13.11.2018 - 17:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Wohn-Nebenkosten steigen

Neubewertung, Anpassung, Überarbeitung. Es gibt viele schöne Worte, neue Preise beschönigend zu beschreiben. Die Stadtwerke sagen, wie es ist: Strom und Gas werden teurer.

Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Prechtl kündigt Preiserhöhungen für Strom und Gas ab 1. Januar 2019 an. Deshalb bekommen ab nächster Woche Kunden Post.

Stichtag ist der 1. Januar 2019. Die Phase einer zweijährigen Preisstabilität bei elektrischem Strom und einem 2012 eingeleiteten, kontinuierlichen Rückgang beim Gas ist damit vorbei. Die von der 100-prozentigen kommunalen Tochter Stadtwerke Amberg gelieferte Fernwärme bleibt hingegen stabil. Diese Trends gaben in einer Pressekonferenz am Dienstag Geschäftsführer Stephan Prechtl und der Leiter Energiebeschaffung/Vertrieb, Thomas Reiß, bekannt.

Im Detail seien die Ursachen für die nötigen Anhebungen unterschiedlich, erläuterte Reiß die Hintergründe. Das Ergebnis sei jedoch jeweils identisch. In einer Art Mischkalkulation wird mithin beim Strom unter Einrechnung sinkender staatlicher Belastungen (beispielsweise EEG-Umlage), steigender Netzentgelte und höherer Strombörsen-Preise die Kilowattstunde (kWh) Elektrizität um 0,55 Cent (brutto) teurer. Der Grundpreis steigt um 15 Euro pro Jahr.

Individuell verschieden

Da auch die Stadtwerke ein sehr variables Tarifgefüge für Stromkunden anbieten, ergeben sich in der Folge unterschiedliche preisliche Auswirkungen. Als Orientierung legten Prechtl und Reiß deshalb Musterberechnungen für jeweils zwei unterschiedliche Typen von Privatkunden vor. Demnach werden 2019 für einen Drei- bis Vier-Personenhaushalt in einem Einfamilienhaus bei einem Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh Mehrkosten von etwa 34 Euro im Jahr oder 3 Euro pro Monat fällig. Eine Wohnung kostet bei ein bis zwei darin lebenden Menschen und einem Jahresverbrauch von 1500 kWh 23 Euro im Jahr oder etwas unter zwei Euro monatlich mehr.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Kostensteigerung beim Gas. Der Arbeitspreis klettert um 0,25 Euro pro kWh (brutto), der Grundpreis bleibt gleich. Bezogen auf die beiden Musterberechnungen bedeutet das ein Plus von 50 Euro pro Jahr oder 4 Euro pro Monat (Haus, drei bis vier Personen, 20 000 kWh Jahresverbrauch). Das Modell Wohnung (ein bis zwei Personen, 8000 kWh) schlägt mit 20 Euro mehr pro Jahr oder einem Plus von 1,7 Euro pro Monat zu Buche.

In Stein gemeißelt sind die Eckwerte nicht, unterstrichen Prechtl und Reiß. Bei einem Haus oder einer Wohnung nach neuesten Energiesparrichtlinien können die Mehrkosten deutlich unter diesen Daten liegen. Die Stadtwerke versorgen je nach Sichtweise in Amberg und den angrenzenden Regionen 30 000 bis 42 000 Kunden. Diese Zahlendifferenz ergibt sich aus dem Umstand, dass es jeweils separat gezählte Strom- und Gaskunden gibt, einige Haushalte jedoch beide Energieformen von den Stadtwerken beziehen.

Wertschöpfung bleibt

Prechtl, der damit rechnet, dass die gesamte Branche in nächster Zukunft nicht um Preisaufschläge herumkommt, verwies darüber hinaus darauf, sicherlich nicht der günstigste Anbieter zu sein. Dafür biete sein Haus jedoch nachgewiesenermaßen ein hohe Versorgungssicherheit und Kundennähe. Zudem bleibe die Wertschöpfung in der Region. Auf 103 Millionen Euro bezifferte der Geschäftsführer die Gesamtsumme von 2007 bis 2017.

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