26.08.2021 - 16:16 Uhr
AuerbachOberpfalz

Vier Frauen vor Gelübde im Kloster in Auerbach

Eine war dabei, evangelische Pfarrerin zu werden; eine andere hat als Werkzeugmacherin bei Audi gearbeitet: Beispiele aus den Biografien der Frauen, die am Samstag ein Ordensgelübde bei den Schulschwestern ablegen.

Veronika Steiner und Maxi Jacobi (von links) legen am Samstag als Schwester M. Lea und Schwester M. Pauline das zeitliche Gelübde bei den Schulschwestern ab.
von Autor SCKProfil

Am kommenden Samstag, 28. August, wollen in der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt vier junge Frauen die Ordensgelübde der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau ablegen. Dazu kommen Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg und die Generaloberin der Kongregation, Mutter Anežka Bednarová aus Königgrätz/Tschechien.

Ein Noviziat hatten Schwester M. Lea Steiner und Schwester M. Pauline Jacobi bei ihrer Einkleidung vor zwei Jahren begonnen. Jetzt wollen sie sich durch ihr zeitliches Gelübde auf die Dauer von drei Jahren zum Leben in der Kongregation der Schulschwestern verpflichten.

Schwester M. Lea Steiner kam in Baden-Württemberg zur Welt. Zur Schule ging sie acht Jahre lang in Ostfriesland und dann im Süden Bayerns. Dort machte sie auch ihr Abitur. Mit zwei Schwestern wuchs sie in einer sehr gläubigen katholischen Familie auf und sei schon als Kind, wie sie sagt, fasziniert gewesen, von dem Gedanken, einmal in ein Kloster einzutreten.

An der Würzburger Dolmetscherschule studierte sie Französisch und Englisch und ging anschließend für ein sechsmonatiges Praktikum nach Ruanda. In Köln arbeitete sie sieben Jahre lang in der Verwaltung einer Ordensgemeinschaft. In ihrer Freizeit spielt sie gerne Violine und Geige. Wandern in der Natur, Gartenarbeit, Malen und Zeichnen oder Ikonen schreiben nennt sie als weitere Hobbies. Auf einer Wallfahrt lernte sie Schwestern aus dem Auerbacher Kloster kennen. Ihre Spiritualität sprach sie ebenso an wie die Ausrichtung nach der Regel des heiligen Augustinus.

Schwester M. Pauline Jacobi stammt aus einem evangelischen Elternhaus in Tübingen. Sie studierte nach dem Abitur evangelische Theologie, weil sie Pfarrerin werden wollte. Sie machte dann unterschiedliche positive Erfahrungen in der katholischen Kirche und konvertierte nach dem ersten Praxisjahr in einer evangelischen Gemeinde. In Heiligenkreuz in Niederösterreich studierte sie noch einmal, diesmal katholische Theologie. Die Gemeinschaft der Auerbacher Schulschwestern lernte sie in deren österreichischer Filiale in Maria Schutz kennen. An einem Muttergottesfest wurde ihr klar, dass Gott sie zur engeren Nachfolge als Ordensschwester gerufen habe.

Für Schwester M. Esther und Schwester M. Hannah sind die drei Jahre ihres zeitlichen Gelöbnisses vorbei. Sie geloben nun in ihrer ewigen Profess Keuschheit, Armut und Gehorsam für die Dauer ihres Lebens. Zum äußeren Zeichen ihrer Hingabe an Jesus Christus bekommen sie am Samstag einen Ring und ein Brautkränzchen.

Schwester M. Esther Borstner wurde in Klagenfurt/Kärnten geboren und hat fünf Geschwister. Sie beschreibt ihre Familie als religiös. Gebete und der Besuch der Messe gehörten wie selbstverständlich zu ihrem Leben. So habe es ihre Familie nicht groß überrascht, als sie sich entschloss, ihr Leben Christus zu schenken.

Schwester M. Hannah Walter stammt aus dem Wallfahrtsort Mindelstetten, der durch die Heiligsprechung von Anna Schäffer weltberühmt wurde. Als gelernte Werkzeugmacherin hat sie bei Audi in Ingolstadt gearbeitet. Den Wunsch, Ordensfrau zu werden, verspürte sie im Gebet. "Ich erfuhr es als beglückende Wirklichkeit, von Gott geliebt zu werden", erklärt sie. Als sie eine Auerbacher Schulschwester kennen lernte, kam sie öfter ins Mutterhaus zu Besuch, wo es ihr immer besser gefiel, bis sie im Kloster über das Noviziat und die zeitliche Profess den Weg zur Ordenszugehörigkeit auf Lebenszeit fand.

Schwester Pauline schildert ihren Weg ins Kloster

Auerbach
Nach ihrer zeitlichen Profess im Jahr 2018 verlassen Schwester M. Esther Borstner (hinten rechts) und Schwester M. Hannah Walter (hinten links) die Mutterhauskirche. Vor ihnen gehen zwei Novizinnen mit weißen Schleiern.

 

 

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