13.05.2022 - 11:21 Uhr
Armesberg bei KulmainOberpfalz

Vor 60 Jahren neue Glocke für die Armesbergkirche

Zu Gottesdiensten, an besonderen Festtagen zum Te Deum zusammen mit dem Lied "Großer Gott wir loben dich" und zum täglichen Angelus-Gebet läuten die Glocken auf dem Armesberg. Doch über die Glocken selbst ist nur wenig bekannt.

von Externer BeitragProfil

Seit dem 1. Mai 2022 finden wieder bis Ende Oktober an jedem Sonntag Gottesdienste in der Armesbergkirche statt. Unter anderem zu den Gottesdiensten rufen die drei Glocken im Turm des Gotteshauses. Über deren Geschichte ist in den Archiven nur wenig zu finden, schreibt dazu die Katholische Kirchenstiftung Kulmain.

Im von der Gemeinde Kulmain im Jahr 1980 herausgegebenen "Kulmainer Heimatbüchlein" ist zwar vom Verfasser Anton Reger auch eine längere Abhandlung "Aus der Geschichte der Armesbergkirche" enthalten, aber Details über die Glocken der Wallfahrtskirche sind darin nicht erwähnt. Im Pfarrarchiv von Kulmain ist ein Brief vom 17. Februar 1989 von Anton Reger an den damaligen Pfarrer Richard Krieglsteiner zu finden. In diesem neun Jahre nach der Veröffentlichung des Heimatbüchleins verfassten Brief schreibt Anton Reger, dass er die Chronik von Joh. Philipp (1841) nochmal vertieft studiert und unter anderem hier auch etwas über die Glocken gefunden habe.

Weihe im August 1838

Reger schreibt weiter, dass die zwei kleineren der drei Glocken 1838 in Amberg gegossen und am 3. August 1839 von Weihbischof B.C. von Urban geweiht worden sind. Diese Weihe fand unmittelbar anschließend an die Einweihung der Kulmainer Pfarrkirche statt. Von der neuesten und größten Glocke ist nur bekannt, dass der Kulmainer Dachdecker Traßl (weit und breit bekannt unter dem Namen "Reißn Luck") diese am 5. Mai 1962 kostenlos mit seinem VW-Pritschenwagen in der Glockengießerei abgeholt und zum Armesberg gebracht hat.

Der extrem steile Schotterweg empor zur Kirche überforderte aber die Kräfte des mit der schweren Glocke beladenen VW, und so wurde kurzerhand ein großer Allmann-Lader aus dem nahegelegenen Steinbruch Rothenhof organisiert. Dieser zog den VW dann samt der Glocke die letzten Meter bis zur Kirche hinauf.

Alle an dieser denkwürdigen Anlieferaktion beteiligten Helfer versammelten sich nach erfolgreicher Arbeit voller Stolz und Freude zusammen mit Pfarrer Johann Vogl für ein Erinnerungsbild rund um die neue Glocke. An ihren endgültigen Platz in den Turm aufgezogen wurde die große Glocke dann am 8. Mai 1962, also vor nunmehr genau 60 Jahren. Seitdem erklingen bis zu drei Glocken in 14 Meter Höhe gemeinsam aus dem 18 Meter hohen Turm.

Im Vorjahr Steuerung optimiert

Im Oktober 2021 hat die Katholische Kirchenstiftung Kulmain knapp 8000 Euro in eine optimierte Steuerung und Synchronisation sowie einen glockenschonenden Antrieb investiert. Auf der Homepage der Pfarrei Kulmain ist der Mitschnitt eines vom Bayerischen Rundfunk vor vielen Jahren im Radio ausgestrahlten 12-Uhr-Läutens von der Armesbergkirche bereitgestellt. Den Kulmainer Pfarrer Markus Bruckner erfüllt es mit großer Freude, dass nun sichergestellt ist, dass auch künftig das Geläut der drei Armesbergglocken weit hinaus ins umgebende Land erklingen und zum Gottesdienst und Gebet einladen kann.

Hintergrund:

Gottesdienste in der Armebergkirche

Seit 1. Mai:

  • Messen: jeden Sonntag um 10 Uhr
  • Kreuzwegandachten: jedem Sonntag um 14 Uhr
  • Coronamaßnahmen: Sperrung der Bankreihen aufgehoben, kein Mindestabstand notwendig; Tragen einer FFP2-Maske während des Gottesdienstes im Innenraum dringend empfohlen; Kommunion erfolgt vor dem Seiteneingang Süd (Richtung Sitzbänke), zusätzlich auch im Freien.
 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.