Amberg
02.12.2025 - 15:58 Uhr
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Zwei Mädchen am Amberger Bahnhof beleidigt: Bewährungsstrafe für 41-Jährigen im zweiten Anlauf

Er hatte Starkbier getrunken und setzte unvermittelt zu einem Ausraster an. Am Amberger Bahnhof beleidigte der Mann aus Nabburg zwei Schülerinnen auf üble Weise und machte Fotoaufnahmen von ihnen. Das hatte ein Nachspiel beim Amtsgericht.

Wegen Beleidigung zweier Mädchen, begangen beim Amberger Bahnhof, musste sich ein 41-Jähriger vor Gericht einfinden. Symbolbild: Stefan Sauer
Wegen Beleidigung zweier Mädchen, begangen beim Amberger Bahnhof, musste sich ein 41-Jähriger vor Gericht einfinden.

Die Verhandlung bei Amtsrichter Fabian Hoffmann ging in zwei Etappen vor sich. Weil der zehnfach vorbestrafte Angeklagte zum ersten Termin nicht erschien, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Das hatte fühlbare Konsequenzen für den 41-Jährigen. Polizeibeamte nahmen ihn fest und brachten den Arbeiter ins Gefängnis. Dort saß er zehn volle Tage, ehe jetzt die juristische Aufarbeitung des Falles zu ihrem zweiten Anlauf startete. Diesmal durfte der Richter sicher sein, den Beschuldigten vor sich zu haben. Polizeibeamte brachten den Mann zum Sitzungssaal im Amberger Amtsgericht.

Um was es ging, schilderte Staatsanwalt Michael Döring beim Verlesen der Anklageschrift. An einem Tag im August 2024 stand der 41-Jährige am Amberger Bahnhof und begann dort damit, zwei Mädchen zu belästigen. Er machte mit dem Handy Fotoaufnahmen von ihnen und reagierte barsch, als sich die beiden 15 und 13 Jahre alten Schülerinnen das verbaten. Gleich danach fielen bösartige Ausdrücke, wurde mehrmals das englische Schimpfwort "Bitch" gerufen.

Die Schülerinnen, jetzt von Richter Hoffmann nach ihren Eindrücken befragt, schilderten umfangreich und sehr präzise, wie sie Passanten um Hilfe baten. Da war zunächst eine Frau, die sofort ablehnte. Weitaus freundlicher reagierten zwei Männer. Sie schritten ein und lösten einen Polizeieinsatz aus. Bis Funkstreifenbeamte eintrafen, hatte der 41-Jährige im Rahmen seiner Belästigungs-Aufführung beiden Schülerinnen den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt.

Vor Richter Hoffmann erzählte der 41-Jährige jetzt von einer angeblich heftigen Ladung Starkbier, die damals seine Sinne trübte. "Keine Erinnerung" also, gleichwohl aber Worte der Entschuldigung. Mit dem Blick in ein umfangreiches Vorstrafenregister ("Er hat schon öfter beleidigt") beantragte Staatsanwalt Michael Döring ein halbes Jahr Haft und hielt es für nicht ausgeschlossen, eine Bewährungschance zu geben.

Pflichtverteidiger Andreas Lösche empfahl dem Richter, eine Geldstrafe zu verhängen. Im Urteil standen fünf Monate Gefängnis mit Bewährung. Außerdem setzte es eine Geldauflage in Höhe von 1400 Euro. Der mit Alkoholproblemen kämpfende Mann muss außerdem 15 Beratungsstunden bei der Caritas besuchen. Hinzu kam, dass er vor der Verhandlung zehn Tage im Gefängnis saß. Aber das hatte er sich, wie der Richter befand, selbst zuzuschreiben.

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