20.02.2019 - 14:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Vier junge Asylbewerber: Keine Abschiebung vor einem Urteil

Sie sitzen weiterhin in Untersuchungshaft: die vier jugendlichen Asylsuchenden, die als Bahnhofs-Schläger zu Jahresbeginn Schlagzeilen machten.

Symbolbild
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Die vier jungen Asylbewerber, die um die Jahreswende wegen ihrer mutmaßlichen Attacken auf Unbeteiligte im Bahnhofs-Umfeld und der Innenstadt bundesweit für Schlagzeilen gesorgt haben, sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft. Das bestätigte auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien Staatsanwalt Oliver Wagner.

Demnach fand auf Antrag eines weiteren Beschuldigten inzwischen ein dritter Haftprüfungstermin statt. "Das Amtsgericht Amberg hat auch in diesem Falle den Haftbefehl aufrecht und in Vollzug belassen", antwortete Wagner. Bisher wurde die Anordnung und Fortdauer der Untersuchungshaft jeweils mit Fluchtgefahr begründet. Weiter betonte der gruppenleitende Staatsanwalt, "vor dem Abschluss des Ermittlungsverfahrens" und bei Anklageerhebung "vor einer rechtskräftigen Verurteilung" einer Abschiebung der Verdächtigen "nicht zuzustimmen".

Einer ausreisepflichtig

Wenige Tage nach dem auch politisch hohe Wellen schlagenden Vorfall vom 29. Dezember war bekannt geworden, dass ein 18-Jähriger aus dem beschuldigten Quartett afghanischer und iranischer Herkunft seit Februar 2018 ausreisepflichtig ist, weil sein Asylantrag abgelehnt wurde. Die zuständige, bei der Regierung angesiedelte Zentrale Ausländerbehörde der Oberpfalz (ZAB) bestätigte, dass sie gegen den jungen Mann "aufenthaltsbeendende Maßnahmen (...) eingeleitet" habe, diese jedoch wegen des Vetos der Staatsanwaltschaft nicht umsetzbar seien.

Den vier Beschuldigten im Alter zwischen 17 und 19 Jahren wird vorgeworfen, erheblich alkoholisiert an jenem frühen Samstagabend Zufallspassanten beim Bahnhof sowie in der Innenstadt attackiert zu haben. Bisher wird von zwölf leicht verletzten Opfern ausgegangen, wobei ein angegriffener Jugendlicher kurzzeitig zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben musste. Der strafrechtliche Vorwurf lautet auf gefährliche Körperverletzung, wobei unter anderem das Tatmerkmal, aus einer Gruppe heraus agiert zu haben, die Gefährlichkeit begründet.

Mit dem Zug gekommen

Die Jugendlichen lebten zum Zeitpunkt der beiden Vorfälle nicht oder nicht mehr in Amberg, hatten jedoch lose Bezüge besonders durch Bekanntschaften in die Stadt. Sie waren mit dem Zug gekommen.

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