16.03.2020 - 19:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach der Wahl: Neue Machtverhältnisse in Amberg-Sulzbacher Gemeinden

2014 war die CSU die große Gewinnerin der Bürgermeisterwahlen in Amberg-Sulzbach. Sie kam damals auf 17 von 27 Bürgermeisterposten im Landkreis, gewann zwei dazu. Dieses Mal ist das Ergebnis nicht ganz so eindeutig.

Die roten Umschläge für die Briefwahl machten überall einen Großteil der auszuzählenden Stimmen aus.
von Markus Müller Kontakt Profil

Zwar gelang es der CSU in Gestalt von Peter Achatzi, das Rathaus in Neukirchen von der SPD zu erobern, doch auf der anderen Seite ging Ensdorf an die SPD verloren und Königstein an die Freien Wähler. Bereits 2019 war bei der Nachwahl in Poppenricht der Sozialdemokrat Roger Hoffmann Nachfolger des langjährigen CSU-Bürgermeisters Franz Birkl geworden.

Nach aktuellem Stand stellt die CSU 13 Bürgermeister. Sie kann noch auf drei Stichwahlen hoffen: in Ammerthal, Freihung und Schnaittenbach treten ihre Bewerber aus aussichtsreichen Positionen gegen FW- bzw. SPD-Kandidaten an.

Die SPD verteidigte durch Brigitte Bachmann den Bürgermeisterposten in der Gemeinde Birgland und gewann durch Hans Ram Ensdorf dazu. Doch tut ihr der Verlust von Neukirchen weh. Zudem steht Bürgermeister Hans Durst in Hirschbach bei der Stichwahl gegen einen unabhängigen Kandidaten auf der Kippe. In Schnaittenbach muss Kreisvorsitzender Uwe Bergmann in die Stichwahl; er hat nach der ersten Runde mehr als fünf Prozentpunkte Rückstand auf Marcus Eichenmüller von der CSU.

Ziemlich erfreulich gestalteten sich die Ergebnisse des Sonntags für die Freien Wähler. Mit Ausnahme der Stichwahl in Ammerthal brachten sie ihre amtierenden Gemeindeoberhäupter sofort alle durch, eroberten zudem durch Bernhard Köller Königstein und konnten in Ursensollen auf den scheidenden Bürgermeister Franz Mädler ihren Kreisvorsitzenden Albert Geitner folgen lassen. In Freihung geht Uwe König knapp aus der Spitzenposition in die Stichwahl. Die aktuelle Zahl von fünf Bürgermeistern kann also noch wachsen.

Zum Ergebnis der Landratswahl in Amberg-Sulzbach

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Auch die Sitzverteilung in den Gemeinderäten weist einige überraschende Entwicklungen auf. So ist in Königstein aus einem 6:6 zwischen CSU und Freien Wählern ein 7:5 für die FW geworden; dazu kommt noch der FW-Bürgermeister. In Kümmersbruck lagen CSU und SPD bisher gleichauf, jetzt hat sich die CSU mit 12:8 abgesetzt.

Bemerkenswert zudem, dass in Ammerthal die beiden Gruppierungen, die Bürgermeisterin Alexandra Sitter unterstützten und eine Mehrheit im Gemeinderat hatten, zusammen nur noch auf 6 von 14 Sitzen kommen. Ihre Kontrahenten von CSU (5) und CWG (2) sind vorbeigezogen. Die Neulinge vom "Bündnis Zukunft Ammerthal" brachten es auf ein Mandat.

In Ebermannsdorf hat die CSU nach den internen Querelen ihre Mehrheit (8 von 14 Sitzen) verloren, vor allem durch das Ergebnis der abgespaltenen Liste CSL (3 Sitze). Die CSU stellt noch sechs Gemeinderäte.

Zu den Ergebnissen der einzelnen Bürgermeisterwahlen in Amberg-Sulzbach

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