21.10.2020 - 14:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Tarifstreit im Öffentlichen Dienst: Nicht vom Hof jagen lassen

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Der Applaus für die Pflegekräfte ist verklungen, jetzt ist Zahltag meint Kollege Uli Piehler in seinem Kommentar zu den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst.

"Jetzt seid ihr dran!", steht auf dem Banner, das die Beschäftigten des Klinikums St. Marien in Amberg
von Uli Piehler Kontakt Profil
Kommentar

Die Klinik-Mitarbeiter, die am Mittwoch mit ihren gelben Schildern vor dem Haupteingang des Krankenhauses standen, haben völlig Recht. Es kann nicht sein, dass ihnen noch vor wenigen Wochen während des bundesweiten Lockdowns eimerweise Honig ums Maul geschmiert wurde, sie jetzt aber als Bittsteller auftreten müssen und kurzerhand vom Hof gejagt werden.

Ja, es gab einen Bonus für die Pflegekräfte. Aber das war eine Geste in Zeiten höchster Not. Die Beschäftigten an den Kliniken brauchen keine einmaligen Almosen, sondern eine deutliche und dauerhafte Aufbesserung ihres Gehalts. Verdi-Vertrauensmann Reinhard Birner hat es bei der Aktiven Mittagspause treffend formuliert: „Vom Klatschen können wir nicht abbeißen.“

Bei der Tarifauseinandersetzung geht es nicht nur um das Personal an Krankenhäusern, sondern um alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes – Millionen Mitarbeiter von kommunalen Behörden und Einrichtungen. Ein ordentlicher Tarifabschluss ist nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung, sondern auch ein dringend notwendiges Konjunkturprogramm. Jetzt ist Zahltag.

Aktive Mittagspause am Klinikum in Amberg

Amberg

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