05.04.2022 - 12:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Tödliche Oberpfalz: Wann starb Sophia Lösche wirklich?

Hat Sophia Lösche noch gelebt, als Boujemaa L. sie durch halb Europa fuhr? Diese Frage stellt sich die Familie der Getöteten im Mordprozess am Landgericht Bayreuth. Redakteurin Christine Ascherl erinnert sich noch genau an den Prozess.

Im zweiten Teil zum Mordfall Sophia Lösche dreht sich alles um den Prozess vor dem Landgericht in Bayreuth.
von Mareike Schwab Kontakt Profil

Keine fünf Meter trennen die Eltern und den Bruder der Getöteten von der Anklagebank. Der Marokkaner, ein schmaler Mann mit hängenden Schultern, verschanzt sich hinter seinem Arabisch-Übersetzer. Er schildert, wie er Sophia Lösche mit einem Ratschenschlüssel den Schädel zertrümmerte. Laut Boujemaa L. soll dies am 14. Juni 2018 auf dem Rastplatz Sperbes im Landkreis Bayreuth passiert sein. Die Forensikerinnen datieren den Todeszeitpunkt jedoch auf "frühestens" drei Tage nach Sophias Verschwinden: Samstag oder Sonntag, 16. oder 17. Juni 2018. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Lkw in Frankreich. Hätte die 28-Jährige gefunden werden können, ehe sie der Angeklagte getötet hat? Warum musste Sophia sterben? War es Affekt oder Vorsatz?

Die Familie der Getöteten erhofft sich durch den Gerichtsprozess am Landgericht Bayreuth Antworten auf ihre vielen Fragen. Der Vater, Johannes Lösche, wendet sich direkt an den Angeklagten: „Sie sagen nicht die ganze Wahrheit.“ Bojemaa L. versinkt im Selbstmitleid, weist die Schuld anderen zu und schweigt zu vielen Details beharrlich. Die Hoffnung des pensionierten Pfarrers aus Amberg, dass „etwas Licht in diese schreckliche Finsternis“ kommt und die Familie endlich die Wahrheit über den Tod ihrer Tochter erfährt, wird sich wohl nie erfüllen.

Fest steht nur: Sophia Lösche hatte von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen wollen. Von dort wollte sie nach Aussage ihres Bruders mit dem Zug zu ihrer Familie nach Amberg in der Oberpfalz fahren. Dort kam die 28-Jährige nie an. Ihre Leiche wurde in einem Straßengraben in Spanien entdeckt. Der Anklage zufolge hat der Fernfahrer die Tramperin ermordet, um eine sexuelle Straftat zu verdecken.

Redakteurin Christine Ascherl war 2019 bei dem emotionalen Prozess am Landgericht Bayreuth dabei. Einige Szenen haben sich ihr ins Gedächtnis gebrannt. Gemeinsam mit Alexander Unger und Mareike Schwab spricht sie im zweiten Podcast-Teil zum Fall Sophia Lösche über ihre Eindrücke.

Hier geht es zu unserem Podcast

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Teil 1 zum Fall Sophia Lösche

Amberg
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Der Bruder der getötetem Sophia äußert sich zum Urteil

 
 

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