30.09.2020 - 11:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Verkaufsoffener Sonntag in Amberg abgesagt

Der erste Oktobersonntag ist in Amberg eigentlich immer verkaufsoffen. Heuer nicht, die Aktion ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Dem Einzelhandel bleibt ein anderer Lichtblick und Hoffnung auf den Advent.

Der Stadtmarketingverein hat dazu beigetragen, die Amberger Altstadt im Corona-Sommer aufzumöbeln - mit bunten Lampions in der Fußgängerzone zum Beispiel.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Corona-Pandemie hat den Amberger Einzelhandel - wie viele andere Branchen - stark belastet. Doch sie hat auch etwas Gutes hervorgebracht: Solidarität und die Rückbesinnung auf das Angebot vor Ort. "Wir haben ganz oft erlebt, dass Leute sich während der Krise ganz bewusst für einen Einkauf in der Innenstadt entschieden haben", berichtet Ina Bogner vom Stadtmarketingverein. "Das ist wirklich eine schöne Entwicklung." Bogner und ihre Mitstreiter hoffen jetzt natürlich, dass sich dieses Bekenntnis zur lokalen Wirtschaft verfestigt und sich letztendlich auch in den Kassen niederschlägt. Dann hätte das Krisenjahr 2020 auch etwas Positives bewirkt.

Das neue Regionsbewusstsein macht Bogner an mehreren Punkten fest. Zum einen habe der Lockdown im Frühjahr dazu geführt, dass Händler, Gastronomen, Kulturschaffende und Behörden eine neue gemeinsame Basis gefunden hätten. Als im März plötzlich das öffentliche Leben heruntergefahren wurde, hätten sich die Akteure gesagt: "So können wir das nicht einfach lassen. Wir müssen gemeinsam etwas tun." Mehrere Initiativen seien zeitgleich aus dem Boden gestampft worden. Bogner erinnert an die Idee, auf Vorrat Gutscheine beim Amberger Einzelhandel zu kaufen. "Daraus ist eine richtige Welle geworden", bilanziert sie ein halbes Jahr später.

Am 4. Oktober wäre eigentlich verkaufsoffener Sonntag in Amberg. Doch Menschenandrang in der Fußgängerzone und dazu noch Großveranstaltungen in und um die Altstadt sind aufgrund der anhaltenden Pandemie für viele derzeit nicht vorstellbar. Dabei hatte der letzte Verkaufssonntag im Oktober 2019 voll eingeschlagen. Schon damals hatten der Stadtmarketingverein und die IHK das Thema "Heimat Shoppen" groß gespielt und viel Zuspruch erfahren. Markus Frauendorfer vom IHK-Gremium Amberg-Sulzbach ist einer, der mit der Absage des Einkaufssonntag nicht glücklich ist. "In anderen Städten in der Region geht's", sagt er und verweist auf Regensburg, wo heuer sogar noch zwei verkaufsoffene Sonntage terminiert sind. "Da geht es schon auch um einen Wettbewerb der Standorte."

Frauendorfer hofft, dass es vielleicht heuer doch noch einen Anlauf in Amberg geben wird. Den ersten Adventssonntag könnte sich der Chef des gleichnamigen Möbelhauses vorstellen. Natürlich unter Einhaltung aller Coronaregeln, „so wie das jetzt auch schon funktioniert“. In Emilia Leithäuser, FDP-Stadträtin und stellvertretende Vorsitzende der Park- und Werbegemeinschaft (PWG) hat er bei diesem Anliegen eine Verbündete. Leithäuser hat bereits angekündigt, einen neuen Vorstoß in diese Richtung zu unternehmen.

PWG-Vorsitzender Andreas Raab zieht derweil eine triste Bilanz der vergangenen sechs Monate. Den Bewusstseinswandel bei den Kunden hat auch er festgestellt, allerdings reiche der aktuell nicht aus, die Verluste des Einzelhandels auszugleichen. „Wenn man 20 Prozent Umsatzeinbußen hat, dann kann man das vielleicht noch verkraften. Wenn nochmal 10 Prozent wegfallen, geht es bereits ans Eingemachte“, sagt er. Er geht davon aus, dass genau das auf sehr viele Ladenbetreiber zutreffe. „Die meisten haben das Jahr 2020 schon abgeschrieben.“

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Ina Bogner vom Stadtmarketing Amberg
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