27.07.2018 - 17:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Warten ein Skandal

"Unter diesen Umständen zu trauern ist eigentlich unmöglich", meint unser Kollege in der Amberger Redaktion in einem Kommentar zur Trauerfeier für Sophia L. Die Leiche ist immer noch nicht aus Spanien überführt.

Trauern kann man nur, wenn man Abschied nehmen kann.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Alle Trauerfeiern sind traurig. Immer wenn sich Menschen von einem ihrer Liebsten verabschieden müssen, ist das für die Betroffenen schlimm und herzzerreißend. Bei diesem Gottesdienst kommen zur Trauer aber Umstände hinzu, die das Ganze unsäglich – und Trauer eigentlich unmöglich – machen.

Denn zu trauern bedeutet Abschied zu nehmen. Und Abschied nehmen kann man nur, wenn jemand geht. Sophia L. aber darf anscheinend nicht gehen, sie darf nicht einmal zurück zu ihrer Familie. Noch immer sind die sterblichen Überreste der jungen Frau nicht aus Spanien überstellt. Dabei hat sie die Rechtsmedizin dort bereits vor über einem Monat identifiziert. Und auch die Auslieferung des mutmaßlichen Täters nach Deutschland ist bereits in die Wege geleitet.

Dass die spanischen Behörden die Verwandten und Freunde der jungen Frau so lange warten lassen, ist ein Skandal, der die Zusammenarbeit von Polizei und Justiz in Europa in ein denkbar schlechtes Licht rückt. Die Behörden missachten die Gefühle der Hinterbliebenen. Als ob diese durch die grausame Tat und die holprigen Ermittlungen danach nicht schon genug gelitten hätten.

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