Amberg
12.07.2023 - 12:11 Uhr

Städtepartnerschaft zwischen Amberg und Périgueux erfreut sich bester Gesundheit

Seit 1965 existiert die Städtepartnerschaft zwischen Amberg und dem südwestfranzösischen Périgueux offiziell. Eine Freundschaft mit vielen Höhen und manchen Tiefen. Derzeit erlebt sie gerade wieder einen Aufschwung.

Als sich der deutsche Kriegsgefangene Hans Kowar und der französische Priester Henri Cellerier 1947 kennenlernten und Freunde wurden, ahnten sie beide noch nicht, dass die Enkel- und Urenkel-Generation aus Périgueux und Amberg sich auch 2023 noch gut verstehen wird. Sehr gut sogar, wie der aktuelle Besuch einer Delegation um die "Amis d'Amberg" an der Vils gerade beweist. Oberbürgermeister Michael Cerny empfing die Franzosen am Dienstag im Rathaus in einer sehr herzlichen Atmosphäre. Das hat man in der Vergangenheit auch schon mal deutlich kühler gesehen.

Es sind Freundschaften entstanden in den vergangenen 60 Jahren zwischen Périgueux und Amberg, Ehen sind zustande gekommen und junge Menschen haben in der jeweiligen Partnerstadt ein Praktikum gemacht oder einen festen Job gefunden. Fester Bestandteil der Freundschaft zwischen Périgueux und Amberg, der "Jumelage", ist der Austausch von Schülern, regelmäßige Stippvisiten von offizieller Seite gehören dazu.

So war es wohl gewollt

Oberbürgermeister Michael Cerny, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Martin Preuß und Kulturreferent Fabian Kern die Gäste im Rathaus willkommen hieß, stellte zufrieden fest, so wie es heute ist, sei es wohl von den Begründern der Jumelage einst gewollt worden. Cerny nannte in diesem Zusammenhang nicht nur die beiden Gründerväter der Freundschaft zwischen Amberg und seiner französischen Partnerstadt. Konrad Adenauer, damals deutscher Bundeskanzler, und Charles de Gaulle, französischer Präsident, hätten 1963 mit ihrem Vorstoß zu deutsch-französischen Städtepartnerschaften genau das beabsichtigt. Nämlich, dass es ganz normal ist, wenn Deutsche mit Franzosen und umgekehrt in Freundschaft verkehren.

Nach den warmen Empfangsworten und noch vor dem Eintrag ins Gästebuch der Stadt gab es eine Kurzführung durch das Rathaus. Dabei erfuhren die Gäste aus Frankreich unter anderem, warum im Großen Rathaussaal der Stadt die Portraits bayerischer Könige zu sehen sind. Michael Cerny verglich das mit dem "Brauch", ein Bild des jeweiligen Staatsoberhaupts in offizielle Büros zu hängen. Die großformatigen Bilder seien damals gemalt worden – bezahlen musste sie natürlich die Stadt Amberg.

Hintergrund:

Seit Jahrzehnten gelebte Städtefreundschaft

  • Begründer der Städtepartnerschaft zwischen Périgueux und Amberg sind Hans Kowar und Henri Cellerier. Sie lernten sich 1947 kennen
  • Seit 1965 besteht die offizielle Städtepartnerschaft
  • Périgueux liegt im Südwesten Frankreichs in der Region Nouvelle-Aquitaine im Département Dordogne
  • Die Stadt hat rund 30.000 Einwohner und ist Hauptstadt des Périgord und des Département Dordogne
  • Bürgermeisterin ist Delphine Labails (Parti socialiste)

Empfang der Teilnehmer des Freundeskreis Amberg in Pèrigueux, kleiner Rathaussaal.
 
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