25.04.2019 - 11:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Steinzeiternährung als Diät-Trend der Moderne

Mit den ersten Sonnenstrahlen kommt häufig der Frust: Die Jeans sitzt nicht mehr richtig, der Bikini erst recht nicht. Unsere Vorfahren aus der Steinzeit kannten Pölsterchen gar nicht erst. Daraus wird nun ein Ernährungs-Trend.

Ernährungsexpertin und Low Carb Coach, Andrea Meiler, erklärt: In einer Tüte Gummibärchen stecken 49 (!) Stück Würfelzucker.
von PKMOProfil

Es strahlt ein neuer Stern am Diäten-Himmel. Doch dieser hat in Wahrheit schon Jahrtausende auf dem Buckel - die Paleo-Diät. "Bei ihr geht es um die vermutete Ernährung während des Paläolithikums, der Altsteinzeit, die etwa 2,4 Millionen Jahre dauerte. Also um die Zeit vor Ackerbau und Viehzucht", erklärte Ernährungsexpertin und Low-Carb-Coach Andrea Meiler bei einem Kurs der Volkshochschule.

Die Paleo-Diät werde häufig auch als Steinzeiternährung bezeichnet. "Es ist die artgerechte Ernährung des Menschen. Bestehend aus Lebensmitteln, an die sich der Mensch über Jahrtausende hinweg anpassen konnte", sagte die Poppenrichter Ernährungsberaterin. Durch die Anpassung garantiere diese ursprüngliche Form der Ernährung, wie sie schon bei den Jägern und Sammlern betrieben wurde, eine ideale Nährstoffversorgung für den Körper. Der Fokus liege dabei auf Nachhaltigkeit und einer hohen Produktqualität.

Aber was darf man nun eigentlich essen, wenn man sich wie in der Steinzeit versorgt? Hier kann die Paleo-Ernährungspyramide helfen: "Hauptbestandteile sind Gemüse, Fisch, Fleisch, Eier, Fette, Nüsse und Obst." Tabu seien neben Getreide und Milchprodukten alle industriell verarbeiteten Lebensmittel: "Eigentlich wären alle Nahrungsmittel ohne Etikett ideal. Bei mehr als fünf Inhaltsstoffen würde man die Finger davon lassen." Dies schließt den Verzicht auf Zucker sowie Zusatz- und Farbstoffe mit ein. Auch Hülsenfrüchte sind nicht im Speiseplan vorhanden. Sie enthalten Phytinsäure, die nur von Wiederkäuern aufgespalten werden kann. Da laut Meiler keine Getreideprodukte, egal in welcher Form, bei der Paleo-Ernährung erlaubt sind, entspricht die Diät in ihren Grundzügen einer Low-Carb-Ernährung: wenig Kohlenhydrate.

Körper umstellen

Und genau das sei auch das Geheimnis, warum eine Steinzeiternährung beim Abnehmen helfen kann. Durch die Reduktion der Kohlenhydratzufuhr würden auch die damit verbundene Steigerung des Blutzuckerspiegels und die Insulinausschüttung gedämpft. "Aber nur, wenn der Körper gerade kein Insulin ausschüttet, können wir Fettverbrennung betreiben und abnehmen", erklärte Meiler den Teilnehmern. Eine extreme Form der Low-Carb-Ernährung ist die Umstellung des Körpers auf den Fettstoffwechsel - die ketogene Ernährung.

70 bis 80 Prozent der Ernährung bestehen dabei aus gesunden Fetten. Den Stoffwechselvorgang, der daraufhin im Körper beginnt, nennt man Ketose. Dies bedeutet, dass der Körper seine Energie nicht mehr aus Kohlenhydraten, sondern aus Fettsäuren gewinnt. Leistungssportler trainieren häufig in Ketose. Meiler selbst hat sich eine Zeit lang ketogen ernährt, heute bezeichnet sie ihre Ernährung als Paleo. "Für mich ist das der Weg zur Gesundheit."

"Insgesamt fitter"

Die Vorteile liegen für die Spezialistin auf der Hand: "Besonders die ketogene Ernährung kann bei vielen Krankheiten positiv begleiten, da die Ketonkörper unsere Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, reparieren." Die Low-Carb-Ernährungsform könne sich positiv auf Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken: "Man wird stressresistenter und fühlt sich insgesamt fitter." Auch bei Migräne, Reizdarm oder Depressionen könnten über die Ernährung positive Effekte erzielt werden. Meiler betonte aber: "Bei der Form der Ernährung ist entscheidend, welches Ziel man verfolgt. Wenn ich abnehmen möchte, kann eine andere Form angeraten sein, als wenn ich eine Krankheit habe." Das Gewicht sei das Eine, die Gesundheit aber das Wichtigste.

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