08.09.2020 - 14:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Warten hat ein Ende: Bäumlstraße in Amberg wird erneuert

Es gibt Amberger, die warten seit Jahrzehnten auf diese Nachricht: Die Bäumlstraße wird erneuert! Der Abschnitt zwischen Mosacherweg und Silbergrubstraße soll Anfang Dezember fertig sein, im Frühjahr folgt der Rest.

von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Schief und bucklig, dazu unzählige Risse und Löcher: Das ist die Bäumlstraße im Dreifaltigkeitsviertel. Oberbürgermeister Michael Cerny vermeidet den absoluten Negativ-Superlativ, aber bei dieser Aussage ist sich der Rathauschef sicher: "Die Bäumlstraße ist eine der schlechtesten Straßen im ganzen Stadtgebiet." Josef Setzer aus dem Amberger Tiefbauamt, mit dem sich Cerny am Dienstagmorgen zum Ortstermin traf, sieht es nicht anders und sagt über den Zustand der Fahrbahn: "Das wäre hier nicht mehr lange zu halten gewesen. Die Straße ist wirklich eine der schlechtesten Ambergs."

Bis Dezember gesperrt

Bereits im Jahr 2005 hatte der Auto-Club Europa auf die vielen Risse, Spurrillen und andere Unebenheiten aufmerksam gemacht und symbolisch in den Schlaglöchern Stiefmütterchen platziert. Stiefmütterlich wird die Bäumlstraße, die schon weit vor 2005 in einem miesen Zustand war, nun aber nicht mehr behandelt. Die Erneuerung des ersten Teilabschnitts läuft bereits. Zwischen Mosacherweg und Silbergrubstraße ist die Bäumlstraße laut Josef Setzer voraussichtlich bis Anfang Dezember gesperrt. Gleiches gilt für die Meillerstraße, die eine Verbindung zur Moritzstraße darstellt. Anwohner haben bis zur Baustelle freie Fahrt.

Apropos Anwohner: Laut Cerny gab es mit ihnen im Vorfeld mehrere Gespräche. Die Kernaussage aus Sicht der Stadt gibt Setzer wieder: "Die ausführende Firma Englhard ist bekannt dafür, dass sie möglichst viel Rücksicht auf die Anwohner nimmt. Die Belastungen sollen so kurz und so gering wie möglich gehalten werden." Das Projekt, das die Stadt mit ihrem Tiefbauamt in Eigenregie und ohne Hilfe durch ein externes Planungsbüro in Angriff nimmt, habe es in sich: "Das ist keine einfache Baustelle. Im Boden befinden sich relativ viele Versorgungsleitungen. Da müssen wir absichern und vorsichtig graben", sagt Setzer und erklärt, dass auch deswegen eine reine Sanierung der Fahrbahn nicht ausreiche.

Damals bewusst mit Wölbung

Die Bäumlstraße sei früher ganz bewusst mit der für sie typischen Wölbung gebaut worden, "damit das Wasser abfließen kann". Diese Buckel zu entfernen, sei relativ aufwendig: "Eine reine Deckensanierung geht nicht. Wenn wir das in der Mitte wegnehmen, bricht die Straße sein." Wegen der neuen Straßenquerneigung müsse auch die Entwässerung geändert beziehungsweise ergänzt werden. Hinzu komme, dass die Straße auch unterirdisch Modernisierungsbedarf habe. Das Kanalsystem sei zwar weitgehend intakt, punktuell müsse aber wegen einiger Schäden und Erneuerungen von Hausanschlüssen auch in die Tiefe gegangen werden. Die Arbeiten sollen Anfang Dezember fertig sein. Im Februar oder März kommt laut Setzer der Bereich zwischen Silbergrub- und Dreifaltigkeitsstraße an die Reihe. Das könne sich je nach Witterung bis in den Sommer ziehen.

Auch Dreifaltigkeitsstraße

Wenn alles erledigt ist, folgen die Pflaster- und Asphaltarbeiten für beide Teilstücke auf 310 Metern. Insgesamt investiert die Stadt 650.000 Euro. Wie Oberbürgermeister Michael Cerny am Dienstag ergänzend wissen ließ, soll bei dieser Gelegenheit auch die Dreifaltigkeitsstraße eine neue Oberfläche erhalten. Auch auf ihr hatte der Auto-Club Europa 2005 Stiefmütterchen in Schlaglöcher gestellt, um auf die aus seiner Sicht bestehenden Missstände aufmerksam zu machen.

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