30.03.2020 - 16:11 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Anton Peter triumphiert, Alexandra Sitter zieht nach Abwahl Bilanz

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Nach der Stichwahl in Ammerthal. Alexandra Sitter spricht von der "sprichwörtlichen Hölle", die sie die ersten Jahre durchgemacht habe. Anton Peter möchte Ruhe in die Gemeinde bringen.

Schon bei der Wahl vor gut zwei Wochen ließ sich Anton Peter (stehend, rechts) feiern. Nun siegte er in der Stichwahl gegen Amtsinhaberin Alexandra Sitter.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Nach ihrer Abwahl findet Alexandra Sitter klare Worte: „Ich verhehle nicht, dass die ersten sechs Jahre im Amt die sprichwörtliche Hölle waren und mir die Umsetzung demokratisch eindeutiger geforderter Beschlüsse der Bürger in Form von Bürgerbegehren in der ,Wasserstreitzeit’ alles abverlangt haben.“ Ihr nun zum Vorwurf zu machen, die Gemeinde wäre im ganzen Landkreis verschrien, schreibe sie sich „wahrlich nicht auf die Fahnen“.

Sitter, die zwölf Jahre lang ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Ammerthal war und noch bis zum 1. Mai regiert, erklärte außerdem: "Ich darf sagen, dass ich die vielen Stimmen derer, die gesagt haben ,Warum tun Sie sich das an?' in den zurückliegenden Jahren wohl gehört habe." Aber unterstützt von den beiden Ammerthaler Gruppierungen UWG und BFA habe sie gerade in den vergangenen sechs Jahren eine sehr starke und stärkende Mehrheit hinter sich gehabt.

Im Kreistag weiter tätig

Über ihre Amtszeit sagte Sitter, dass sie spannend und lehrreich gewesen sei - und an die sie trotz des Wahlausgangs immer gerne zurückdenken werde. Dass sie ihr Amt als Gemeinderätin nicht antritt, begründet Sitter damit, dass CSU und CWG wieder die Mehrheit im Rathaus erreicht hätten: "Ich verfahre hier wie mein Vorgänger von der CSU, Helmut Wolf, der ja nach nur einer Periode abgewählt wurde."

So viel verdient ein Bürgermeister

Schwandorf

Einem Neuanfang möchte sie in jedem Fall nicht im Wege stehen. "Ich denke jetzt endlich wieder einmal an mich und freue mich auf meinen nächsten Lebensabschnitt mit neuen beruflichen Herausforderungen." Was das betreffe, sei sie erfreut, dass jetzt Menschen auf sie zukämen. Sie hofft, dass es noch einige mehr sein werden. Konkretes gebe es allerdings noch nicht zu vermelden.

Trotz verlorener Wahl freut sich Alexandra Sitter auf einen neuen Lebensabschnitt.

Sitter hatte nach ihrem Abitur ein Volontariat bei Radio Ramasuri absolviert. Nebenbei hatte sie einen Abschluss als Fremdsprachenkorrespondentin für Wirtschaftsenglisch mit Schwerpunkt Amerikanische Wirtschaft absolviert. Von 1996 bis 2008 schrieb sie für verschiedene Verlagshäuser und arbeitete im Marketingbereich. Ihr weiteres Leben werde selbstverständlich nicht in Gänze ohne Politik verlaufen, erklärte die noch amtierende Bürgermeisterin. Für die Freien Wähler ist sie vor gut zwei Wochen in den Kreistag gewählt worden.

Amtsnachfolger Anton Peter, der am Sonntag 56,38 Prozent der Stimmen ergatterte, möchte die Zeit bis zum 1. Mai nutzen, um sich einzuarbeiten. Derzeit geht er noch seinem Job als Filialleiter eines Verbrauchermarkts nach, den er aber beendet. Der Ammerthaler Gemeinderat hatte erst vor wenigen Monaten beschlossen, dass das Bürgermeisteramt künftig hauptamtlich ausgeführt werden soll. Davon profitiert nun Anton Peter.

Ammerthal stimmt für einen hauptamtlichen Bürgermeister

Ammerthal

Ruhe in Gemeinde bringen

Gespräche mit seinen Parteikollegen will er schon jetzt führen: "Es ist nicht so, dass ich bis 1. Mai warte und dann loslege." Allerdings betonte er auch, dass er noch gar keine Berechtigung habe, als Bürgermeister zu handeln. Sobald er ins Amt trete, möchte er wieder Ruhe in die Gemeinde bringen. "Die Ammerthaler wollten einen Umbruch, das haben sie jetzt geschafft." Peter möchte in Zukunft parteiübergreifend arbeiten und hofft auf vernünftige Entscheidungen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos aus der Region

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.