23.02.2021 - 11:02 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Bauschuttdeponie Maiersreuth: Sanierung oder Schließung

Es wären noch Kapazitäten vorhanden. Doch jetzt muss die Gemeinde Bad Neualbenreuth entscheiden, wie es mit der Anlage weitergehen soll. Bürgermeister Klaus Meyer gab in der jüngsten Sitzung des Marktrats die Richtung vor.

Der Eingang zur Bauschuttdeponie Maiersreuth. Jetzt muss der Marktrat entscheiden, ob die Anlage geschlossen oder der seit 1990 laufende Betrieb fortgeführt wird.
von Josef RosnerProfil

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ging es um die Bauschuttdeponie in Maiersreuth. Sie sei seit 1990 in Betrieb und werde von der Bevölkerung gut angenommen wird, berichtete Bürgermeister Klaus Meyer. Wegen der Änderung der Deponieverordnung im vergangenen Jahr und einer Verpflichtung des Landratsamtes zur vierjährigen Überprüfung fand jetzt eine Begehung zusammen mit Vertretern des Landratsamts und dem Wasserwirtschaftsamt statt.

„Letztendlich müssen wir als Marktgemeinde entscheiden, ob wir die Deponie ausbauen oder schließen wollen“, sagte Bürgermeister Klaus Meyer. Eine Fortsetzung des Betriebs würde einen erheblichen Aufwand bedeuten. Dies gelte nicht nur für die finanzielle Seite. "Wir benötigen zu beiden Varianten fachkundige Ingenieurbüros“, so Meyer über die Möglichkeiten.

Kostenvergleich

Meyer sprach sich dafür aus, die anfallenden Kosten bei einer Schließung mit den anfallenden Kosten einer Weiterbetriebs zu vergleichen. „Bei einer Schließung müssen wir viel Geld ausgeben." Dieses sei aber in den Rücklagen nicht vorhanden. "Weiter könnten wir keine adäquate Entsorgungsmöglichkeit mehr anbieten." Deshalb fürchtete Meyer verstärkt wilde Ablagerungen in Flur und Wäldern.

Der Bürgermeister wollte beide Möglichkeiten abwägen lassen und dann den Marktrat entscheiden lassen. Bislang seien rund 20.000 Kubikmeter Bauschutt und Erdaushub eingelagert; die gleiche Menge sollte noch einmal möglich sein. „Wir können jetzt nicht so einfach die Deponie zuschieben, sondern da gibt es klare Regeln zu beachten, die in der Deponieverordnung enthalten sind.“

Meyer für weiteren Betrieb

„Eine Schließung unserer Deponie wäre jammerschade.“ Sie dürfe ausschließlich von Bürgern der Marktgemeinde benützt werden. „Es wird nur eingelagert, was auch eingelagert werden darf.“ Meyer war überzeugt, dass die Deponie nicht der Umwelt schade, sondern ihr nütze. Deshalb sprach sich der Bürgermeister klar für einen Weiterbetrieb aus und will darüber auch das Landratsamt informieren.

„Eine Schließung unserer Deponie wäre jammerschade.“

Bürgermeister Klaus Meyer

Bürgermeister Klaus Meyer

Ziel müsse es sein, weiter für eine geordnete Entsorgung von Bauschutt und Erdaushub zu sorgen. Strikt lehnt der Bürgermeister eine Waage bei der Einfahrt in die Deponie ab. „Das wird so nicht funktionieren, sollte das so kommen, müssen wir schließen.“ Dritter Bürgermeister Johannes Saalfrank (SPD-FW) regte ein Gespräch mit dem Steinmühler Deponieleiter Peter Förster an. Dieser sei in Neualbenreuth zu Hause. „Er könnte uns durchaus Tipps und Anregungen über eine Weiterführung geben“, sagte Saalfrank.

Noch 15 Jahre

„Wenn die Deponie noch 15 Jahren reichen würde, wäre das ja toll", ergänzte Klaus Meyer. "Wenn wir behördlicherweise nachjustieren müssen, dann machen wir das auch, vorausgesetzt, es ist wirtschaftlich darstellbar. Wir wollen keine neue Deponie, sondern die alte erhalten.“

Meyer will mit Vertretern des Landratsamts sprechen und danach den Marktrat über das weitere Vorgehen informieren. Hubert Stark (SPD-FW) sagte: „Wir müssen in jedem Fall den Kosten-Nutzen-Faktor im Auge behalten.“

Laut Meyer wird die Deponie schon jetzt kostendeckend geführt. Die Einlagerung pro Kubikmeter Bauschutt kostet übrigens 16 Euro, ein Kubikmeter Erdaushub 6 Euro. Anlieferungen sind zuvor beim Bauhof anzumelden, Telefon 09638/793.

In Maiersreuth wurde vergangenen Herbst ein umfangreiches Bauprojekt beendet

Maiersreuth bei Bad Neualbenreuth
Bislang sind rund 20.000 Kubikmeter Bauschutt und Erdaushub in der Deponie eingelagert. Die gleiche Menge sollte nochmals möglich sein, hieß es im Marktrat.
Der Eingang zur Deponie ist mit einer Schranke gesichert. Bauschutt und Erdaushub können hier nur von Bürgern der Marktgemeinde eingelagert werden.
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