21.08.2018 - 10:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Zähes Vils-Projekt

Die Amberger leben zwar an der Vils - jedoch nicht mit ihr. Um das zu ändern, braucht es ein Programm. Und eine Finanzierung. Und einen Wettbewerb.

Idylle ohne Menschen. Die Kräuterwiese ist ein beschauliches Stück Amberg. Sie soll mit einem Wettbewerb attraktiver gemacht werden für die Bürger der Stadt.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Exakt vor einem Jahr hat der damalige Ferienausschuss den Startschuss für den Projekt-Wettbewerb "Leben an der Vils" gestartet. Aufmerksamen Beobachtern ist nicht entgangen, dass seither nichts passiert ist. Dabei sollte doch ein Wettbewerb in einer attraktiven Förderkulisse darüber Aufschluss bringen, was im Bereich der Kräuterwiese getan werden kann und sollte, um den Flussraum für die Amberger attraktiver zu gestalten. Damals, so referierte es Baureferent Markus Kühne ein Jahr nach dem Startschuss, sei man von einer Förderung über die Oberste Baubehörde ausgegangen, die sich zwischenzeitlich aber zerschlagen habe.

Alles auf Anfang, also, der Wettbewerb fängt von neuem an. Inzwischen steht laut Kühne auch fest, dass er zu 60 Prozent über die Städtebauförderung bezahlt werden kann. Damit ist der Wettbewerb neu gestartet, es geht darum, in einem offenen Verfahren, der zunächst einmal die gesamten Grünflächen im Stadtgebiet entlang der Vils umfasst. Zentrales Areal wird aber naturgemäß die Kräuterwiese sein, hier ist eine relativ zeitnahe Umsetzung der Vorschläge durchaus denk- und finanzierbar.

90 000 Euro an Preisgeldern sind ausgelobt, insgesamt wird der Wettbewerb rund 160 000 Euro kosten. Vier "politische" Preisrichter inklusive Oberbürgermeister sowie fünf Fachleute inklusive Baureferent werden unterstützt von sechs Beratern die Preisträger ermitteln. Sollten realisierbare Vorschläge eingereicht werden, kann dann an die Umsetzung gegangen werden. Was die letztendlich kosten wird, darüber konnte Markus Kühne in der Sitzung keine Auskunft geben, allein die Kräuterwiese dürfte aber ungefähr im Bereich von drei Millionen Euro liegen.

Gute Idee, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth, da ursprünglich als Strandbad Kräuterwiese eine SPD-Idee. "Aber es soll natürlich keine Konkurrenz zu unseren Bädern werden." Dem Oberbürgermeister hingegen ist es relativ egal, ob es nun ein roten, schwarzes, grünes oder gelbes Projekt wird. "Ein Treffpunkt für die Amberger soll es werden." Ob am Ende ein Strandbad herauskomme, sei ebenfalls offen. "Im Moment geht man ja dort mit dem Kanu auf, so wenig Wasser ist drin", gab er zu bedenken.

Der Ausschuss nahm den Wettbewerb wohlwollend zur Kenntnis, einzig Stadtkämmerer Franz Mertel war nicht ganz einverstanden. Im Haushalt 2018 seien dafür nur 140 000 Euro verankert, zeigte er seine Verwunderung über die Kostensteigerung, die auch die Preisgelder betreffe. Es müsse also eine Nachfinanzierung der fehlenden Summe gemacht werden. Vor Start des Wettbewerbs aber geht das nicht mehr - der läuft bereits seit einigen Tagen.

Ferienausschuss:

Ums liebe Geld ging es in den meisten Tagesordnungspunkten des Ferienausschusses, der am Donnerstag im Rathaus tagte. Beispielsweise um Mittel für den bereits erfolgten Teilabbruch des sogenannten Eckert-Baus in der Bahnhofstraße. Die Stadt hatte sich beim Verkauf zur Kostenübernahme verpflichtet, die im Haushalt 2016 eingestellten 350000 Euro reichten aber nicht aus. Es mussten 90000 Euro nachgeschossen werden. Ähnlich sieht es bei den Zuschüssen zum Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) aus. Der Haushaltsansatz lag bei 1.375.000 Euro, der tatsächliche Bedarf aber bei 1,65 Millionen. Daher musste um 275.000 Euro aufgestockt werden. Das Geld nimmt der Kämmerer übrigens aus der Deckungsreserve. Und noch einmal Geld. Auch bei der kommenden Landtags- und Bezirkstagswahl werden wieder Wahlhelfer benötigt. Die erhalten traditionell ein sogenanntes Erfrischungsgeld, also ein kleine Entschädigung. Die lag bisher bei 30 Euro. Ab dem 14. Oktober erhalten die einfachen Wahlhelfer nun 40 Euro, die Wahlvorsteher werden sogar mit 50 Euro entschädigt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.