Seit Jahrenzehnten ist bekannt, dass die Oberpfalz bei der Rente hinterherhinkt. Die durchschnittliche Altersrente für Männer lag lange Zeit nur bei rund 1000 Euro, die für Frauen erreichte gerade einmal die Hälfte dieses Wertes. Das ist eine Folge der über Jahrezehnte hinweg vergleichsweise niedrigen Löhne in der Region und der hohen Arbeitslosenquoten. Wer wenig oder nichts verdient, kann auch nur wenig oder kaum in die Rentenkasse einzahlen. Da helfen auch die vielen sozialpolitischen Kompensationen, die es immer wieder gab, nicht wesentlich.
Von daher sollte es niemanden überraschen, dass in der Oberpfalz ein Fünftel der Menschen über 65 Jahren als armutsgefährdet gilt. Genauso wenig darf es erstaunen, dass der Anteil dieser Menschen deutlich höher ist als in Schwaben, Oberbayern oder Teilen Frankens. Dort wurde nicht nur über Jahre hinweg deutlich besser verdient als im Grenzland. Häufig gab es auch Betriebsrenten, was in der Oberpfalz eher eine Ausnahme war. Auch die Arbeitslosigkeit erreichte in anderen Regionen nie das Ausmaß wie in Teilen der Oberpfalz oder in Niederbayern.
Inzwischen hat sich in der Region die Lage gedreht. Wer heute eine qualifizierte und gut bezahlte Arbeit sucht oder mit einem Studienabschluss unterkommen will, muss nicht mehr in die Ballungsräume. Der Brain-Drain, das Abwandern qualifizierter Kräfte, ist zu Ende. Die Wirtschaft in der Oberpfalz bietet viele gute Chancen.
Bei aller Freude über die ausgezeichnete Entwicklung in der Region darf aber niemand übersehen, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis sich dies bei der Gruppe der Senioren widerspiegelt. Noch kommen viele in die Rente, die in der kargen Zeit ins Berufsleben starteten.
17.07.2018 - 10:13 Uhr
Armutsgefährdung im Alter ist eine Folge niedriger Löhne
Kommentar von Alexander Pausch
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Könnte die unterschiedliche Einkommensentwicklung und die ungleiche Arbeitslosigkeit auch davon herrühren, dass über Jahrzehnte vor allem Betriebe aus dem Großraum München Wirtschaftsförderung erhielten, wie eine Anfrage im Landtag jetzt ergab? Derzeit gibt es noch Rentenbezieher, deren Rente mit einem Rentenniveau von annähernd 60 % gewährt wurde. Dieser Wert wird nach derzeitiger Gesetzeslage und bei 45 Beitragsjahren auf 43 % absinken. (Die neue Regierung möchte das Niveau auf 48 % stabilisieren.) Fast die Hälfte aller deutschen Rentner erhält derzeit eine Rente unter 800 €. Nur einige Frauen werden 45 Beitragsjahre erreichen. Glaubt Alexander Pausch tatsächlich, dass die künftigen oberpfälzer Rentner, bei dieser Ausgangslage besser gestellt werden, als die derzeitigen Rentenbezieher? Und die vielgelobte "private Altersvorsorge"? Sie steht vor dem "Aus", zumal nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs nun Negativzinsen bei "Riester" berechnet werden können. Na wenigstens nimmt die Zahl der Millionäre (auch in der Oberpfalz) ständig zu.
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