28.08.2019 - 11:51 Uhr
AuerbachOberpfalz

Einkleidungsfeier für neue Schulschwestern in Auerbach

Über Universitäten und eine Dolmetscherschule hat der Weg drei junge Frauen zu den Schulschwestern geführt. Eine studierte sogar zwei Mal Theologie - evangelisch und katholisch.

Auf die kommenden beiden Jahre als Novizinnen im Mutterhaus in Auerbach freuen sich (von links) Elena Schmidt, Veronika Steiner und Maxie Jacobi.
von Autor SCKProfil

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche rollen die Schwestern des Auerbacher Mutterhauses für Erzbischof Ludwig Schick den roten Teppich auf den Treppen zur Klosterkirche aus. Nach der Professfeier am Dienstag kommt der Bamberger Oberhirte am Samstag um 10 Uhr zur Einkleidungsfeier für drei Postulantinnen. Sie empfangen ihr Ordenskleid und ihren Schwesternnamen.

Zum Bericht über die Feier der zeitlichen und ewigen Profess

Die vergangenen Monate haben Elena Schmidt, Biologin mit Bachelor-Abschluss an der Universität Würzburg, die in Baden-Württemberg geborene Dolmetscherin Veronika Steiner und die evangelische Theologin und Konvertitin Maxie Jacobi aus Tübingen bei den Schulschwestern von unserer Lieben Frau verbracht. Nachdem sie das Ordensleben kennengelernt haben, beginnen sie ein zweijähriges Noviziat in der Auerbacher Gemeinschaft.

Glaubensleben anfangs "eher lau"

Die Heimat von Elena Schmidt liegt in der Nähe von Koblenz. Dort hat sie das Gymnasium besucht und ihr Abitur gemacht. Nach einem "eher lauen Glaubensleben" fand sie als 15-Jährige durch Maria zu einer persönlichen Gottesbeziehung, erzählt sie. Sie schloss sich einem Gebetskreis an, ging regelmäßig zur Messe und besuchte Jugendtreffs der neuen geistlichen Gemeinschaft "Totus Tuus". Beim Prayerfestival 2017 in Auerbach lernte sie die Schulschwestern kennen.

Da sie Ordenschristen nie als etwas Außergewöhnliches empfand, habe sie ein Klosterleben ebenso wie die Gründung einer Familie als grundsätzliche Optionen für ihren Lebensweg gesehen. Eine Vertiefung ihrer Glaubenspraxis weckte in ihr dann den Wunsch, ganz für Gott zu leben.

Früh ans Kloster gedacht

In Baden-Württemberg geboren, lebte Veronika Steiner dort bis zur Kindergartenzeit. Eingeschult wurde sie in Ostfriesland. Acht Jahre später zog ihre Familie in den Süden Bayerns, wo sie auch die Prüfungen für ihr Abitur absolvierte. Mit ihren beiden Schwestern wuchs sie in einer sehr gläubigen katholischen Familie auf. Schon als Kind habe sie der Gedanke fasziniert, einmal in ein Kloster einzutreten, sagt sie. Ihr Glaube festigte sich mit den Jahren.

An der Würzburger Dolmetscherschule studierte sie Französisch und Englisch und ging anschließend für ein sechsmonatiges Praktikum nach Ruanda. Beruflich führte sie der Weg dann nach Köln in die Verwaltung einer Ordensgemeinschaft, für die sie sieben Jahre lang gearbeitet hat. Ihre Freizeit verbringt sie mit Violin- und Geigenspiel. Sie wandert gerne in der Natur und mag die Gartenarbeit, oder sie beschäftigt sich mit Malen, Zeichnen und Ikonenschreiben.

Auf einer Wallfahrt kam sie mit Schwestern aus dem Auerbacher Kloster in Kontakt und fühlte sich von deren Spiritualität angesprochen. Genauso sagte ihr die Ausrichtung nach der Regel des Heiligen Augustinus zu. Sein langes, unruhiges Suchen biete ihr Identifikationspunkte mit sich selbst. Nach den Monaten in der klösterlichen Gemeinschaft der Schulschwestern will sie jetzt uneingeschränkt Ja zu einem Lebensweg mit ihnen sagen. Bis dahin habe sie lediglich den eher allgemeinen Wunsch für ein Ordensleben gespürt, wäre aber der konkreten Entscheidung aus dem Weg gegangen, beschreibt sie ihre Gefühle.

Berufsziel Pfarrerin

Die in Tübingen geborene Maxie Jacobi stammt aus einem evangelischen Elternhaus, Sie besuchte das Gymnasium und studierte nach dem Abitur evangelische Theologie. Sie wollte Pfarrerin werden, weil sie es als ihre Berufung erkannt hatte, das Evangelium zu verkünden und Menschen zu Gott zu führen. Unterschiedliche positive Erfahrungen in der katholischen Kirche hätten sie dann näher zu Gott gebracht und sie neue Wahrheiten erkennen lassen. Nach dem ersten Praxisjahr in einer evangelischen Gemeinde konvertierte sie zur katholischen Kirche. "In Heiligenkreuz in Niederösterreich fand ich einen guten Ort, um nochmals Theologie zu studieren - diesmal katholische Theologie. Mit Freude wuchs ich immer mehr in den Glauben der Kirche hinein, aber der Gedanke an ein mögliches Ordensleben lag mir damals noch fern", schildert sie diese Entwicklung. In ihrem Traumberuf Pastoralassistentin wollte sie das Evangelium verkündigen und sah ihre Zukunft in einem Leben als Ehefrau und Mutter.

Dies änderte sich im Herbst vergangenen Jahres. An einem Muttergottesfest wurde ihr klar, dass Gott sie zur engeren Nachfolge als Ordensschwester ruft. Damals lernte sie die Gemeinschaft der Auerbacher Schulschwestern in der österreichischen Filiale in Maria Schutz, nicht weit von Heiligenkreuz entfernt, kennen. Sie fühlte sich von Anfang an wohl bei den Schwestern und besuchte sie öfter. Nun freut sie sich auf das Noviziat im Mutterhaus in Auerbach.

Elena Schmidt, Veronika Steiner und Maxie Jacobi treten als Postulantinnen in der Einkleidungsfeier vor die Ordensoberen der Kongregation und erbitten die Aufnahme ins Noviziat.

Zur Vorstellung der Schwestern, die sich am Dienstag für drei Jahre oder auf Lebenszeit an den Orden gebunden haben

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