28.08.2018 - 10:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf dem Weg zur Chancengleichheit

Beachtung findet in diesem Jahr "100 Jahre Wahlrecht für Frauen". Doch auch die Agentur für Arbeit weist auf ein Jubiläum hin. Seit 20 Jahren ist es gesetzlich verankert, dass es Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt gibt.

Markus Nitsch, Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf und Dorothea Seitz-Dobler, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt machen darauf aufmerksam, dass es bei der Chancengleichheit von Frauen und Männern noch viel zu tun gibt.

(exb) Seit 2008 übernimmt diese Aufgabe Dorothea Seitz-Dobler aus Schwandorf. 1998 wurden die gesetzlichen Grundlagen im Bereich der Arbeitsförderung neu geregelt. Das Sozialgesetzbuch III wurde zum 1. Januar 1998 eingeführt und das Thema Chancengleichheit von Frauen und Männern in das Gesetz aufgenommen. In jeder Agentur für Arbeit gibt es laut einer Pressemitteilung seitdem eine Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. "Drei Aspekte haben sie besonders im Blick: Die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt, die Frauenförderung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf", sagt der Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf, Markus Nitsch.

Frauenanteil 44,4 Prozent

Am 30. Juni vergangenen Jahres waren laut dem Schreiben im Agenturbezirk Schwandorf (Landkreise Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie Stadt Amberg) 161 888 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, der Frauenanteil lag bei 44,4 Prozent. Damit sei die Beschäftigung von Frauen im Agenturbezirk auf Wachstumskurs und liege nur noch knapp unter dem Bayernschnitt von 45,7 Prozent. Allerdings seien Teilzeit und Minijob "weiblich", sagt Seitz-Dobler: 36 657 Frauen arbeiteten in Teilzeit im Gegensatz zu 6244 Männern, das entspricht einem Anteil von 85:15 Prozent. Insgesamt 17 213 Frauen seien ausschließlich geringfügig beschäftigt. Im Gegensatz dazu weise die Statistik 7274 Männer in diesem Modell aus. Teilzeitbeschäftigung und Minijob stehen laut Seitz-Dobler in der Regel für niedrigeren Verdienst, geringere Karrierechancen und Altersarmut. Trotzdem sinke die Zahl der ausschließlich geringfügig beschäftigten Frauen kontinuierlich, 2009 sei sie noch mehr als acht Prozent höher gewesen, was auf die gute Arbeitsmarktlage zurückzuführen sei. Aber auch der Ausbau der Kinderbetreuung bringe mehr Frauen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das Angebot bleibe aber in den Krippen und Kindergärten deutlich hinter dem Bedarf zurück. Auch im Bereich der Betreuung von Grundschulkindern gebe es Nachholbedarf.

Die meisten Frauen arbeiten laut Angaben der Agentur für Arbeit in den Sparten Gesundheitswesen, Handel und Verwaltung. Entsprechend dominierten bei der Berufswahl nach traditionellem Rollen- und Berufsbild die Büro-, medizinischen, Verkaufs- und sozialen Berufe. In den vergangenen 20 Jahren seien Änderungen im Erwerbsverhalten von Frauen erkennbar gewesen, die die Arbeit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beeinflussen. Dorothea Seitz-Dobler: "So nehmen die meisten Berufsrückkehrerinnen nach einer Familienphase deutlich früher wieder die Berufstätigkeit auf."

Durch den Fachkräfte-Engpass steige auch für Frauen die Chance auf eine neue Beschäftigung. Hier werden, unterstützt durch die Wiedereinstiegs-Beraterinnen der Agentur für Arbeit, Frauen angesprochen, die meist aus familiären Gründen länger nicht mehr berufstätig waren. Sie sollen in gesuchten Berufsbereichen ihren beruflichen Wiedereinstieg finden. So finden in der Hauptagentur und an den Geschäftsstellen Informationsveranstaltungen statt und einmal jährlich gibt es einen Frauen-Info-Tag.

Individuelle Beratung

Das Fazit von Seitz-Dobler: "Chancengleichheit von Männern und Frauen wird vielbeschworen, ist aber noch längst nicht Realität. Doch aktuell sind die Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt sehr gut und bieten nicht nur Gelegenheit für einen Wiedereinstieg in Berufsleben. Wer sich noch einmal umorientieren möchte oder eine berufliche Qualifizierung plant, sollte die Gunst der Stunde nutzen. Die Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit sind individuell und vielfältig." Erreichbar ist die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt unter der Adresse Schwandorf.BCA[at]arbeitsagentur[dot]de oder unter 09431/200-250.

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