Es ist schon ein paar Jährchen her, so um das Jahr 2010 oder 2011 dürfte es gewesen sein, da fasste der Amberger Stadtrat den Beschluss, die Einmündung der Welser- in die Fuggerstraße, also die Verbindungstraße von Edeka und Aldi in Richtung des ehemaligen Real im Gewerbegebiet West in einen Kreisverkehr umzuwandeln. Letzte Veränderungen an der Planung gab es 2012, seither ruht das Projekt in einer Schublade im städtischen Baureferat. Was vor allem an den knappen Mitteln der Stadt Amberg gelegen hat.
Jetzt hat die Stabsstelle Mobiliät die Pläne im Zuge der Suche nach Verbesserungen für Radler und Fußgänger aus dieser Schublade geholt und auf den Prüfstand gestellt. Ulrich Schaller, der Leiter der Stabsstelle, machte in der letzten Sitzung des Amberger Bauausschusses deutlich, dass ein Kreisverkehr zwar weiter wünschenswert wäre. Theoretisch. Denn allein aus finanziellen Gründen könne er schon nicht in absehbarer Zeit umgesetzt werden. Gut fünf Millionen Euro, so Schaller, würde es wohl kosten, aus der Einmündung einen Kreisverkehr zu machen. Eine Summe, die der Amberger Haushalt derzeit sicher nicht hergibt.
Verkehr geht eher zurück
Dazu kommt laut Schaller, dass sich die Verkehrslast in diesem Bereich lange nicht so entwickelt habe, wie es einst die Gutachter vom Münchner Büro Kurzak erwartet hatten. „Wir gehen sogar davon aus, dass wir das Maximum des Kraftverkehrs bereits hinter uns haben“, so die These von Ulrich Schaller mit Blick auf eine Verkehrszählung vom September 2022. Knapp 15.000 Fahrzeugbewegungen wurden dabei an einem Tag erfasst. Gehe man von einer geschätzten Steigerung von weiteren 2.000 Fahrzeugen durch das neue Gewerbegebiet West 2 aus, sei nicht unbedingt ein Kreisverkehr notwendig, um diesen Verkehr auffangen zu können.
Statt des teuren Kreisels strebt die Stabsstelle Mobilität eine relativ günstige Ertüchtigung des Einmündungsbereichs mit einer Verkehrsinsel an. Gleichzeitig will sie entlang der Fuggerstraße auf der rechten Fahrbahnseite stadtauswärts einen zusätzlichen kombinierten Geh- und Radweg errichten. Denn tatsächlich sei der Anteil des Radverkehrs am Gesamtaufkommen in Amberg inzwischen von rund 8 auf 15 Prozent angestiegen, begründete Schaller diesen Weg.
Planung und Kosten nachreichen
Aus diesem Grund beantragte die Stabsstelle die Aufhebung des dort gültigen Bebauungsplans, der noch den Kreisverkehr vorsieht, um die passenden Grundstücke kaufen oder tauschen zu können. Das gewährte der Bauausschuss als Empfehlung an den Stadtrat auch, allerdings waren die Angaben hinsichtlich Planung und Kosten der neuen Variante für Rudolf Maier (CSU) ein bisschen zu ungenau. "Wenigstens die Grobplanung und Grobkosten hätten wir schon gerne gehabt." Das wird jetzt für die nächste Stadtratssitzung nachgereicht. Die Geschichte des Kreisverkehrs in der Fuggerstraße dürfte damit aber bereits vorbei sein, ehe sie überhaupt begonnen hat.














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