Aschach bei Freudenberg
26.08.2019 - 14:40 Uhr

14 Paare tanzen bei Kirwa in Aschach um den Baum

Drei Tage lang herrscht Ausnahmezustand in Aschach. Nach der Wiederaufnahme des Brauchtums im Jahre 1974 feiert der Ort seine bereits 45. Kirwa, in deren Mittelpunkt die 14 Paare stehen.

Die 14 Paare sorgen für Stimmung bei der Aschacher KIrwa Bild: sche
Die 14 Paare sorgen für Stimmung bei der Aschacher KIrwa
Interessiert verfolgen sie das Austanzen des Kirchweihbaumes, wollen sie doch auch einmal ein KIrwamoila sein. Bild: sche
Interessiert verfolgen sie das Austanzen des Kirchweihbaumes, wollen sie doch auch einmal ein KIrwamoila sein.

Die Ägidikirwa ist nicht mehr aus dem Dorfgeschehen wegzudenken. So strömten auch diesmal wieder zahlreiche Gäste aus Nah und Fern bei hochsommerlichen Temperaturen zum Festplatz am Ortsausgang. Die Mitglieder des Katholischen Burschenvereins als Ausrichter mit ihrem Vorsitzenden Fabian Pemp hatten im Vorfeld ganze Arbeit geleistet. Jeder Bursch hatte sich ein schmuckes Kirwamoila gefunden. Den Baum stiftete Altkirwaburschen Willibald Daller. Das 33 Meter Meter lange Wahrzeichen des Traditionsfestes wurde am Samstagnachmittag bei schweißtreibenden Temperaturen ausschließlich mit Muskelkraft in die Senkrechte gebracht. Andreas Schäffer führte dabei wieder das Kommando. In Rekordzeit war der Riese auch mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung kurz nach 16 Uhr aufgerichtet. Die Aschacher Musikgruppen unterhielten die zahlreichen Zuschauer des Spektakels. Die Helfer wurden mit Bier und einer Brotzeit belohnt.

Die Fichte war bereits am Donnerstag vom Waldfacharbeiter Michael Binner im nahen Stadtwald gefällt und mit musikalischer Begleitung der Zoigl-Musikanten ins Dorf gebracht worden. Auf dem Festplatz oblag es dem handwerklichen Geschick von Stefan Schäffer und Ludwig Simon, dem Baum sein staatliches Aussehen zu verleihen. Dazu tragen neben den Schnitzereien auch die von den Kirwamoila gefertigten Girlanden und Kränze bei. Zum Schutz vor unliebsamen Überraschungen musste der Baum bis zum Austanzen am Sonntagnach-mittag bewacht werden. Beim Kirchweihauftakt am Samstagabend sorgte die Band Sapralot für Riesenstimmung im Festzelt.

Am Sonntagmorgen wohnten die Kirwapaare in der altehrwürdigen Kirche St. Ägidius dem Festgottesdienst bei. Pfarrer Eduard Kroher stellte in seiner Predigt einen Bezug zwischen der weltlichen Kirwa und der Weihe der Aschacher Kirche im Jahre 1755 her. Die Vorfahren hätten keine Mühe gescheut und auch große finanzielle Belastungen auf sich genommen, um eine Nachfolgerin für ihr vermutlich baufälliges Gotteshaus zu schaffen. Mit Dankbarkeit gedenke man dieser Erbauer, aber auch all derjenigen, die während der zurückliegenden drei Jahrhunderte für die Erhaltung des Gebäudes Hand angelegt hätten. "Nicht Gott braucht eine Kirche, sondern die Menschen brauchen die Kirche", sagte Kroher.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Raigeringer Café Erras kehrten die Kirwapaare gestärkt zum Festplatz zurück, wo sie schon von vielen Besuchern erwartet wurden. Darunter war auch eine Abordnung des Burschenvereins Eggstätt am Chiemsee, mit dem die Aschacher Burschen eine kameradschaftliche Verbindung pflegen. Nach dem Austanzen des Kirwabaums stimmten die Burschen mit ihren blumen- und bändergeschmückten Hüten zu den Klängen der Aschacher Musikgruppen Schnadahüpfln an. Und die mit Gerstensaft gefüllte Kirwaliesl drehte ihre Runden.

Im Festzelt übernahm unterdessen die Musikgruppe Buchbergecho die Regie und sorgte für ausgelassene Stimmung. Nach einer für die Organisatoren relative kurzen Nacht wurde am Montagmorgen dem Kirwabär das Fell übergezogen. Der machte sich mit der Kirwasau und seinem Gefolge auf den Weg, um in der Ortschaft sein Unwesen zu treiben. Dabei bekam manch einer sein Fett, sprich ein russgeschwärztes Gesicht ab. Abends läutete die Band Route 1,2,3,4 den Endspurt der Kirchweihtage ein.

 
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