28.05.2020 - 09:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Das Warten auf den Kinostart

Endlich wieder ins Kino und Filme mit Popcorn im bequemen Sessel genießen: Ab 15. Juni soll das in Bayern wieder möglich sein. Die Betreiber in der Region Amberg-Sulzbach reagieren abwartend. Mit Abstand hat das zunächst aber nichts zu tun.

Volles Haus bei der Premiere des Kinostreifens "Fifty Shades of Grey" im Jahr 2017 im Amberger Cineplex: Bilder wie diese dürften der Vergangenheit angehören, um in Zukunft eine Infektion mit dem Coronavirus im Kinosessel auszuschließen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Dieter Hierstetter betreibt mit dem Lu-Li-Kino in Sulzbach-Rosenberg eine echte Familienfilmbühne. Knapp 300 Besucher kann seine Einrichtung fassen. Wochenlang konnte er sein Haus wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus nicht aufsperren. Ab 15. Juni soll das in Bayern jedoch wieder möglich sein - unter strengen Hygieneauflagen und Abstandsregeln. "Wir werden aber am 15. Juni sicher noch nicht öffnen", ist sich Hierstetter sicher. Die Gründe sind vielschichtig.

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"Die Verleiher haben nichts Aktuelles zu spielen", erklärt er. Auf einen Film zurückzugreifen, den man schon gespielt habe, komme für ihn nicht in Frage. "Wir warten ab, bis ein entsprechendes Programm zur Verfügung steht". Gut zwei Wochen seien es noch, bis die Kinos wieder öffnen dürfen. "Es kommt drauf an, wie schnell die Filmverleiher darauf reagieren können." Im Normalfall brauchten die Verleiher zwischen vier und sechs Wochen Vorlauf, um einen neuen Film zu bewerben.

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"Könnten jederzeit öffnen"

"Wir verfolgen täglich, was geplant wird. Wir können auch jederzeit öffnen", sagt Hierstetter. Es sei alles eine große Abwägungsfrage. "Jetzt im Sommer sitzen die Menschen doch lieber draußen. Wenn ich bedenke, wie zurückhaltend die Menschen auch auf die Öffnung in der Gastronomie reagieren: Unterm Strich fürchte ich, dass ich mehr Kosten als Nutzen habe." Vielleicht könne man zwei Wochen später den Kinosaal in Sulzbach-Rosenberg öffnen. "Abhängig davon, ob die Verleiher interessante Ware auf den Markt bringen."

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Hinzu kämen die Auflagen für Abstand und Hygiene: "Im Kino ist das etwas Anderes als in der Gastronomie", erklärt Hierstetter seine Bedenken. Links, rechts ein Platz frei und vielleicht auch vorn und hinten. "Da muss ich extrem viele Sessel frei lassen." Natürlich habe er als Familienbetrieb einen Vorteil gegenüber den größeren Häusern. "Denn ich muss nicht so viel Personal vorhalten." Doch die Gesundheit seiner Familie sei freilich auch ein gewichtiger Punkt. "Schön, dass man wieder öffnen darf. Aber wir bewegen uns in geschlossenen Räumen und haben viel Kontakt mit Besuchern."

Cineplex wartet auf Vorgaben der Ministerien

Wie es mit dem Cineplex in Amberg derweil weitergeht, welche Maßnahmen zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln getroffen werden müssen, all das werde sich in den kommenden Tagen entscheiden, erklärt Kinosprecherin Manuela Pabst. Man habe vom Digital- und Gesundheitsministerium noch kein konkretes Hygienekonzept vorliegen. Davon hänge eben auch ab, ob man bereits zum 15. Juni öffnen könne. "Erst wenn die Vorgaben uns bekannt sind, können wir eine Einschätzung geben."

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