(cs) Einst sorgte Degelsdorf durch den Bergbau für manche Schlagzeile. Jetzt war es die Übernahme großer ökologischer Flächen der ehemaligen Maxhütte, die das Umweltministerium, der Bayerische Naturschutzfonds, der Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach sowie der Landesbund für Vogelschutz vertraglich besiegelten.
„Wir wollen die ehemaligen Bergbauflächen wieder mit neuem Leben füllen“, sagte Umweltminister Marcel Huber in Sichtweite der grasenden Wappentiere der Stadt Auerbach. Bayern müsse wieder blühen, und dazu werde der Freistaat seiner Verantwortung auf den eigenen Flächen gerecht. Zu den bisher rund 160 Hektar kommen weitere 20 hinzu: „Ein weiteres Bauteil unserer Öko-Firewall für den Artenschutz“.
Der Bayerische Naturschutzfonds wird Konzepte erstellen, die mit den Partnern vor Ort auf den einzelnen Flächen umgesetzt werden sollen. Auch die Landwirte vor Ort will der Minister für den „Blühpakt Bayern“ begeistern; ein neu gestartetes Großprojekt zum Insekten- und Artenschutz. „Die Natur braucht das“, verwies Marcel Huber auf den beunruhigenden Rückgang bei den Insekten, die als Helfer bei der Bestäubung Enormes leisten. 71 Prozent der Nahrungsmittel kämen nur durch Bestäubung zustande.
Landrat Richard Reisinger zeigte sich zufrieden über das Ergebnis seines Schreibens vor drei Jahren an Hubers Vorgängerin Ulrike Scharf. Er bat darum, die ehemaligen Maxhütten-Grundstücke, die dem Freistaat gehören, dauerhaft für die Natur zu bewahren und sie entsprechend fachlich betreuen zu dürfen. Es sei ihm durchaus bewusst gewesen, dass die Immobilien Freistaat Bayern angehalten sei, staatseigene Grundstücke betriebswirtschaftlich und profitabel zu vermarkten. Dem stellte er das „natur-erotische Ziel“ eines Biotopverbunds gegenüber, ein Leitbildziel des Landkreises.
Dadurch gewinnen die Naturschutzgebiete Leonie und Großenfalz sowie die angrenzenden FFH-Gebiete an Attraktivität dazu. Durch die extensive Landbewirtschaftung mit den Landwirten werde eine besondere Kulturlandschaft erhalten. „Letztlich geben wir der Natur ein Stück weit zurück, was wir ihr durch die Montanwirtschaft mitunter schmerzlich genommen haben, abgerungen und geraubt haben“, betonte Reisinger. Seine Anerkennung galt allen Mitarbeitern, die ihn von Anfang an überzeugen konnten, dass es sich um eine einmalige Chance handle: „Es ist uns ein richtiger Coup gelungen“.
Bürgermeister Joachim Neuss wusste in seiner Rolle als Gastgeber die Vorzüge der Stadt ins rechte Licht zu rücken. Den tiefen Einschnitt durch das Ende des Bergbaues habe sie gut überwunden. „Wir leisten uns ein Hallen- und Freibad. Stolz sind wir auch auf das Krankenhaus. Längst haben die angesiedelten Auerochsen die Akzeptanz der Bevölkerung gefunden.“
Neben den beiden Landtagsabgeordneten Harald Schwartz und Reinhold Strobl hatten sich Vertreter der Stadt Sulzbach-Rosenberg, des Bergamtes Nordbayern, des Landratsamtes Amberg-Sulzbach, des Amtes für Ernährung und Forsten, des Landschaftspflegeverbandes, der LBV-Landesgeschäftsstelle und des Naturschutz-Fonds, die örtlichen Betreuer für die Heckrinder, Wolfgang Wiesent und Dieter Treuter sowie LBV-Kreisvorsitzender Bernhard Moos, eingefunden. Er übernahm im Anschluss die Führung entlang der Bruchfelder.
Wir wollen die ehemaligen Bergbauflächen wieder mit neuem Leben füllen.













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