13.07.2021 - 12:30 Uhr
AmbergOberpfalz

Viel zu wenig Blutspenden: OPs im Klinikum Amberg könnten verschoben werden

Zu wenig Spenden, zu wenig Konserven in den Krankenhäusern: Der Blut-Mangel macht sich in den Kliniken Amberg und Weiden bemerkbar. Noch musste keine OP verschoben werden. Das könnte in der aktuellen Lage aber grundsätzlich schon geschehen.

Eine Blutkonserve wird während einer Spende gefüllt. Derzeit gibt es in Bayern zu wenige Blutspenden, was zu einem Mangel an Blutkonserven in den Krankenhäusern führt.
von Julian Trager Kontakt Profil

In den beiden großen Krankenhäusern in der Nordoberpfalz macht sich der Mangel an Blutkonserven bemerkbar. "Grundsätzlich haben wir nur etwa ein Drittel der üblichen Konserven-Anzahl vorrätig", erklärt Dr. Timo Schmidt, Oberarzt und OP-Koordinator am Klinikum Amberg. "Wir merken den Konservenmangel natürlich auch." Eine Operation sei deswegen aber bisher noch nicht verschoben worden. Aber: "Geplante Operationen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für die Notwendigkeit einer Bluttransfusion führen wir nur durch, wenn wir Blutkonserven für den Patienten bereitstellen können", sagt Schmidt. "Dies könnte grundsätzlich schon zu Verschiebungen von geplanten Operationen führen."

Dr. Jürgen Altmeppen, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin am Klinikum Weiden, sagt: "Auch wir bemerken, dass derzeit ein Mangel an Blutvorräten herrscht." Dieser Mangel hätte aber bis jetzt aufgefangen werden können. Alle Operationen würden extrem blutsparend durchgeführt werden. "Grundsätzlich sind die Kliniken Nordoberpfalz sehr zurückhaltend mit Fremdblutgaben", erklärt Altmeppen. Man halte sich eng an das Konzept des "Patient Blood Management". Dabei werde die Patientensicherheit durch die Stärkung der körpereigenen Blutreserven gesteigert. "Dennoch würden wir es natürlich sehr begrüßen, wenn die Bereitschaft zur Blutspende wieder zunehmen würde und die Blutvorräte dadurch wieder steigen", so Altmeppen.

Weil es zuletzt, auch wegen der Pandemie, viel zu wenige Blutspenden gab herrscht derzeit in Bayern eine Blutkonserven-Knappheit in den Krankenhäusern – die laut BRK in diesem Jahr zu einem Problem werden könnte. An einzelnen Kliniken im Freistaat mussten bereits Operationen abgesagt werden, weil zu wenig Blut vorrätig war. "Es herrscht noch kein bayernweiter Notstand, aber die Lage ist definitiv sehr ernst", sagte Patric Nohe vom Blutspendedienst des BRK.

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