22.01.2019 - 17:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Volle Auftragsbücher bei Maschinenbauer Baumann

Als Georg Baumann im Jahr 1984 sein Ingenieurbüro gegründet hat, konnte er nicht ahnen, einen Betrieb zu schaffen, der heute zu den größten in Amberg gehört. Elektromobiliät und Autonomes Fahren sind die Wachstumsgaranten.

Karl Ebnet ist seit 1996 bei Baumann Automation. Seit einigen Jahren ist er nun Geschäftsführer. Hier steht er neben einem selbstfahrenden Roboter, der zu automatischen Bestückung von Anlagen eingesetzt ist.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Fast 600 Mitarbeiter und 100 Millionen Euro Umsatz, mehr als 4000 installierte Anlagen in 22 Ländern, Niederlassungen in acht Nationen und neuerdings eine Mehrheitsbeteiligung am mexikanischen Unternehmen Vectralis - die Baumann Automation im Industriegebiet Nord ist in der Branche längst schon kein Geheimtipp mehr, kein Hidden Champion. Karl Ebnet ist seit 1996 bei Baumann. Damals war das noch ein kleiner Fisch in der Automatisierungs-Branche. Heute sitzt Ebnet auf dem Stuhl des Geschäftsführers und verantwortet die stete Weiterentwicklung des Unternehmens Baumann Automation. Mit Sorge sieht er die zunehmenden Probleme der USA mit China und Mexiko. Noch spüren sie bei Baumann keine Auswirkung, doch die Exportquote liegt bei 40 Prozent, das Meiste davon geht nach Mexiko und China. "Wenn das nicht aufhört, dann wird es zu Problemen kommen", ist sich Ebnet sicher.

Auftragsbücher sind voll

Augenblicklich sieht es aber so aus, dass Baumann bis Ende 2019 schon keinen Liefertermin mehr frei hat. Wer heute hier eine hochmoderne Produktionslinie bestellt, muss sich bis 2020 gedulden. Waren es früher die Hersteller von Mobiltelefonen und Photovoltaikanlagen, die bei Baumann geordert haben, ist es heute hauptsächlich die erweiterte Automobilindustrie. Zwischen 80 und 90 Prozent der Aufträge, so schätzt Karl Ebnet, kommen aus diesem Bereich. Vor allem die Themenbereiche Elektromobilität und Autonomes Fahren haben Baumann viele Kunden-Bestellungen beschert. Gerade entsteht in der Produktionshalle eine Linie zur Herstellung von Batterien für den Einbau in Elektroautos.

"Der Weg in diese Richtung ist eingeschlagen", sagt Karl Ebnet und meint die Weichenstellung aller großen Automobilhersteller in Richtung Elektro. Baumann liefert die Produktionslinien dazu. Alles hoch automatisch, eine Abfolge von Prozessen, die in den typischen Baumann-Boxen aus den einzelnen Batterie-Zellen so nach und nach vollständige Batterieeinheiten herstellen, die sofort in die Fahrzeuge eingebaut werden können. Die längste dieser Produktionslinien ist satte 106 Meter lang.

Arroganz wäre falsch

Gleiches gilt für den Bereich Autonomes Fahren, hier ist das Amberger Unternehmen derzeit in der Entwicklung und im Bau von Produktionseinheiten für die dafür benötigten Kameras eingebunden. "Die Kunden in diesen Sektoren sind sehr innovativ", sagt Karl Ebnet. Angst um die Zukunft hat er daher nicht. Im Gegenteil: Dieser Industriezweig wird Baumann Automation seiner Einschätzung nach auch in Zukunft reichlich Aufträge einbringen. Wie auch das zweite Standbein, Entwicklung und Bau von Prüfanlagen - beispielsweise für den Test der Radaranlagen, die für das Autonome Fahren notwendig werden. Wichtig ist es Ebnet dabei aber, niemals die Bodenhaftung zu verlieren. "Arroganz ist der größte Feind der Entwicklung", so sagt er. Und es ist ihm ohne Zweifel ernst damit. Angemerkt

Baumann-Automation:

Mitarbeiter sind immer gesucht

Der Firmengründer ist einer, der Geschäftsführer ebenso und die meisten Mitarbeiter ohnehin: Oberpfälzer. Die Baumann Automation ist zwar weltweit tätig, doch trotzdem so solide bodenständig wie die Menschen, die dahinter stehen. Kunden wie Bosch, Mercedes Benz, Continental oder Infineon wissen diese Eigenschaft zu schätzen. „Wir leben vom Vertrauen unserer Kunden, Vertrauen ist die Grundbasis“, sagt er voller Überzeugung. Wer bei Baumann bestellt, bekommt zuverlässig ein hochinnovatives Produkt, das auch funktioniert. „Wir halten, was wir versprechen“, bringt es Karl Ebnet auf einen kurzen Nenner.

Um das zu können, braucht Baumann gute Mitarbeiter. Meist Facharbeiter und Ingenieure – also genau das, was derzeit alle suchen. Baumann bildet aus, Baumann gibt Stipendien aus und ermöglicht duale Studiengänge. Die Mitarbeiter lohnen es mit großer Firmentreue. 35 Jahre sind die Baumänner im Schnitt jung, viele von ihnen stehen am Anfang einer Familiengründung. Um sie zu halten, sind ebenfalls Innovationen gefragt. Und so plant Baumann beispielsweise die Errichtung eines eigenen Waldkindergartens. Die Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters, das Ziel, die Fähigkeiten und Persönlichkeiten zu fördern, das sind zwei elementare Punkte in der Firmenphilosophie, das ist Karl Ebnet wichtig. Und wie auf Kommando läuft im Nebenraum in der Mittagspause gerade eine muntere Kicker-Partie.

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