29.04.2020 - 14:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Weniger Sorgen, mehr Bewegung: Wie Menschen in Amberg seit Corona ihr Verhalten ändern

Wie haben die Menschen seit Corona ihr Verhalten geändert? Wie bewegen sie sich? Seit März erheben Robert-Koch-Institut und Humboldt-Universität Berlin tagesaktuell Mobilitätsdaten - auch im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg.

von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Täglich werden anonymisierte Mobilfunkdaten gewonnen und daraus anonymisierte und aggregierte Bewegungsströme dargestellt. Dr. Roland Brey, der Leiter des Amberger Gesundheitsamtes, hat sich die Daten für den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg angeschaut. Die Zahlen stellen den prozentualen Rückgang an einem Tag zu den üblicherweise zu erwartenden Werten für den jeweiligen Wochentag dar und beantworten somit die Frage: Wie viel weniger sind Leute unterwegs?

Die Datenreihe beginnt am 11. März. Die ersten Fälle im Amberg-Sulzbacher Land waren in der Woche zuvor (zehnte Kalenderwoche) gemeldet worden. Im Landkreis Amberg-Sulzbach zeigt sich in der elften Kalenderwoche ein Rückgang der Mobilität um 15 %. (Vergleichswert für ganz Deutschland: - 2%). Bis 20. März sinkt der Wert auf – 27% (D: - 26%).

Am Samstag, 21. März, also am Tag des Inkrafttretens der Ausgangsbeschränkungen in Bayern kommt es zu einem Minus von 62% (D: -46%). Danach finden sich die stärksten Rückgänge am Sonntag, 29. März, mit - 61% (D: - 55%), am Karfreitag, 10. April, - 70% (an diesem Tag in ganz Deutschland ungewöhnlich geringe Mobilität mit - 58%), am Ostermontag, 13. April, - 70% (D: - 60%). Das Niveau liegt sonst bei einer Reduktion um rund 30 bis 40 %.

Ab Montag, 20. April, ist ein Anstieg im Sinne einer höheren Mobilität zu erkennen. Zuletzt am Sonntag, 26. April, betrug der Rückgang noch - 28% (D: - 18%).

Mobilität von lokalen Fallzahlen abhängig

"Man wird sehen, wie sich die Lockerungen auswirken werden", sagte Brey. Laut der Projektbetreiber zeige sich eine deutliche Korrelation zwischen der Mobilitätsreduktion in Deutschland und der Zustimmung zu Aussagen wie "Ich finde die Maßnahmen, die derzeit ergriffen werden, stark übertrieben“. Seit sich Menschen weniger Sorgen machten um die Gefahren von Covid-19, nehme die Mobilität zu. "Ein weiterer interessanter Zusammenhang ist, dass die Mobilitätsreduktion scheinbar von den lokalen Fallzahlen abhängig ist: Je mehr Fälle von Covid-19 in einer Region auftreten, umso stärker ist der Mobilitätsrückgang", beobachtete der Leiter des Gesundheitsamtes.

Aktuelle Fallzahlen

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Amberg-Sulzbach stagniert von Dienstag auf Mittwoch. Zu den insgesamt 442 Erkrankten kommt keiner neu hinzu. Bei den Todesfällen liegt die Zahl bei 42 (+1). Das Durchschnittsalter bei den verstorbenen Heimbewohnern liegt bei 86, bei allen Verstorbenen bei 83 Jahre. In der Stadt Amberg bleiben die Zahlen im Vergleich zum Vortag gleich: Insgesamt gibt es 72 (+0) bestätigte Fälle und drei Todesfälle (+0).

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