25 Jahre Geriatrische Rehabilitation in Auerbach

Auerbach
30.06.2022 - 11:56 Uhr

Die St.-Johannes-Klinik in Auerbach ist eine renommierte und hochbewertete Klinik in Bayern für Geriatrische Rehabilitation. Seit 25 Jahren werden dort ältere Menschen umfassend betreut. Dies wurde nun gefeiert.

Bei der Feier zum 25-Jährigen der Geriatrie in Auerbach (von links): Landrat Richard Reisinger, Carola Lang (Sekretariat), Chefarzt Dr. Goß, Thomas Ziegler (Pflegerische Leitung), Vorstand Roland Ganzmann, Ärztlicher Direktor Dr. Klaus Nester sowie Bürgermeister Joachim Neuß freuen sich über das Jubiläum.

Im April 1997 wurde die Geriatrische Rehabilitation in Auerbach gegründet. In diesem Jahr feiert die Fachabteilung damit ihr 25-jähriges Bestehen. Initiator und am Aufbau maßgeblich beteiligt war der damalige Chefarzt Dr. Karl Hilgarth. Seitdem wurden mehr als 25.000 Menschen aus der erweiterten Region vor Ort rehabilitiert. In Deutschland leben immer mehr Hochbetagte. Um altersgerecht älter zu werden, wird die Geriatrie – die Lehre von den Krankheiten und der Therapie des alternden Menschen – immer wichtiger, heißt es in einer Pressemeldung der Klinik. Um möglichst lange selbstständig zu bleiben und beispielsweise auch nach einem Unfall weiter selbstbestimmt leben zu können, nimmt die Bedeutung der Geriatrischen Rehabilitation immer mehr zu. Sie ist einer der Schlüssel für Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter. "Geriatrische Rehabilitation sichert die Chancen auf Teilhabe älterer Menschen, die Wiederherstellung verlorengegangener Fähigkeiten und ermöglicht den Rückgewinn der Alltagskompetenz. Der Grundsatz Rehabilitation vor Pflege stellt dabei die Zielvorgabe dar", erläutert Chefarzt Dr. Edmund Goß in dem Schreiben. "Aufgrund der steigenden Lebenserwartung hat auch der Bedarf an geriatrischer Medizin und Rehabilitation stark zugenommen", berichtet Klinikvorstand Roland Ganzmann. "Wichtig ist eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie, die spezifisch auf ältere Generationen abgestimmt ist."

An der St.-Johannes-Klinik profitieren die Rehabilitanden im Vergleich zu anderen reinen Reha-Einrichtungen auch von der internistischen Akutmedizin und der ärztlichen Rund-um-die-Uhr-Versorgung im Haus. Seit Gründung der Geriatrischen Rehabilitation wurde dieser Bereich von ursprünglich 35 Betten auf mittlerweile 53 Betten ausgeweitet. Dies ist auch Zeichen für den steigenden Bedarf an Geriatrischer Rehabilitation bei einer immer älter werdenden Bevölkerung. "Der durchschnittliche Rehabilitand in der St.-Johannes-Klinik Auerbach ist 82 Jahre alt und zu 67 Prozent weiblich. Die meisten leiden an chronischen Vorerkrankungen", berichtet Dr. Edmund Goß, Chefarzt der Klinik. "Oft kommen Seniorinnen und Senioren nach einer Operation oder einem Schlaganfall zu uns in die Klinik. In einigen Fällen stellen wir erst bei uns noch weitere Begleiterkrankungen fest wie Demenz, Herzrhythmusstörungen oder eine verminderte Mobilität. In der Regel bleiben die Rehabilitanden drei bis fünf Wochen stationär in der Klinik. In dieser Zeit werden sie von uns ärztlich, therapeutisch und pflegerisch intensiv betreut". Der Chefarzt ist selbst bereits seit knapp 26 Jahren in der St.-Johannes-Klinik tätig und ist damit ein Mann der ersten Stunde in der Geriatrischen Rehabilitation.

Psychische Betreuung wichtig

Der Pflegerische Stationsleiter Thomas Ziegler ergänzt: "Der größte Erfolg für uns ist es, den Rehabilitanden, die mit körperlichen Einschränkungen zu uns kommen, so gut helfen zu können, dass sie sich zu Hause wieder selbst versorgen können." Um die Betroffenen fit für den Alltag zu machen, steht neben den Geriatern und Internisten ein ganzes Therapeuten-Team aus Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Psychologen zur Verfügung. Ein besonderes Augenmerk liegt stets auf Übungen zur Bewältigung des Alltags: Trainiert wird beispielsweise das Aufstehen aus dem Bett, das Gehen oder feinmotorische Bewegungen wie das Zuknöpfen eines Hemdes. Bei der Rehabilitation steht aber nicht nur der körperliche Aspekt im Vordergrund, ergänzt Dr. Klaus Nester, der Ärztliche Direktor der beiden Landkreiskrankenhäuser. Dr. Nester selbst war viele Jahre für die Geriatrische Rehabilitation in Auerbach ärztlich mitverantwortlich und hat damit ebenfalls einen gewichtigen Anteil an der 25-jährigen Erfolgsgeschichte, heißt es. Dr. Nester weiß deshalb zu berichten: "Genauso wichtig ist, die Patientinnen und Patienten psychisch wieder aufzubauen, denn oft sind vorherige Krankenhausaufenthalte, belastende Diagnosen und erworbene Alltags-Einschränkungen für sie ein richtiger Schock."

Hohe Akzeptanz

Die Klinik genießt sowohl regional als auch überregional hohe Anerkennung und große Akzeptanz. Seit ihrer Eröffnung hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt und vergrößert. Bürgermeister Joachim Neuß, auch Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach, ergänzt: "Wir können mit Stolz zusammen mit unserem Klinik-Team auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Die St.-Johannes-Klinik mit ihrem geriatrischen Schwerpunkt ist ein Aushängeschild für die Stadt Auerbach. Die neue Zertifizierung und die Focus-Auszeichnung dokumentieren auch das hohe Qualitätsniveau der Geriatrischen Rehabilitation in der Klinik." Landrat Richard Reisinger hebt die Unterstützung des Landkreises hervor: "Die Geriatrische Rehabilitation wird wie die Akutmedizin leider seit vielen Jahren nicht auskömmlich finanziert. Diese ist aber alleine aufgrund der demographischen Entwicklung und des hohen Nutzens für die Rehabilitanden im Landkreis Amberg-Sulzbach notwendig und unverzichtbar. Der Landkreis nimmt deshalb seine Verantwortung für die St.-Johannes-Klinik gerne auch in Zukunft wahr. Dies sehen wir als selbstverständliche Verpflichtung unseren älteren Mitmenschen und auch unseren Beschäftigten in Klinik gegenüber."

 
 

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