflanze im Englischen Garten Gestelle, am Hindenburg darf sie sich um farbig bemalte Dachlatten schlängeln. Alles andere als Leichtgewichte sind die großen Palmen. "Sie begleiten mich schon mein ganzes gärtnerisches Leben", sagt Bernhard Richter über seine Zeit bei der Stadtgärtnerei. Vom Winterquartier ins sommerliche Freiland werden sie per Lkw mit Ladekran gebracht. Drei Mitarbeiter sind nötig, um sie am Sommerstandort zu positionieren und auszurichten.

Knalliges Gelb und wunderschöne Blüten: Die Blumenpracht in den städtischen Grünflächen dürfen nicht nur Pflanzenliebhaber bewundern.

Eisheilige mit Bodenfrost

"Das ist natürlich eine Herausforderung", erzählt Bernhard Richter und fügt noch hinzu: "Gerade jetzt, in der Coronakrise mit den Abstandsregeln." Während der Sommerflor draußen in quer in der Stadt verteilten Beete vor sich hin wächst und blüht, wird in den Gewächshäusern der Stadtgärtnerei an der Ohmstraße der Herbstflor herangezogen. "Die ersten Pflanzen dafür sind schon da", sagt Richter. "Der Hauptschwung kommt aber erst Ende Juni."

Das Coronavirus hatte im Frühjahr auch die Lieferketten für Pflanzen und Rohstoffe wie Substrat ausgebremst - gerade den Virus-bedingten Lockdown nutzten viele Privatleute, um den eigenen Garten auf Vordermann zu bringen. "Jetzt hat sich aber alles wieder eingependelt", bilanziert Richter. "Wir haben auch alles bekommen, was wir wollten." Als Sommerblumen sind derzeit in den städtischen Beeten vor allem Ziertabak, verschiedene Arten von Salbei, Gottesaugen und Husarenköpfe zu bewundern. Einen Hauch von Exotik versprüht das indische Blumenrohr (Canna). Gegossen werden muss derzeit natürlich fleißig. "Es ist immer noch relativ trocken", urteilt der Fachmann. Dabei täte das Nass von oben der Natur unheimlich gut, findet Richter, der aber auch weiß, dass der Wetterbericht für Ende der Woche Regen angekündigt hat.

Groß seien derzeit auch die Temperaturschwankungen. In der Nacht ist es bei etwa sieben Grad relativ frisch, tagsüber ist es sommerlich warm. Und windig. Das wiederum sorgt dafür, dass die gegossenen Pflanzen schnell abtrocknen.

Info:

Blühendes Büfett für Insekten

Der Sommerflor in Amberg ist nicht nur eine Augenweide für die Bürger, sondern auch ein natürliches Büfett für Insekten. Besonders das Beet gegenüber der Ostbayerischen Technischen Hochschule ist für insektenfreundliche Stauden reserviert. Zu den insektenfreundlichen Pflanzen zählen nach Auskunft von Bernhard Richter, dem Chef der Amberger Stadtgärtnerei, die Spinnenblume und Dahlien, aber auch Wandelröschen, Mädchenauge und Standbasilikum. Mit dieser Vielfalt wollen die Stadtgärtner auch den Haus- und Hobbygärtnern Anregungen geben, das eigene blühende Reich in ein Paradies für Insekten zu verwandeln. Das Wandelröschen beispielsweise ziehe unwahrscheinlich viele Insekten an. "Und hübsch schaut es auch aus", urteilt Richter. (san)

Gilt als unverwüstlich: die Studentenblume, auch Tagetes genannt.

Frühlingsflor in Corona-Zeiten

Amberg
Info:

Torffrei ist das Ziel

Um Moorlandschaften zu erhalten und damit wichtige Ökosysteme zu schützen, gärtnern immer mehr Pflanzenliebhaber torffrei. Auch die Stadtgärtnerei Amberg leistet ihren Beitrag dazu. "Wenn überhaupt, dann setzen wir nur noch torfreduzierte Substrate ein", erklärt Chef Bernhard Richter. Zur Bodenverbesserung in den Beeten im Englischen Garten hat er sich heuer für Holzfasern entschieden. "Das probieren wir jetzt mal aus", sagt er. Damit komme man dem Ziel Torffreiheit ein Stückchen näher. (san)

Der Sommer hat in der Stadt Einzug gehalten – die großen Hanfpalmen sorgen im Englischen Garten für mediterranes Flair.
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