03.03.2020 - 15:49 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Vorwürfe an Gemeindeverwaltung: Rückendeckung vom ehemaligen Chef

Wieder einmal ist es in einer Gemeinderatssitzung in Ammerthal hoch hergegangen. Nach den Vorwürfen, die dort geäußert wurden, meldet sich jetzt der ehemalige Verwaltungschef zu Wort.

In Ammerthal wehrt sich die Gemeindeverwaltung gegen Vorwürfe.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Roland Uschold war von 2006 bis 2013 geschäftsleitender Beamter im Ammerthaler Rathaus. Vor sieben Jahren quittierte er seinen Dienst, weil er die Querelen und Anfeindungen im Gemeinderat leid war. Bei seinem Abschied machte er aus den Gründen für seinen Rückzug keinen Hehl.

Onetz-Bericht über den Rückzug Roland Uscholds 2013

Den AZ-Bericht über die Gemeinderatssitzung am 26. Februar 2020 (Aschermittwoch) will Uschold nicht unkommentiert lassen. In der Sitzung waren wieder einmal und von verschiedenen Seiten schwere Geschütze gegen die Gemeindeverwaltung aufgefahren worden.

Hintergrund sind Gebührenbescheide zum Thema Wasser und Abwasser

Ammerthal

Roland Uschold schreibt in einem Leserbrief:

"Als ehemaliger geschäftsleitender Beamter der Gemeinde Ammerthal möchte ich zur derzeitigen Situation in Ammerthal aus Sicht eines Verwaltungsbeamten, aber auch als ehemals selbst Leidtragender, ein paar Sätze loswerden.

Tagtäglich versuchen die Mitarbeiter in Rathäusern nicht nur in Ammerthal, ihr Bestes zu geben und ihre Arbeit sauber und ordentlich zu erledigen. Wie überall auf der Welt passieren Fehler, so wie diese in jedem Berufsfeld nun einmal vorkommen und einfach auch menschlich sind. Das, was derzeit jedoch auf die Verwaltungsmitarbeiter in Ammerthal eingehackt wird, sei es von Teilen des Gemeinderats, aber auch vonseiten verschiedener Bürger, hat mit einem annähernd normalen Miteinander und respektvollem Umgang nichts mehr gemein.

Beginnen wir doch einmal mit den im Artikel zitierten Aufsichtsbeschwerden gegen die Verwaltung. Angesichts einer Anzahl von mehr als 60 Widersprüchen dauert es nun einmal eine gewisse Zeit, diese abzuarbeiten, da die Widerspruchsführer ja wohl auch erwarten, dass ihr Widerspruch ernsthaft bearbeitet und gewürdigt wird. Inhaltlich freilich darf ich persönlich bei dieser Anzahl an Widersprüchen von nicht viel Substanz ausgehen, da diese wohl ganz überwiegend auf das vor mehreren Monaten verfasste Flugblatt von Gemeinderatsmitgliedern der CSU und CWG zurückgehen dürften, in dem die Bürger Ammerthals dilettantisch aufgefordert wurden, Widerspruch gegen eben diese Gebührenbescheide von Wasser und Kanal einzulegen. Klar, egal was du rausschickst, 10 Prozent glauben es und schnallen nicht, nur vor einen Karren gespannt worden zu sein.

Derzeit in aller Munde ist ja auch ein geplanter Rathausumbau. Ein Bürgerbegehren ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten. Natürlich kann man geteilter Meinung sein. Schön, wenn man dann den Bürger einbinden will. Die Vertretungsberechtigten sind wieder Teile des Gemeinderats. Was soll man sagen? Gleiche Masche wie bei der Aufforderung zu Widersprüchen. Mit richtigen und wichtigen Zahlen zum Umbau hat man es nicht so, man lässt sie gleich mal ganz weg oder schraubt die gemeindliche Verschuldung ordentlich nach oben, um uns Bürger zu täuschen. Der Bürgerentscheid wurde folgerichtig im Gemeinderat abgelehnt. Was folgt? Ein weiterer Flyer. Und wie begründet man den vorher verzapften Mist? Natürlich, die Verwaltung war's, sie liefert keine Zahlen, alles wurde verheimlicht, und erst dieser neuerliche Flyer bringe Licht ins Dunkel.

Abschließen möchte ich noch mit einem Punkt aus dem Wahlflyer eines Bürgermeisterkandidaten in Ammerthal. Dort steht geschrieben, würde er gewählt, dann verspreche er eine funktionierende Verwaltung. Hierzu kann ich nur sagen: Brauchen wir nicht, haben wir bereits! Wenn etwas in Ordnung zu bringen ist, dann euer Verhalten. Auch wenn ich weiß, wie schwer es ist. Kopf hoch im Rathaus, ihr macht das gut!"

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