23.11.2021 - 17:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Trauer um Bernd Stief aus Amberg

Im Alter von 73 Jahren ist Bernd Stief aus Amberg gestorben. Als Lehrer, Sportler und Musiker wird er vielen Menschen in Erinnerung bleiben.

Lehrer, Sportler und bei vielen Ambergern hoch geschätzter Rockmusiker: Wenn Bernd Stief (Zweiter von links) mit seiner Band Sound Society loslegte, waren die Säle voll. So wie 2018 im Amberger Stadtmuseum. Mit ihm auf der Bühe standen damals Raimund Prechtl (links) und Werner Schlenzig (rechts).
von Autor HOUProfil

Wenn er etwas in die Hände nahm, dann konnte man sich darauf verlassen, dass solide, kompetent und umsichtig gehandelt wurde. Als Lehrer, Sportler und Musiker wird Bernd Stief in Erinnerung bleiben, wobei er auf seine ganz eigene Art bleibende Akzente setzte. Nun ist Bernd Stief im Alter von 73 Jahren gestorben.

Er stammte aus Sulzbach-Rosenberg, wurde Lehrer, blieb vier Jahrzehnte lang in diesem Beruf und übte ihn so erfolgreich aus, dass man Bernd Stief 2002 zum Rektor der Grund- und Mittelschule in Schnaittenbach machte. In den folgenden zehn Jahren stellte sich heraus, dass da ein Pädagoge mit Führungsfähigkeiten war. Beliebt im Kollegium, aber vor allem auch bei den Schülern. 2012, als der Schulleiter Abschied nahm, wurde das deutlich. "Ein ruhender Pol mit vielen Qualitäten", hieß es damals in einer der gehaltenen Reden.

Sportlich ambitioniert war Stief von Jugend an. Einer, der hart an sich arbeitete, in seiner Heimatstadt Sulzbach-Rosenberg einen Basketballverein gründete und ihn 17 Jahre lang führte. Er wandte sich auch der Leichtathletik zu, übernahm Skilehrer-Funktionen bei Sport-Ried in Amberg, schloss sich der Skigymnastik an. Sie lief damals über die Organisation "Club Intersport" (CIS). Diese drei Buchstaben CIS sollten Bernd Stief über Jahrzehnte hinweg begleiten.

1988 lief er seinen ersten Marathon. Ein Langstreckler, der irgendwann die CIS-Führung übernahm und sie bis zu seinem Tod inne hatte. In Amberg, wo Stief ab 1973 wohnte, kam es zu Großveranstaltungen, die unter seiner Führung abliefen. Halbmarathons, Silvesterläufe – glänzend organisiert, mit langen Teilnehmerlisten und Athleten, die sehr genau wussten, dass nie Lücken in der Planung klafften. Auch da wurde deutlich, was man ihm als Lehrer ins Gesamtzeugnis geschrieben hatte: "Ein ruhender Pol".

Es gab aber noch eine ganz andere Seite, die im Lebensbuch von Bernd Stief aufgeschlagen wurde. Damals in Sulzbach-Rosenberg ansässig, gründete er in den 1960-er Jahren zusammen mit Manfred Wolfersdorf, Jochen Schütz und Reiner Eder die Beatband New Formation. Mit seinen Jungs stand er auf den Bühnen, hängte sich die Gitarre um und legte los. Einer, den die Rockmusik jener Tage faszinierte und der diese Begeisterung nie ablegte. Stief war der Mann für feine Technik. Auch dann, wenn es um komplizierte Saitenläufe ging. Songs von Jimi Hendrix und Eric Clapton stellten ihn vor keine Probleme.

Die Gitarren blieben auch nach dem Ende der regionalen Beat-Ära in seinem Keller. Sie wurden wieder hervorgeholt, als ihn der Schlagzeuger Leo Beck vor nun über einem Jahrzehnt fragte, ob da noch etwas Rock'n'Roll-Fieber vorhanden sei. Beck hatte die Gruppe Sound Society zusammengestellt und Bernd Stief als Gitarrist ins Visier genommen. Er sagte zu und war ab dann Mitglied einer Band, die all das machte, was einst auch bei Amberger Beat-Stadtmeisterschaften im Josefshaus erklang. Mit über die Zeit hinweg gewachsener Perfektion.

Neben seiner Frau, den beiden Kindern und den Enkeln trauern viele um Bernd Stief. Der Trauergottesdienst für ihn wird am Dienstag, 30. November, um 13.30 Uhr in der Paulanerkirche gehalten. Danach findet die Beisetzung auf den Dreifaltigkeitsfriedhof statt.

Nachruf auf Horst Linn sen. aus Eschenfelden

Eschenfelden bei Hirschbach
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