Oft könne sich die Stadt Amberg solche Reparaturen nicht leisten: Das hatte Bernhard Frank vom Team Grün im vergangenen September gesagt, als Unbekannte den Schaltkasten für das Flutlicht am Skatepark demoliert hatten. Er wurde repariert – und ist jetzt schon wieder kaputt. Deutlich zu sehen ist: Jemand hat das Riffelblech, das den inzwischen "eingezäunten" Schaltkasten vor unbefugtem Zugriff schützen soll, gewaltsam aufgehebelt. Was man nicht sieht: Der Unbekannte hat, vermutlich mit einem Stock oder etwas Ähnlichem, auch den Schaltkasten und die Technik selbst beschädigt. Es gab einen Kurzschluss, seitdem funktioniert das Flutlicht des Skateparks nicht mehr. Schon wieder.
Nachtwache zur Dultzeit
Felix von Ohe ärgert sich über diesen Vandalismus, der zu wiederholten Mal großen Schaden verursacht und denen, die hier ihrem Hobby nachgehen wollen, den Spaß verdirbt. Von Ohe leitet die Abteilung Freestyle Mountainbike beim TV 1861 Amberg, die am anderen Ende des Sportparks ihren Dirtpark, eine Geländestrecke für Mountainbiker, hat. Er gehört auch zur Gruppe der Skater, BMXer und Mountainbiker, die den Skatepark regelmäßig nutzen – und sich auch in Eigenregie um ihn kümmern. Dazu gehört, dass sie das Gelände von Müll befreien. Regelmäßig greifen sie zum Besen, bevor sie auf die Betonpiste können: Zerbrochenes Glas ist nicht nur ein Ärgernis, sondern kann auch gefährlich werden, wenn ungeübte Skater darauf ausrutschen oder Mountainbiker sich damit die Reifen aufschlitzen.
Dass jemand von denen, die hier ihrem Hobby nachgehen, Hand an den Schaltkasten gelegt hat, kann sich von Ohe nicht vorstellen. Wer also könnte es gewesen sein? "Ich will niemandem was unterstellen", sagt von Ohe. Um "ihren" Skatepark vor Vandalismus zu schützen, hat die Gruppe derer, die hier regelmäßig fährt, während der Dultwoche sogar schon eine Nachtwache organisiert: "Da war wirklich die ganze Nacht jemand da. Wir haben alle, die hier chillen oder vorglühen wollten, weggeschickt." Nicht ohne Grund, denn während der vorangegangenen Dulten war es laut von Ohe "extrem, da lagen hier überall Scherben". Allerdings könnten die Skater solche "Wachdienste" nicht ständig leisten, fügt von Ohe mit Blick auf den aktuellen Vandalismus hinzu.
Wie man den verhindern könnte, weiß von Ohe auch nicht. Das Gelände, das der Stadt gehört, sei schließlich öffentlich, und das sei auch gut so, damit hier jeder fahren kann. Das Gelände in einen Verein zu integrieren, sei keine gute Idee: "Dann müssten wir es absperren und einen Beitrag dafür verlangen und es müsste jemand hier sein, der sich drum kümmert. Das funktioniert nicht", ist sich von Ohe sicher. "Die schönste Lösung wäre, wenn man einfach keinen Vandalismus hätte. Wenn keine Idioten herkommen würden, die der Meinung sind, das gehört nicht mir, ich mach's kaputt, ist mir scheißegal." Weil er "schon ein bisschen rumgekommen" ist in den Skateparks der Republik weiß er aber, dass dieser Vandalismus kein Amberger Phänomen ist. "Du hast das überall. Skatepark ist leider immer so ein Ding. Das ist halt auch ein Platz, wo sich die treffen, die keinen Bock haben und auf Radau aus sind."
Skater wollen Geld sammeln
Die BMXer, Moutainbiker und Skater sind, abgesehen vom Vandalismus, mit dem Skatepark sehr glücklich – insbesondere, weil die Stadt ihn Ende vergangenen Jahres mit Flutlicht ausgestattet und deutlich erweitert hat. Gerade das Licht sei "eine top Sache", weil man dadurch abends länger fahren kann. Bislang ging das aber "nur vielleicht zwei Wochen", seitdem ist die Anlage durch den Vandalismus außer Betrieb. Die Skater wollen der Stadt zeigen, dass ihnen dieser Platz wichtig ist: In ihrer Whatsapp-Gruppe hätten sich erste Stimmen gemeldet, die bereit sind, Geld zu spenden, um den Schaltkasten repariert zu bekommen.
Dieses Engagement sei ehrenwert, meint Bernhard Frank vom Team Grün der Stadt. Dort ist der Skatepark den Spielplätzen zugeordnet. Frank weiß, die Skater und Biker "machen viel in Eigenleistung" und findet es gut, "dass es so eine Gruppe gibt". Für sie und alle, die dort Spaß haben, "wollen wir das schon wieder herrichten". Die Befürchtung der Skater, es sei kein Geld mehr da für eine Reparatur der Technik, ist also unbegründet. Frank will aber zunächst einen Kostenvoranschlag machen lassen. Aufgrund der vorangegangenen Beschädigungen weiß er, dass für die Reparatur des Schaltkastens "schnell mal 3000 Euro zusammenkommen". Repariert werden soll die Anlage – aber das müsse aus dem Budget bezahlt werden, das die Stadt für den Unterhalt ihrer knapp 60 Spiel- und Bolzplätze zur Verfügung hat. Die würden regelmäßig vom TÜV geprüft, was Ausgaben für Instandsetzung bedeuten könne. "Wir müssen jetzt mal abwarten, wieviel dann noch übrig bleibt" für die Skateanlage. Die sollte eigentlich sogar noch mehr Flutlicht bekommen, um auch die Erweiterung gut auszuleuchten.
Bessere Sicherung
Ganz einfach sei die Reparatur des Schaltkastens nicht, meint Frank – wegen der Technik darin dürfe das nur ein berechtigter Elektriker machen. Die Anlage wird für das Flutlicht gebraucht, liefert aber auch Strom für Events im Sportpark. Frank bedauert, dass hier offenbar "ein paar schwarze Schafe" den anderen den Spaß verderben. Er vermutet aber, dass es keine reine Zerstörungswut war, sondern, dass hier jemand gezielt Zugriff auf die Stromversorgung wollte, um die Flutlicht-Zeit zu verlängern. Denn dies sei tatsächlich der einzige Verteilerkasten, der in dieser Art und wiederholt demoliert werde. Das sei im Übrigen nicht nur ärgerlich, sondern auch sehr gefährlich, weil es um Strom geht. Deshalb soll die Technik nach der Reparatur nun noch besser gesichert werden, durch dickere, nicht mehr aufhebelbare Metallplatten.




























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