15.04.2019 - 17:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Verkehrsstatistik: Spitzenreiter mit 247 km/h

Der Audifahrer war auf der Landstraße so schnell wie die Mehrheit der Bundesbürger nicht mal annähernd auf der Autobahn fährt. Mit 247 Sachen erwischte ihn die Verkehrspolizei, die auch 2019 Raser ins Visier nehmen will.

Verkehrspolizeiinspektions-Chef Friedrich Böhm (Mitte), sein Stellvertreter Joseph Decker (rechts) und Ingo Witte, Leiter der Autobahnpolizei Schwandorf, erläutern die Verkehrsstatistik 2018.

Mit seinem Stellvertreter Joseph Decker und Ingo Witte, Leiter der Autobahnpolizei Schwandorf, stellte VPI-Chef Friedrich Böhm die Verkehrsstatistik 2018 vor. Seinen Worten nach verzeichnete die Verkehrspolizeiinspektion in ihrem Zuständigkeitsbereich 734 Unfälle, was gegenüber 2017 einen Rückgang bedeutet. Jedoch sei die Zahl der Verletzten angestiegen. Vier Menschen starben bei den Kollisionen (2017: acht Tote).

Anhand von drei schweren Auffahrunfällen (in zwei Fällen wurden die Fahrer getötet, im dritten die Beifahrerin) zeigte Böhm auf, welche fatalen Folgen Unaufmerksamkeit haben kann. "Das ist rein menschliches Versagen." Böhm erwähnte 11 Unfälle, bei denen Alkohol eine Rolle spielte. Das sei zwar der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre, aber "es sind trotzdem noch elf unbelehrbare Autofahrer". Dabei müsste es sich doch längst herumgesprochen haben, "dass die Polizei bei Alkohol und Drogen kein Pardon kennt", so Böhm weiter. Dass die Zahl derjenigen, die den Sicherheitsgurt nicht anlegen, rückläufig sei, führte der VPI-Leiter darauf zurück, dass in vielen Autos ein nerviges Piepsen ertöne, wenn man sich nicht anschnallt. Bedenklich nannte er die hohe Zahl der Autofahrer, die mit dem Handy telefonierend erwischt wurden. Seit Oktober 2017 werde das mit 100 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. "Jeder, der telefoniert oder das Handy in der Hand hält, ist abgelenkt", warnte Böhm und kündigte an, dass die Polizei nicht nachlassen wird in ihrer Kontrolltätigkeit.

Sehr viele Verwarnungen haben Autofahrer, die zu schnell dran waren, im vergangenen Jahr kassiert. Dass mehr Raser erwischt wurden, lag laut Böhm daran, dass die VPI die Zahl der Messungen und Einsatzstunden erhöht hat. Die Zahl der Beanstandungen (12 658 gegenüber 13 216 im Vorjahr) sei etwas rückläufig, was Böhm zu verhaltenem Optimismus veranlasste: "Vielleicht ist der präventive Charakter doch messbar." Jedoch sei der Anteil der Fahrverbote (376 gegenüber 367) leicht gestiegen. Das gibt es, wenn man mehr als 30 km/h innerorts und über 40 km/h außerorts unterwegs ist. Absoluter Spitzenreiter war ein Audifahrer, den die Polizei an einem frühen Sonntagabend im April mit 247/h auf der Landstraße bei Ebermannsdorf erwischte. Böhm kündigte an, dass weiterhin die Geschwindigkeit überwachen werde.

Info:

Knochen und Drogen

Die Verkehrspolizei misst auf den Autobahnabschnitten auch den Abstand. Dass die Verstöße gegenüber 2017 leicht rückläufig sind, liegt laut Inspektionschef Friedrich Böhm nicht an der Einsicht der Autofahrer. Vielmehr sei die Messanlage ausgefallen. Gefälschte Dokumente, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz: Auf all das stößt die zivile Fahndungs- und Kontrollgruppe der Polizei, die 2018 auch einen makabren Fund machte. Bei einer Kontrolle stießen die Beamten auf Menschenknochen. Die Autoinsassen, Mitglieder einer Musikgruppe, gaben an, diese zum Trommeln zu verwenden. Größte Funde bei der Schleierfahndung im Drogenbereich waren einmal 745 Gramm Crystal Meth aus Tschechien sowie 44,5 Kilo Ecstasy-Tabletten und 25 Kilo Marihuana aus Holland.

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