21.09.2021 - 15:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Susanne Hierl will für die CSU in den Bundestag einziehen

Susanne Hierls Ziel ist der Bundestag. Die CSU-Politikerin erzählt bei einem Spaziergang, wie sie überhaupt zur Politik gekommen ist und welche Verbindungen sie als Neumarkterin zu Amberg-Sulzbach hat.

Susanne Hierl (CSU) kandidiert für den Bundestag.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Susanne Hierl will für die CSU in den Bundestag. Sie ist Direktkandidatin für den Wahlkreis Amberg-Neumarkt. Unsere Redaktion hat die 48-Jährige beim Spazierengehen am Ludwig-Donau-Main-Kanal in ihrer Heimatgemeinde Berg bei Neumarkt getroffen. Wir wollten von ihr wissen, wer die Frau hinter dem Gesicht auf den Plakaten ist.

Wenn Hierl nicht gerade im Wahlkampfmodus ist, dann arbeitet sie bei einer Anwaltskanzlei in Nürnberg, wo sie sich um internationale Mitarbeitereinsätze großer Firmen kümmert. In ihrer Freizeit, die ihren eigenen Aussagen zufolge „doch relativ begrenzt“ ist, ist sie Gemeinderätin in Berg, Kreisrätin im Neumarkter Kreistag und stellvertretende Landrätin in Neumarkt. Was ihr zufolge aber dennoch nie zu kurz kommen darf, sind ihre beiden Kinder und ihr Mann. Hierl: „Wenn es denn möglich ist, dann versuchen wir, so viel es irgendwie geht, nach draußen in die Natur zu gehen.“ Zudem verrät die Kommunalpolitikerin: „Wenn sich die Chance ergibt, dann tu’ ich ab und zu auch einfach mal gar nichts.“

Politik als Herzensangelegenheit

Richtig eingestiegen in die Politik ist Hierl 2008. Damals kandidierte sie über die Liste der CSU bei der Landtagswahl. Seit der Kommunalwahl 2008 ist sie zudem im Gemeinderat in Berg. „Das Thema hat mich seit dem nie wieder losgelassen“, erklärt sie. „Für mich stand immer fest: wenn sich die Chance ergibt, dass das mit dem Bundestag was werden könnte, dann mach ich es.“ Dass gerade jetzt das Direktmandat des scheidenden Bundestagsabgeordneten Alois Karl freigeworden ist, spielte der 47-Jährigen in die Karten. „Das kommt ja nicht allzu häufig vor“, sagt sie.

Hierl ist sich bewusst, dass die Zeiten für die Politik schwieriger geworden sein könnten, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Hierl: „Gerade jetzt stehen wir vor Herausforderungen wie der Coronapandemie oder der Klimakrise. Nur weil es schwerer geworden ist, ist das noch lange kein Grund, nicht politisch aktiv zu werden.“ Die Gemeinderätin sagt, dass Politik eine Herzensangelegenheit ist. „Das muss sie sein, sonst tust du dir das nicht an.“

Größte Schnittmenge mit CSU

Warum engagiert sie sich gerade bei der CSU und nicht bei einer anderen Partei? Hierl antwortet: „Die Frage hat sich für mich eigentlich nie gestellt. Für mich war klar, dass ich, wenn ich mit politisch engagiere, bei der CSU sein werde.“ Sie erklärt, dass sie bei sich und der Partei die größte Schnittmenge festgestellt habe und mit der CSU immer schon am besten zurechtgekommen sei. Schon als sie 2004 nach Berg gezogen war, war für sie klar, dass es ihr nicht reicht, im Elternbeirat des Kindergartens zu sitzen. „Ich wollte mich auch politisch einmischen“, sagt sie.

Ob die Rechtsanwältin denkt, dass gerade jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist, die Fühler nach Berlin auszustrecken? Hierl: „Sowas wie den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Man kann immer Vorwände finden, jetzt nicht handeln zu wollen. Man muss es einfach machen.“

Keine leeren Versprechen machen

Hierl ist es wichtig, keine leeren Versprechen im Wahlkampf zu machen, die sich in der kommenden Legislaturperiode dann in Rauch auflösen. Auf die Frage, welche Themen und Ziele sie konkret in ihrem Wahlkreis verfolgen würde, wenn sie Ende September in das Parlament gewählt werden würde, meint sie: „Das ist eine sehr schwere Frage, die mich beschäftig, seit diese ganze Prozedur angefangen hat.“ Der Wahlkreis habe mit Infrastrukturthemen zu tun, die es weiterzubringen gelte. Als Beispiele nennt sie den Ausbau der B299 bei Neumarkt oder die Bahnstromtrassen im Kreis Amberg-Sulzbach. „Das sind Projekte, die man weiterführen muss“, sagt sie und betont: „Mir ist es aber auch wichtig, den Leuten zu sagen, dass es bei vielen Themen einfach keine eindeutige Lösung geben kann. Die Menschen werden das kontrovers diskutieren. Es werden auch Themen aufkommen, die wir heute noch gar nicht kennen.“

Zu einer möglichen Zukunft in Berlin sagt Hierl: „Ich bin mir bewusst, dass dort keiner gerade auf mich wartet. Ob ich im Bundestag genau das machen kann, was ich möchte, weiß ich noch nicht.“ Damit meint sie, dass sie jetzt noch nicht sagen kann, mit welchen Politikfeldern sie sich letztendlich in der Bundeshauptstadt auseinandersetzen würde. Ob Außen- Innen- oder Gesundheitspolitik, das müsste sich erst zeigen. Hierl: „Heute bin ich zum Beispiel noch nicht die Gesundheitspolitikerin. Aber ich würde sie werden und mich intensiv in das Feld einarbeiten.“

Verbindung zu Amberg

Würde Hierl das Direktmandat für den Wahlkreis holen, würde nach Alois Karl erneut ein Politiker aus Neumarkt den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg im Bundestag vertreten. Hierl betont aber, dass sie gute Beziehungen zu Amberg-Sulzbach hat. „Ich bin mit den verschiedensten Leuten in Kontakt auf meinen Terminen im Wahlkampf. Ich habe keinerlei Berührungsängste und habe auch noch keine von Amberger Seite gespürt.“

Hierl hebt hervor, dass der Wahlkreis nun mal aus zwei Landkreisen und einer kreisfreien Stadt bestehe. Deshalb liege es in der Natur der Sache, dass ein Kandidat nicht aus allen drei Regionen stammen kann. Hierl: „Wichtig ist, dass der Abgeordnete sich um alle Menschen im Wahlkreis kümmert und mit ihnen in Kontakt bleibt. Die Herkunft spielt da keine Rolle.“

Lesen Sie hier den Artikel über Hierls Wahl zur Direktkandidatin der CSU

Amberg
Info:

Infos zu Susannen Hierl

  • Susanne Hierl ist verheiratet und hat zwei Kinder.
  • Sie studierte von 1992 bis 1996 Jura an der Uni Regensburg.
  • Von 1997 bis 1999 absolvierte Hierl ihr Referendariat in Nürnberg und San Francisco.
  • Seit 2000 arbeite sie als Rechtsanwältin bei einer Nürnberger Firma. Dort ist sie mittlerweile Partnerin. Sie sagt, dass sie den Job ruhen ließe, würde sie in den Bundestag gewählt.
  • Seit ist sie 2008 Gemeinderätin in ihrem Heimatort Berg bei Neumarkt.
  • 2008 und 2013 trat sie bei der bayerischen Landtagswahl als CSU-Listenkandidatin an.
  • Von 2014 bis 2020 war sie stellvertretende Bürgermeisterin in Berg.
  • Seit 2014 ist sie Kreisrätin im Landkreis Neumarkt und seit 2019 zudem Kreisvorsitzende der CSU.
  • Seit 2020 ist sie stellvertretende Landrätin in Neumarkt tätig.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.