06.08.2021 - 16:26 Uhr
AuerbachOberpfalz

Feldküche des ASB Jura leistet wertvolle Dienste im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz

Kein Strom, kein Trinkwasser - und doch kommen täglich 5000 bis 6000 Portionen Essen auf den Tisch. Helfer aus der Oberpfalz haben das mehrere Tage lang gewuppt in Bad Neuenahr, wo Mitte Juli ein verheerendes Unwetter tobte.

Andreas Brunner (links) mit seinem Team an Ehrenamtlichen nach der Rückkehr aus dem Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz.
von Jürgen MaschingProfil

Zwei Einsätze, die insgesamt neun Tage dauerten, absolvierten Helfer des Regionalverbands Jura im Arbeiter-Samariterbund (ASB) im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Am Mittwoch kehrten die Ehrenamtlichen an ihren Standort zurück. "Es waren einschneidende Erlebnisse", berichtete der Vorsitzende des ASB-Regionalverbandes Jura, Roland Löb, am Freitag bei einem Online-Pressegespräch.

Er erklärte, dass ein Kontingent aus zwei Komponenten besteht, nämlich aus der Technik und dem Personal. "Wir haben sehr viel in unsere Feldküche investiert und überlegt, rentiert sich das überhaupt?", blendete er sechs Jahre zurück. Damals habe es durchaus Zweifel gegeben, ob diese Küche auch gebraucht werde. "Nun hatten wir unseren Einsatz damit, und die Leute waren heilfroh, dass es uns gab." Ebenso freute sich Löb, wie offen und bereitwillig die betroffenen Unternehmen Mitarbeiter abstellten.

Danach berichtete Andreas Brunner über die beiden Einsätze. Die erste Anforderung kam am 20. Juli, und schon tags darauf machten sich acht Samariterinnen und Samariter auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz. Inzwischen kann Brunner sehr gut über das Geschehene berichten. "Am Tag 1 und 2 nach dem ersten Einsatz war das überhaupt nicht möglich", ließ er in sein Inneres blicken. Die Begleitung durch ein Team der Psychosozialen Notfallversorgung sei schon vor Ort gegeben.

Beim ersten Einsatz war die Gruppe in Bad Neuenahr untergebracht. "Wir mussten einen Betreuungsplatz 500 einrichten", sagte der Zugführer. "So etwas wurde bisher noch nie in einem Einsatz erprobt." Es habe aber sehr gut funktioniert. "Wir hatten keinen Strom, wir hatten keine Trinkwasserversorgung und auch keinen Abfluss", schilderte Brunner die Verhältnisse. Dennoch gingen 5000 bis 6000 Essen pro Tag über die Theken des Betreuungskontingentes Oberpfalz. Darin arbeiteten Johanniter, Malteser, BRK und ASB zusammen, um die Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr und Rettungsdienst, aber auch die Bevölkerung zu versorgen: "Die gekommen sind und Hunger gehabt haben, bekamen auch etwas zu essen."

"Die Einsatzkräfte, die zum Essen kamen, erzählten uns ihre Geschichten und verarbeiteten diese während des Essens", sprach der Zugführer einen anderen Aspekt an. Wichtig sei es ihm gewesen, immer dabei zu sein und sich dies auch anzuhören: "Dies ist auch ein Stück des Psychosozialen Notfallversorgung." Nach vier Tagen wurden die Oberpfälzer von einem Kontingent aus Schwaben abgelöst. Insgesamt wurden zusammen 880 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit eingebracht.

Nach einigen kurzen Tagen zur Reinigung und Instandhaltung der Gerätschaften ging es bereits wenige Tage später wieder nach Rheinland-Pfalz. Diesmal lautete der Auftrag, für das Kontingent - etwa 80 Personen - Essen und Getränke bereitzustellen. "Wir mussten weniger kochen und konnten auch etwas anderes anbieten, zum Beispiel Rouladen mit Blaukraut. Das kam bei den Einsatzkräften sehr gut an."

Zum Ende betonte Brunner die hervorragende Zusammenarbeit zwischen allen Organisationen - ASB, Malteser, Johanniter und BRK. "Es war ein gemeinsamer Auftrag, der miteinander ausgeführt wurde", fasste er zusammen. Die Betreuung der Ehrenamtlichen noch Wochen nach den Einsätzen sei beim ASB Jura gewährleistet, denn das Gesehene und Gehörte "wird niemand so schnell wieder vergessen".

Helfer stellen sich auf einen längeren Einsatz ein

Weiden in der Oberpfalz
Zwei Helfer schneiden Fleisch fürs Gulasch.
Ein Teller mit Nudeln und Gulasch aus der ASB-Feldküche.
5000 bis 6000 Essen brachte die Feldküche täglich auf den Tisch.
Hintergrund:

Bilanz aus vier Tagen Feldküchen-Einsatz

  • Verarbeitet wurden: 2,5 Tonnen Wurst und Fleisch, 5000 Semmeln, 1000 Kilo Brot und Nudeln, Reis und Obst
  • Geliefert von: Metro Koblenz, aber auch von vielen Privatpersonen mit Einkaufswagen bis hin zu Lkw-Ladungen
  • Speiseplan: Vom einfachen Schöpfgericht bis zu Gulasch mit Nudeln.

 

 

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