Beruflich wie privat zeigte Josef Stauber ein Leben lang große Einsatzbereitschaft und enormes Engagement – stets für das Gemeinwohl. Kommunalpolitisch war er auf Kreis- und Bezirksebene tätig und bekleidete die Ämter des Kreisrats, des Bezirksrates bis hin zum Vizebezirkspräsidenten des Bezirkstages von 1978 bis 1990.
Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit folgenden staatlichen und kommunalen Auszeichnungen gewürdigt: Bundesverdienstkreuz am Bande, Ehrenmedaille in Silber des Landkreises Amberg-Sulzbach, Feuerwehrabzeichen in Gold sowie die Staatsmedaille in Bronze und die Fischereiverdienstmedaille des Bayerischen Landwirtschaftsministers, Kommunale Verdienstmedaille in Silber, Knorr-von-Rosenroth Medaille in Gold der Stadt Sulzbach-Rosenberg, Ehrenmedaille in Gold des Landkreises und die Bezirksmedaille Oberpfalz.
Außerdem zeigte Josef Stauber reges Engagement in Vereinen und übernahm hier Führungs- und Organisationsaufgaben. Er bekam für seinen ehrenamtlichen Einsatz auch zahlreiche Auszeichnungen von Vereinen und Verbänden für seine außergewöhnlichen Verdienste.
Darüber hinaus wurde Josef Stauber auch schriftstellerisch tätig – dabei entstanden die Festschrift „90 Jahre Bezirksverband Oberpfalz für Gartenbau- und Landespflege“, das Buch „Flur- und Kleindenkmäler in der Gemeinde und im Pfarrsprengel Gebenbach“, Beiträge zur Gründung der CSU im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Gemeinde Gebenbach sowie ein großer Artikel über „Die Geschichte des Hopfenanbaus in der Region Amberg-Sulzbach“ für die Schriftreihe „Eisengau“.
Ahnenforschung und Städtepartnerschaft
Josef Stauber betrieb auch Ahnenforschungen rund um das Themengebiet "Stauber" in Atzmannsricht-Krickelsdorf. Als treibender Motor erwies er sich auch bei der Begründung der Städtepartnerschaft 1965 mit der französischen Stadt Maintenon, die er jahrelang auch pflegte.
Vieles ist bekannt aus dem späteren Leben von Josef Stauber, doch in seiner Kurzbiographie „Eckdaten meines Lebens“ gibt er auch einen tiefen Einblick in seine Kindheit und Jugend: Geboren ist er am 17. März als erstes Kind der Bauersleute Joseph und Anna Stauber auf dem „Kountzenhof“ in Atzmannsricht. Nach ihm kamen noch elf Geschwister zur Welt. Staubers jüngster Bruder Adolf und er waren 15 Jahre auseinander. Da er mit 14 Jahren früh aus dem Haus kam, hat er diesen als Bruder kaum erlebt.
Weil seine Mutter auch in der Landwirtschaft anpacken musste, ist Josef Stauber zur Betreuung oft zur Betreuung auf den Nachbarhof zum Luberbauern gekommen, woher seine Mutter stammte. „Großmutter und auch Lies-Tante meinet es sehr gut mit uns, vor allem auch in Hinblick auf eine christlich-katholische Erziehung. Dies hat uns sicher nicht geschadet“, bemerkt Josef Stauber in seiner Kurzbiographie.
Beschwerlicher Schulweg
Einen Kindergarten gab es nicht. Die Volksschule besuchte Josef Stauber sieben Jahre im zwei Kilometer entfernten Gebenbach. Im Sommer wurde der Schulweg zu Fuß bewältigt. Und im Winter, wenn es stürmte, schneite und hohe Schneewehen gab, spannten die Bauern abwechselnd die Pferde vor die Schlitten, um die Kinder in der Früh zur Schule zu bringen.
Während der Ferien und nach der Schule mussten die Kinder schon sehr früh kleine Arbeiten verrichten wie beispielsweise Holz aus dem Schuppen für Herd und Kachelofen holen, Kartoffeln schälen und abwurzeln, auf die kleinen Geschwister aufpassen, beim Heumachen helfen und bei der Getreidemahd Bänder für die Büschel machen.
Mit 14 Jahren kam Josef Stauber nach seiner Schulentlassung als kleiner Knecht mit 14 Jahren zum Onkel auf den Luberhof, damit er daheim "aus der Kost" war. Nach seinen Erinnerungen hat er daheim keinen Hunger gelitten, aber viel ist es auch nicht gewesen, was auf dem Tisch kam. Fleisch gab es meist nur am Sonntag oder wenn geschlachtet wurde.
Mit dem Ochsengespann
Mit 15 Jahren avancierte Josef Stauber auf eigenen Wunsch zum Großknecht und ihm wurde das große Ochsengespann anvertraut. Er erinnert sich dazu: „Ich hatte großen Ehrgeiz und wollte es bei der Arbeitsbewältigung mit Älteren im Nachbarbereich aufnehmen, was nur schwer möglich war, insbesondere beim Heuaufladen. So waren auf der Nachbarwiese prächtige und stark gewachsene 25- bis 30-Jährige mit Spießen und Laden beschäftigt. Sie spielten sozusagen und ich wollte mithalten, schwitzend mit rotem Gesicht in der Hitze, schaffte es einfach nicht“.
Jedes Jahr, das kam, machte Josef Stauber allerdings stärker und selbstbewusster – und so vergingen fünf Jahre auf dem Hof des Onkels, bis Josef Stauber im Oktober 1941 einrücken musste.
















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