06.03.2020 - 17:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtrat und Mediziner Dr. Eberhard Meier feiert 75. Geburtstag

Wer Eberhard Meier zu seinem 75. fragt, wann er seine internistische Praxis aufgibt, bekommt die Antwort, die Meier schon 2010 gab: in fünf Jahren. Doch beim Stadtratsmandat äußert sich der Freie Wähler inzwischen nicht mehr so eindeutig.

Dr. Eberhard Meier hat am 7. März einen halbrunden Geburtstag.
von Markus Müller Kontakt Profil

Dass Eberhard Meier immer noch nicht an den Abschied aus dem Berufsleben denkt, trifft es nicht ganz. Aber noch macht es ihm zu viel Spaß. Er erzählt im AZ-Gespräch von der Sicherheit bei der Behandlung, die sich mit der zunehmenden Erfahrung einstelle, vom Kontakt mit ausgewiesenen Experten des Fachgebiets und von der erfreulichen Patientennachfrage: "Wir verzeichnen Zuwachsraten in der Praxis." Außerdem ist es gar nicht so leicht, dafür heutzutage einen Nachfolger zu finden. "Aber Verhandlungen habe ich schon geführt."

Dass Meier mit 75 den Job noch ohne Probleme machen kann, ist seiner Meinung nach "einfach unverschämtes Glück". Er habe keinen Unfall und keine schwere Krankheit gehabt. Doch einen eigenen Beitrag musste er schon leisten: gesund leben, viel Sport machen. Das begann in der Jugend, als Meier die Leichtathletik vor allem auf der Mittelstrecke als Leistungssport betrieb und bester Sportler des Gregor-Mendel-Gymnasiums wurde. Im reiferen Alter waren es dann das Wandern, die Skitouren oder das Radfahren, die den Mediziner fit hielten. Mit dem Rad durch das Lauterachtal, das zählt nach wie vor zu seinen sommerlichen Lieblingsbeschäftigungen. "Und am Ende muss eine Einkehr ins Wirtshaus stehen, sonst ist eine Radtour nichts wert."

Diese Einstellung zeichnet einen gebürtigen Amberger aus, der seine Lehr- und Wanderjahre in der Fremde hatte: beim Studium in Berlin und München, bei der Arbeit und Forschungstätigkeit in Ulm und Erlangen. Nach der Rückkehr in die Heimat eröffnete Meier 1984 seine internistische Praxis am Paradeplatz.

Und bald zog es ihn auch in die Kommunalpolitik. Zuerst für die CSU, die er ab 1990 im Stadtrat vertrat. Schnell hatte er sich den Spitznamen "Meier 30" erworben, weil die flächendeckende Verkehrsberuhigung in der Altstadt sein Steckenpferd wurde. Doch mit der Zeit geriet Meier bei den Christsozialen in eine Außenseiterrolle. Er wechselte 2010 zur ÖDP, mit der er sich im Einsatz für das Rauchverbot, seiner zweiten großen Passion, einig wusste. Seit 2014 sitzt er für die Freien Wähler im Stadtrat.

Und er tritt jetzt wieder an. Keineswegs mit gebremstem Schaum. "Ich bin Vollblut-Stadtrat und muss in den Sitzungen oft angreifen." Am liebsten auf der Grundlage gut recherchierter Daten. Was sehr aufwendig ist. Womöglich werde er das nicht über die vollen sechs Jahre in dieser Intensität durchziehen können, sinniert Meier. Vielleicht kommt die Fünf-Jahre-Antwort dann hier zur Verwirklichung.

Während der 75-Jährige also noch in der Schwebe lässt, ob er die Wahlperiode voll macht, ist für die Geburtstagsfeier alles klar: Am Samstag ab 17 Uhr beim Kummert in der Raigeringer Straße, mit rund 100 Leuten, darunter die Grünen-Stadträte und einige alte Weggefährten aus der CSU-Fraktion. Wenn man 45 Jahre einer Partei angehört, dann bleiben da halt einfach Spuren zurück.

Der Artikel zum 70. Geburtstag von Dr. Eberhard Meier

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