20.08.2019 - 12:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Wohnungsunternehmen diskutieren über bezahlbaren Wohnraum in Amberg

Das Thema Wohnen wird in Amberg fast so heiß debattiert wie das Parken. Bei der Diskussion „Gibt es genug bezahlbaren Wohnraum in Amberg?“ rückte der Bergsteig in den Fokus. Nicht jeder der Anwesenden war mit dessen Entwicklung zufrieden.

Oberbürgermeister Michael Cerny, Dagmar Kierner, Dieter Gerl und Maximilian Hahn stellten sich den Fragen der Moderatoren Florian Füger und Florian Singer zum Thema Wohnen in Amberg.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Wohnen muss jeder. Die Diskussion um Mietpreise, Leerstand und Sanierungen keimt in Amberg immer wieder auf. Und immer wieder gehen die Meinungen auseinander. Aus diesem Anlass hatte die Junge Union in Amberg zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Auf der "Anklagebank", wie es scherzhaft hieß, saßen Oberbürgermeister Michael Cerny, Dagmar Kierner von der Werkvolk-Genossenschaft, Dieter Gerl vom Wohnungsbauunternehmen und Maximilian Hahn von der Stadtbau GmbH.

Was ist bezahlbarer Wohnraum überhaupt?

Kierner stellte gleich zu Beginn die Gegenfrage: "Was heißt denn bezahlbar?" Schließlich definiere sich das je nach Einkommen unterschiedlich. Alle drei Unternehmen würden Mieten unter dem Satz für Neubau-Sozialwohnungen anbieten. Die Warmmiete liege zum Beispiel bei der Stadtbau um die 6,80 Euro pro Quadratmeter. Gerl merkte an, dass bei der Diskussion um bezahlbaren Wohnraum niemand über bezahlbare Baukosten spreche. Denn die stiegen mit wachsendem Anspruch der Bewohner. Eine Wohnung sollte modern ausgestattet sein, barrierefrei mit Aufzug oder wenigstens barrierearm sein und am besten noch energieeffizient.

Der Bergsteig im Wandel wurde zum Mittelpunkt der Diskussion um bezahlbaren Wohnraum. Hier eine Luftaufnahme vom Februar 2019. Neben Sozialwohnungen entstehen auch Einfamilienhäuser und kleinere Mehrparteienhäuser.

Bergsteig im Mittelpunkt

Zum Schwerpunkt des Abends entwickelte sich das Thema Bergsteig. Dort wird im Moment viel umstrukturiert und gebaut. Eine ältere Frau kritisierte stark, dass in dem Ortsteil falsch gehandelt worden sei. Hier hat die Stadtbau sowohl Mehrfamilien- als auch Einfamilienhäuser gebaut, zum Beispiel in der Rosenthalstraße, wo einst der markante Rundbau stand. "Es wurden den Leuten 100 Sozialwohnungen weggenommen", schimpfte die Frau. Man hätte nur an die "Gutbetuchten" gedacht und lieber Einfamilienhäuser hingebaut. Hahn stellte klar, eine Sanierung des Rundbaus hätte weit mehr gekostet als ein Neubau. Außerdem stelle die Stadtbau für je sechs Neubau-Wohnungen zehn Sozialwohnungen aus ihrem Bestand zur Verfügung. Cerny fügte hinzu: "Es war der Wunsch der Anwohner, nicht nur Sozialwohnungen zu haben." Nur so könne der Bergsteig weg vom Stigma des Sozialviertels kommen. Das sei der eigentliche Sinn des Projekts "Soziale Stadt" gewesen. Ein gesunder Mix der Alters-, Einkommens- und Wohnstruktur sei der richtige Weg. Dafür gab es große Zustimmung aus dem Publikum.

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Amberg

Der Großteil der Anwesenden war sich einig: Die vielfältigen Angebote der drei Unternehmen bieten für jeden Bedarf etwas an - auch, wenn man seine Ansprüche einmal überdenken oder Wartezeiten einplanen muss. Eine Altstadtwohnung würde natürlich mehr kosten als die der Wohnungsunternehmen. Gut leben lässt es sich aber in beiden.

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