01.03.2021 - 15:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Zwei Diebstahlopfer fallen unangenehm auf

Erst wird das Bier gestohlen, und dann stellt auch noch die Polizei unangenehme Fragen. Das war ein gebrauchter Nachmittag für zwei Sulzbach-Rosenberger in Amberg.

Die Leuchtschrift „Polizei“ ist auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei zu sehen.
von Markus Müller Kontakt Profil

Zwei Sulzbach-Rosenberger, 33 und 47 Jahre alt, saßen am Sonntagnachmittag um 13.40 Uhr auf dem Vorplatz des Amberger Bahnhofs. Als die beiden sich kurz abwandten, näherte sich ein Radfahrer und schnappte sich ihre Biere. Von einer Verfolgung des etwa 50 Jahre alten Diebes, der auf seinem Rad Fersengeld gab, versprachen sich die beiden Bestohlenen nichts, doch sahen sie, dass zufällig eine Polizeistreife in ihre Richtung kam. Die winkten sie herbei.

Den Dieb konnten allerdings auch die Beamten nicht mehr einholen. Stattdessen kamen sie zur Anzeigenaufnahme an den Tatort zurück. Dort fiel dann auf, dass die beiden Sulzbach-Rosenberger ihre (nun gestohlenen) Bierflaschen bereits geöffnet und daraus getrunken hatten. Das belegten Spuren auf dem Boden.

Und was ist mit dem Alkoholverbot?

„Den beiden Herren“, wie sie im Pressebericht der Polizeiinspektion Amberg tituliert werden, missfiel nun immer mehr, welchen Verlauf die ganze Sache nahm. Denn die Beamten verwiesen sie auf das aktuell geltende Alkoholverbot sowie die Maskenpflicht am und um den Amberger Bahnhof. Darüber hinaus fragten sie die beiden Bestohlenen nach einem triftigen Grund für ihre dortige Anwesenheit.

Darauf reagierten diese gar nicht mehr beziehungsweise „verhielten sich respektlos gegenüber den Beamten“, wie es der Pressebericht vorsichtig formuliert. Dass zwei Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegen die Bestohlenen erstellt wurden, hinderte diese allerdings nicht daran, der Polizei noch Tipps zu geben, wie man den Täter ergreifen könnte.

Diebesgut für 16 Cent

Durch die Personenbeschreibung, die sie abgegeben hatten, und weil die Streife den flüchtenden Radfahrer noch kurz zu Gesicht bekommen hatte, hatten die Beamten ihn aber bereits als polizeibekannten Flaschensammler identifiziert. „Genau wie die Geschädigten, so darf sich auch er demnächst zum Vorfall äußern“, heißt es im Pressebericht, der abschließend noch den Wert des Diebsguts nennt: 16 Cent (plus ein paar Schluck Bier).

Näheres zum derzeit in Amberg geltenden Alkoholverbot inklusive Karte, wo es gilt

Amberg

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