19.04.2021 - 10:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Vorstrafen und Pöbeleien: 52-Jähriger muss nun ins Gefängnis

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Er hat seine Stimmungs- und Gemütslagen nicht unter Kontrolle, lässt dem Ärger freien Lauf. Oft gab es Bewährungschancen, die der 52-Jährge ignorierte. Jetzt wandert er hinter Gitter.

Ein 52-Jähriger wandert nun wegen etlicher Verstöße gegen das Gesetz endgültig hinter Gitter.
von Autor HWOProfil

Der Mann brachte ein Dutzend Vorstrafen mit. Etliche davon wurden wegen seiner Unbeherrschtheiten verhängt. Auch in dem nun vor der 2. Strafkammer des Landgerichts angesetzten Berufungsverfahren ging es um einen Sachverhalt, der offenbar in tief verankertem Groll seine Ursache hatte. "Und eine neue Anklageschrift gibt es bereits", stellte die Richterin nach Durchsicht von Unterlagen fest.

Amberger Polizisten hatten den 52-Jährigen kontrolliert. Weit über eine Woche später erschien er auf der Wache an der Kümmersbrucker Straße und erstattete Anzeige, weil ihn einer der Beamten angeblich misshandelt hatte. Damit kam ein Ermittlungsverfahren gegen den Ordnungshüter wegen Körperverletzung im Amt in Gang. Nach vier Monaten stellte es die Staatsanwaltschaft ein. Längstens ab dann galten die Vorwürfe als falsche Verdächtigung. Denn sie hatten sich als haltlos erwiesen.

Angesichts der langen Vorstrafenliste hatte das Amtsgericht eine Haftstrafe von sieben Monaten verhängt und keinen Grund dafür gesehen, die Ahndung wieder einmal zur Bewährung auszusetzen. Doch ins Gefängnis wollte der 52-Jährige keinesfalls. Zusammen mit Anwalt Andreas Lösche zog er vor das Landgericht und beschränkte seinen Einspruch auf die sogenannten Rechtsfolgen des Ersturteils. Damit galt die unwahre Anschuldigung als erwiesen, ging es nur noch um die Frage einer erneuten Bewährung.

Die den Vorsitz der Strafkammer führende Landgerichtsvizepräsidentin Jutta Schmiedel blätterte lange in den vorhandenen Unterlagen und stellte fest: "Sie standen unter Bewährung, als diese falsche Verdächtigung geschah." Hinzu kam, dass es unterdessen eine erneute Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gegen den 52-Jährigen gibt. Dabei soll der Mann an einer Imbissbude völlig ansatzlos zwei Polizeibeamte, die sich dort aufhielten, beleidigt haben.

"Muss man ihn einsperren?", fragte Anwalt Lösche in seinem Plädoyer. Die Antwort gab Oberstaatsanwalt Jürgen Konrad. "Ja, das muss man", sagte er und fügte hinzu, dass ein solcher Schritt unumgänglich sei bei einem, der in der Vergangenheit immer wieder die Chance von Bewährungen ignoriert habe. Konrad legte der Strafkammer nahe, den Einspruch zu verwerfen und bekam Zustimmung. Die 2. Strafkammer sah keinerlei Grund, das Ersturteil zu ändern.

Richterin Schmiedel schickte den 52-Jährigen für sieben Monate ins Gefängnis und ließ erkennen, dass er den Polizeibeamten grundlos unter Verdacht gebracht habe. "Solche Vorgehensweisen sind für Sie Normalität", tadelte die Vorsitzende. Der Amberger muss nun damit rechnen, dass eine noch offene fünfmonatige Bewährungsstrafe widerrufen wird. Im Prozessverlauf hatte er Einsicht signalisiert und darauf gepocht, dass ihm psychologische Hilfe zuteil werden müsse.

Mehr aus dem Gerichtssaal

Amberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.