Amberg
03.03.2019 - 11:01 Uhr

"Sie sind ein unbelehrbarer Rechtsbrecher"

Unter Drogen, frisiertes Mofa, keinen Führerschein: 35-Jähriger kämpft um Bewährungsstrafe. Ohne Erfolg.

Symbolbild: dpa

Starke Worte: "Sie sind ein unbelehrbarer Rechtsbrecher", sagt der Richter zu einem 35-Jährigen, der nicht schon wieder ins Gefängnis will. Doch weil er zehn Vorstrafen hat, muss der Mann acht Wochen einrücken. Wegen eines sehr kuriosen Falls.

Lautes nächtliches Geknatter auf der Gasfabrikstraße. Nachts um 1.23 Uhr hört das auch eine Polizeistreife. Sie stoppt den ohne Auspuff auf seinem Mofa daher kommenden Fahrer. Die Beamten stellen fest: Eine auffrisierte "Rennsemmel" mit einem Mann am Lenkgabel, der unter Drogeneinfluss steht. Einen Führerschein hat er nicht.

Ziemlich viel auf einmal und eimerweise Pech für den 35-Jährigen. Er hatte das auspufflose Zweirad nur Minuten zuvor von einem Kumpel übernommen, um es zu reparieren und war in Richtung seiner Wohnung aufgebrochen. Die Konsequenz für ihn: Mofa sichergestellt und eine Anzeige wegen diverser Delikte. Vor einer Amberger Amtsrichterin hatte der merkwürdige Zwischenfall im vergangenen Jahr zu drei Monaten Haft ohne Bewährung geführt. Er werde sich bessern, gelobte der 35-Jährige damals und hoffte auf Bewährung. Doch das ließ sich angesichts einer langen Vorstrafenliste nicht machen.

Weil er nicht hinter Gefängnismauern wollte, zog der Mann die Notbremse in Form einer Berufung zum Landgericht. Dazu brachte er Anwalt Jörg Jendricke mit, der sich vehement in die Bresche warf und der 3. Strafkammer mit Nachdruck empfahl, den illegalen Mofa-Ausflug seines Mandanten mit der Milde einer Bewährung zu ahnden.

Die Richter hörten sich das an und zeigten keinen Hang zur Nachsicht. Sie schickten den 35-Jährigen für zwei Monate in Haft. Dabei ließ der Vorsitzende Peter Hollweck erkennen: "Sie sind ein unbelehrbarer Rechtsbrecher. Da kann man keine Ausnahme machen." Doch immerhin: Vier Wochen "Rabatt" hat es gebracht.

 
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