21.11.2019 - 10:30 Uhr
Oberpfalz

Autopilot ausschalten

Eigentlich funktionieren wir mehr, statt das Leben bewusst wahrzunehmen. Wir geraten in einen Trott. Bleiben Sie neugierig und erleben Sie wieder öfter den Moment mit allen Sinnen, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Achtsamkeit zu üben. Ein Ausflug in die Natur ist eine davon, setzen Sie dabei ganz bewusst Ihre Füße auf den Boden, spüren Sie den Wind im Gesicht.
von Autor EWAProfil

Nach dem Aufstehen Kaffee kochen. Zur Arbeit fahren. Aufgaben erledigen, Mails beantworten, To-do-Listen abhaken. Nach Feierabend die üblichen Besorgungen machen, das gewohnte Training im Fitnessstudio absolvieren. Duschen. Später den Haushalt erledigen, den Fernseher anschalten. Vieles, was wir in unserem Alltag tun, geschieht unbewusst. Wir haben unsere eigene Routine entwickelt, die meisten unserer Tätigkeiten laufen ganz automatisch ab. Wissenschaftliche Studien belegen: Nur rund fünf Prozent unseres Lebens steuern wir bewusst. Die restlichen 95 Prozent unserer Handlungen laufen unbewusst ab, auf Autopilot quasi.

"Ist das denn nun schlecht?", fragen Sie sich jetzt vielleicht. Erst einmal nicht. Stellen Sie sich nur mal vor, wir müssten bei jedem Atemzug, jedem Schluck oder jedem Schritt erst nachdenken. Dazu kommt, dass unser Bewusstsein - wenn wir es einmal mit einem Computer vergleichen - nur eine relativ geringe Rechenleistung hat. Es ist also eigentlich ganz hilfreich, dass wir nicht immer bewusst reagieren, denken und handeln müssen, sondern so vieles schon automatisch tun. Anders sieht es jedoch dann aus, wenn es um unsere Wahrnehmung geht.

Denn dauernd auf Autopilot zu sein bedeutet, dass wir eigentlich mehr funktionieren, statt unser Leben bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Dass wir zu oft an festgefahrenen Denkweisen festhalten. Und dass wir in einen Trott geraten, der uns alles andere als glücklich macht. Deswegen ist es wichtig, dass wir unseren Autopiloten auch regelmäßig ausschalten. "Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen - doch es wachsen keine Blumen auf ihr", erkannte Vincent van Gogh einmal so schön.

Achtsamkeit ist auch hier einmal wieder das Zauberwort. Nur wenn wir diese in unsere tägliche Routine einbauen, können wir uns selbst und andere Menschen um uns herum wieder bewusst wahrnehmen, neue Erfahrungen machen und unseren Horizont erweitern. Lassen Sie uns also neugierig bleiben und den Moment wieder öfter mit allen Sinnen erleben. "Das hört sich ja alles gut an", sagen Sie nun vielleicht. "Aber wie soll das denn nun funktionieren?" Dabei sind Sie im Kopf wahrscheinlich schon wieder bei den Aufgaben, die Sie heute noch erledigen müssen. Wahrscheinlich wie so oft auf Autopilot geschaltet.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Achtsamkeit zu üben. Ein Ausflug in die Natur ist eine davon, setzen Sie dabei ganz bewusst Ihre Füße auf den Boden, spüren Sie den Wind im Gesicht. Oder machen Sie regelmäßig Atemübungen oder Yoga, meditieren Sie, verbringen Sie außerdem ruhig mehr Zeit mit kleinen Kindern und Tieren. Doch auch achtsames Kochen oder Bügeln funktioniert wunderbar. Seien Sie einfach immer ganz bei dem, was Sie gerade tun.

Halten Sie ruhig öfter mal inne, führen Sie Tätigkeiten anders aus als gewohnt, durchbrechen Sie einfach ab und an Ihre tägliche Routine. Nehmen Sie einen anderen Weg zur Arbeit, verbringen Sie Ihre Mittagspause statt in der Kantine mal in einem netten Café, sprechen Sie mit Menschen, die Sie noch nicht kennen. Probieren Sie etwas Neues aus. Tun Sie ruhig öfter etwas, das Sie noch nie getan haben. Und seien Sie dabei ganz bewusst bei der Sache. Auch Dankbarkeit ist übrigens eine hervorragende Achtsamkeitsübung. Lassen Sie am Abend Ihren Tag noch einmal Revue passieren und machen Sie sich bewusst, was Sie bewegt und glücklich gemacht hat. Und schalten Sie dabei den Autopiloten einfach mal aus.

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