Amberg
18.11.2021 - 11:10 Uhr

Walter Herding nimmt nach 27 Jahren seinen Abschied

Der Amberger Unternehmer ist ein absolutes Urgestein des Fördervereins "Amberger Freunde der OTH Amberg-Weiden". Jetzt hat er sich nach 27 Jahren aus dem Gremium verabschiedet. Doch ganz ohne einen Herding geht es dann doch nicht.

Abschied von einem Urgestein der "Amberger Freunde der OTH Amberg-Weiden" (von links): Erich Voss, stellvertretender Vorsitzender, Walter Herding, Professor Clemens Bulitta und Franz Mende, Vorsitzender des Fördervereins. Bild: Wiesel/OTH Amberg-Weiden/exb
Abschied von einem Urgestein der "Amberger Freunde der OTH Amberg-Weiden" (von links): Erich Voss, stellvertretender Vorsitzender, Walter Herding, Professor Clemens Bulitta und Franz Mende, Vorsitzender des Fördervereins.

Deutschlandstipendien, Förderpreise, Exkursionen, Campusfeste, Zuschüsse für verschiedene Aktionen – die beiden Fördervereine der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden unterstützen, wo Projekte der Hochschule einer besonderen Unterstützung bedürfen. Dafür hat der Förderverein „Amberger Freunde der OTH Amberg-Weiden e.V.“ seit seiner Gründung im Jahr 1995 die Hochschule mit rund einer Millionen Euro gefördert. Das verkündete der Fördervereinsvorsitzende Franz Mende bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung.

„Als Förderverein kümmern wir uns um die Studierenden und die Belange der

Hochschule und helfen vor allem finanziell, um akute Engpässe aus dem vorliegenden Etat zu überwinden. Dass wir nun die magische Schwelle von einer Million Euro überschritten haben, ist nur durch das Engagement unserer Mitglieder möglich“, so Franz Mende laut Pressemitteilung.

Vieles wäre nicht möglich gewesen

„Vieles an unserer Hochschule wäre ohne die Unterstützung der Fördervereine nicht möglich und sie tragen erheblich dazu bei, dass sich die Studierenden auf dem Campus wohlfühlen. Zudem ist besonders die Beteiligung des Fördervereins bei der Vergabe der Deutschlandstipendien und Förderpreise hervorzuheben“, betont Professsor Clemens Bulitta, der neue Präsident der OTH Amberg-Weiden.

Vor der Neuwahl bedankte sich Franz Mende bei den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern: Walter Herding arbeitete über 20 Jahre im Vorstand mit – unter anderem als Vorsitzender. Werner Dürgner war die vergangenen sechs Jahre als Schatzmeister tätig. Der Dank ging auch an die „von Amtswegen“ ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Professor Andrea Klug und Markus Nitsch. Neu in den Vorstandschaft gewählt wurden Urs Herding, Thomas Pickel, Mirko Mondan und Udo Hartmann.

Zentraler Faktor für Regionalentwicklung

Anschließend diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Hochschule entlang einiger Querschnittsthemen über die Rolle der OTH Amberg-Weiden in der Regionalentwicklung. Im Mittelpunkt stand dabei das „lebenslange Lernen“. Für Präsident Clemens Bulitta beschreibt dieses Schlagwort „die Kompetenz, lernen zu lernen“ – und damit eine Geisteshaltung oder Lebenseinstellung. In der Wirtschaft würden die Lerninhalte immer weniger von Vorgesetzten definiert, sondern entstünden aus der teammäßigen Befassung der Mitarbeiter mit Herausforderungen, stellte Fördervereinsvorsitzender Franz Mende dar.

Die Hochschule solle, so wünschte es sich Firmenchef Urs Herding, ihren Studierenden einen „gut gefüllten Kasten mit Handwerkszeug“ an die Hand geben – also vor allem Methodenkompetenz und Denksystematik vermitteln. Wie im Miteinander von Wirtschaft und Hochschule eine „lernende Region“ entstehen könnte, skizzierte Professor Wolfgang Weber. Dass 80 Prozent der Absolventen Arbeit in der Region fänden, zeuge von der Attraktivität der mittleren und nördlichen Oberpfalz: „Die Zielsetzungen der Hochschulgründung vor 27 Jahren waren insbesondere die Schaffung eines attraktiven Angebots wohnortnaher Studienplätze in zukunftsweisenden Studiengängen und ein strukturpolitischer Auftrag. Diese Ziele wurden erfüllt: Wo wären unsere 3.800 Studierenden und ihre Vorgänger-Generationen, wenn die Neugründung nicht erfolgt wäre? Und wo wären die zwischenzeitlich 8.500 Absolventen? Wir können davon ausgehen, dass sie unserer Region verloren gegangen wären. Die OTH Amberg-Weiden ist damit ein zentraler Faktor der Regionalentwicklung, auch hinsichtlich der Kaufkraft unserer Studierenden und Beschäftigten vor Ort.“

Internationale Studenten begeistern

Dieser These stimmte Reiner Haus als Vertreter des IHK-Gremiums Amberg-Sulzbach grundsätzlich zu. Doch differenzierte er zwischen Anziehungskraft und Arbeitskräfteangebot und nahm vor allem die international Studierenden in den Blick. Firmen und Hochschule müssten gemeinsam junge Menschen in aller Welt für ein Studium und eine Karriere in der Region begeistern.

Amberg18.06.2021
Service:

Der Vorstand des Fördervereins "Amberger Freunde der OTH Amberg-Weiden"

  • Vorsitzender: Franz Mende, Fa. Siemens
  • 2. Vorsitzender: Erich Voss
  • weiterer Vorsitzender: Urs Herding, Fa. Herding
  • Schatzmeister: Thomas Pickel
  • Schriftführerin: Christina Opitz, OTH Amberg-Weiden
  • Beisitzer: Mirko Mondan (Gebrüder Dorfner), Jürgen Kandziora (Oberpfalz-Medien), Martin Wurdack (Leiter Berufsschule), Dieter Paintner (VR-Bank Amberg), Udo Hartmann (Renner + Hartmann Consult)
  • Weitere Vorstandsmitglieder: Michael Cerny (OB Stadt Amberg), Clemens Bulitta (Präsident OTH), Richard Reisinger (Landrat), Rainer Haus (Vorsitzender IHK-Gremium), Silke Grimm (Agentur für Arbeit), Johann Weber (Kreishandwerksmeister)
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.