23.07.2019 - 10:39 Uhr
Atzmannsricht bei GebenbachOberpfalz

Unfall auf der B 299: Stryker-Panzer kippt um

Bei Atzmannsricht (Gebenbach) ist ein Radpanzer der US-Armee umgekippt. Offenbar hatte der Fahrer (21) wegen gesundheitlicher Probleme die Kontrolle über das schwere Fahrzeug verloren.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Der Panzer gehört zu einer US-Einheit mit etwa 15 Stryker-Radpanzern, die am Dienstag gegen 7.30 Uhr auf der Bundesstraße 299 von Grafenwöhr kommend Richtung Amberg auf Manöverfahrt war. Laut Polizei hat der Fahrer (21) plötzlich gesundheitliche Probleme bekommen: Er wurde ohnmächtig, kam nach zunächst nach rechts von der Straße ab, walzte dort die Leitplanken platt und fuhr dann auf die linke Seite der Straße, wo er ebenfalls die Leitplanken umdrückte. Nach etwa 200 Metern Schlangenlinien überrollte das Radfahrzeug schließlich die Beplankung und kippte um. Der Panzer blieb in der Böschung auf der Seite liegen.

Von den insgesamt neun Insassen im havarierten Panzer wurden nach Auskunft der Polizei fünf verletzt. Ihre Blessuren waren leichterer Art. Sanitäter versorgten den 21-jährigen Fahrer und brachten ihn vorsorglich ins Krankenhaus. Weil bei dem Unfall große Mengen Kraftstoff ausgelaufen sind, wurde das Wasserwirtschaftsamt eingeschaltet. Das verunreinigte Erdreich muss ausgetauscht werden. Sowohl die deutsche Polizei als auch die US-Militärpolizei eilte zum Unfallort. Die Feuerwehren aus Freihung, Hahnbach und Atzmannsricht sicherten den Panzer mit Stützen und Haltegurten.

Der Panzer war nicht aufmunitioniert. Seine Bergung gestaltete sich schwierig. Die US-Armee beorderte zwei Bergepanzer an die Unfallstelle. Von einem angrenzenden Feld aus wuchtete eines dieser Fahrzeuge den Unfallwagen mit einer schweren Kette wieder auf die Räder. Der andere mit einem Kran ausgestattete Panzer sollte das beschädigte Militärfahrzeug dann per Seilwinde aus dem Graben zurück auf die Straße ziehen. Der Versuch scheiterte, weil plötzlich der Bergepanzer aufgrund eines technischen Defekts seinen Dienst versagte. Erst als dieses Fahrzeug wieder flottgemacht war, konnte der Radpanzer auf die Fahrbahn gezogen und abtransportiert werden. Die Sperre der Bundesstraße zog sich deswegen bis 13.15 Uhr hin.

Für die Bergung musste auch die intakte Leitplanke auf einer Länge von etwa 50 Metern abmontiert werden. Über die genaue Schadenhöhe ist noch nichts bekannt. Die Polizei geht von einem Euro-Betrag im "fünfstelligen Bereich" aus. Da sich der Unfall genau in der Ortsumgehung Atzmannsricht ereignete, konnte die Feuerwehr den Verkehr kleinräumig über das Dorf umleiten. Für größere Behinderungen sorgen die Militärkolonnen aber bereits seit Tagen auf der Bundesstraße 299 in Ammersricht. Von der Bayreuther Straße aus staut sich der Verkehr mitunter bis zur Trocknungsanlage bei Kienlohe zurück.

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