Amberg
11.11.2018 - 12:59 Uhr

Wegen Deo hinter Gittern

Es ist wohl das teuerste Deodorant des Jahres. Es kostet eigentlich nur 1,55 Euro. Doch weil ein 43-Jähriger das Spray an der Ladenkasse vorbei schmuggelt, muss der notorische Dieb nun acht Wochen in Gefängnis.

Symbolbild Bild: agentur_dpa
Symbolbild

Richterin Julia Taubmann kannte den Mann und hielt ihm zugute: "Diesmal sind Sie wenigstens pünktlich und ich muss Sie nicht von der Polizei vorführen lassen." Doch andererseits fiel ins Gewicht, dass man den 43-Jährigen erst im März aus der Strafhaft entlassen hatte. Zwei Monate später tauchte er in einem Supermarkt auf und steckte ein Deo ein. An der Kasse bezahlte der Arbeitslose ein Eis und wollte gehen, als ihn eine Verkäuferin stellte. Die Frau hatte den Diebstahl beobachtet und fragte: "Haben Sie nicht etwas vergessen?" Das erzürnte den ertappten Dieb. Er sprach von einem Versehen und führte ins Feld, sein Mobiltelefon habe gerade in dem Augenblick geklingelt, als er das Deo in Händen hielt.

Folglich sei es in die Umhängetasche gelangt. Mit diesem Argument versuchte er jetzt auch der Richterin sein Verhalten klar zu machen. Da schmunzelte die Vorsitzende und hielt entgegen: "Sie müssen endlich mal aufhören mit dem Stehlen." Das ließ den Beschuldigten nicht ruhen. Er entrüstete sich, dass man offenbar stets nur ihn im Visier habe. Sein Unmut vergrößerte sich, als ihn Staatsanwältin Christine Apfelbacher einen unbelehrbaren Dieb nannte und verlangte, die Richterin möge den 43-Jährigen vier Monate einsperren.

"Wir müssen hier nicht herumreden", sagte Taubmann, denn: "Sie haben das Ding eingesteckt." Trotz dieser Bewertung blieb sie unter der Forderung der Staatsanwältin und halbierte den Strafantrag auf zwei Monate. Diese acht Wochen muss der Ladendieb absitzen. "Anders kann man es nicht machen, wenn Sie dauernd klauen", gab die Richterin dem Amberger mit auf den Weg in die JVA.

 
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