17.09.2018 - 14:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Therapie für WAA-Gegner

Sieben Jahre hat es gedauert, bis der Wackersdorf-Film von Oliver Haffner endlich fertig war. Jetzt kommt er auch in Amberg ins Kino.

Zeit für Gespräche über Wackersdorf und Autogramme. Die gaben (von rechts) Schauspielerin Anna-Maria Sturm, Regisseur Oliver Haffner und Timo Battaglia aus Hahnbach, der im Film den Sohn von Hans Schuierer gespielt hat.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Während drinnen im Kinosaal die Wandlung von Hans Schuierer vom Befürworter zum Gegner der WAA über die Leinwand flimmert, sitzen draußen Darstellerin Anna-Maria Sturm und Regisseur Oliver Haffner in einer Sitzgruppe und essen. Die Promo-Tour für den Film Wackersdorf zehrt an den Kräften, da kommt jede Pause dazwischen gerade recht. Doch dann gibt Cineplex-Leiter Stephan Götz auch schon das Zeichen: Im Saal läuft der Abspann, das Publikum klatscht begeistert.

Zufällig sitzt an diesem Abend auch noch Timo Battaglia im Publikum, der im Film Max, den Sohn von Hans Schuierer spielt. Gemeinsam mit Anna-Maria Sturm und Oliver Haffner beantwortet er geduldig Fragen und erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Filmprojekt. Das gerade einmal 1,8 Millionen Euro gekostet hat, wie der Regisseur schildert. Dafür bekommt man gerade mal einen durchschnittlichen "Tatort", sagt er. Zum wiederholten Male erläutert Haffner, wie er zu diesem Projekt gekommen ist und dass von der Idee bis zur Realisierung gut sieben Jahre vergangen sind.

Das kleine Budget war dann laut Haffner auch ein Grund dafür, warum er bei den Bildern der Demonstrationen auf Originalmaterial zurückgegriffen hat. Außerdem findet er, dass sich das ohnehin nur sehr schwer nachspielen lässt: "Die Nachstellung von Gewalt entstellt die Monstrosität der Realität." Trotz aller Zweifel zwischendurch, in einem war sich Haffner immer sicher: Anna-Maria Sturm sollte die weibliche Hauptrolle spielen. Damals wusste er noch nicht, dass die Schwandorferin die Tochter von Irene Sturm ist, die im WAA-Widerstand tatsächlich eine zentrale Rolle gespielt hat. "Wenn schon eine Rolle an meine Mutter angelehnt ist, dann spiele ich die", zeigte sich Anna-Maria Sturm von Anfang an selbstbewusst.

Die Mutter war darüber am Anfang aber nicht so begeistert, sagt Anna-Maria Sturm, mittlerweile findet sie den Film aber gut. "Sie überarbeitet jetzt auch das, was damals alles war." Der WAA-Film als eine Art Therapie für die, die bis zum heutigen Tag die Geschehnisse der Vergangenheit nicht vollständig verarbeitet haben. Danach gab es Autogramme und Bilder mit den Stars.

Zeit für Gespräche über Wackersdorf und Autogramme. Die gaben (von rechts) Schauspielerin Anna-Maria Sturm, Regisseur Oliver Haffner und Timo Battaglia aus Hahnbach, der im Film den Sohn von Hans Schuierer gespielt hat.

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