18.02.2020 - 11:44 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Bürgermeister jetzt für "Bäderbahn"

Von seiner ursprünglichen Idee einer Zahnradbahn auf den Tillenberg hat sich Bürgermeister Klaus Meyer längst verabschiedet. Doch er fordert eine staatlich geförderte "Bäderbahn", die Verbindungen in die Nachbarorte schafft.

Klaus Meyer zieht derzeit die kommunalpolitischen Fäden in Bad Neualbenreuth. „Für meine Marktgemeinde werde ich mich auch weiterhin einsetzen und die Verbindungen pflegen“, versprach er.
von Werner RoblProfil

Er werde weiter "radeln", damit diese und weitere Projekte Wirklichkeit werden, versprach Meyer beim politischen Frühschoppen der CSU/CWG. Alle Generationen waren dabei. Erst der Gottesdienst, danach ein zünftiger Frühschoppen, um an den Stammtischen über Gott und die Welt zu diskutieren: Diesen etwas selten gewordenen Brauch pflegten gut 150 Einwohner. Zu Weißwürsten, Brezen und einem Umtrunk im Tillensaal hatten die Christsozialen und die Christliche Wählergemeinschaft eingeladen.

Für den passenden Rahmen sorgten die "Fraischboum". "Wir sind stolz auf unsere Blasmusik und deren Ableger", freute sich der Bürgermeister nicht nur über die musikalischen Gäste. Klaus Meyer, hoch motiviert von der Besucherzahl und der entspannten Stimmung, erklärte: "Beim Reden kumma d' Leit z'samm." Den Frühschoppen genossen auch Bürgermeister Bernd Sommer aus Waldsassen und sein Mitterteicher Amtskollege Roland Grillmeier. "Wir sind gut befreundet. Du bist der 12-Zylinder-V-Motor, der die Klosterstadt vorantreibt", lobte Meyer Bernd Sommers Arbeit in seiner Kommune. Mit Blick auf Roland Grillmeier ergänzte Meyer: "Ich wünsche dir eine erfolgreiche Landratskandidatur. Er ist einer von uns."

Auch im Kreistag mitreden

In seiner Ansprache untermauerte der Gemeindechef Bad Neualbenreuths immer wieder seinen Anspruch auf den Bürgermeistersessel. Zudem ließ er anklingen, dass er auch im Kreistag ein Wörtchen mitreden möchte: "Ich will das Gremium gestalterisch bereichern. Unser schönes Bad Neualbenreuth muss im Kreistag vertreten sein." Am großen Stammtisch, der im Tillensaal entstanden sei, könnten die wichtigen Dinge besprochen werden, forderte Meyer auch zum Dialog mit den anwesenden Kandidaten auf. Um die Frauen und Männer "sichtbar" zu machen, bat er die Listenkandidaten, kurz aufzustehen.

In einem kurzweilig formulierten Plädoyer sprach sich der Bürgermeister für ein noch besseres Bad Neualbenreuth aus. Er zitierte Alexander von Humboldt: "Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben." Man wolle auch weiterhin Verbindungen schaffen und Netzwerke bilden, gelobte er mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben. "Wenn ich auf das zurückschaue, was wir im Ort angestoßen und gemeinsam geschafft haben, dann ziehe ich den Hut vor allen Beteiligten."

Hohe Investitionsrate

Beim Stichwort Investitionsrate rechnete Meyer vor: "Noch nie war sie so hoch wie in den vergangenen sechs Jahren." Anklingen ließ er auch die Leerstandsoffensive. "Bad Neualbenreuth hat kein Leerstandsproblem", unterstrich er. Aus dem Ort sei eine generationenfreundliche Kommune geworden. Als einen "steinigen Weg" bezeichnete er das Bestreben um den Zusatztitel "Bad". "Aber wir haben es geschafft. Unser Marktwert steigt!"

Nein zu Windrädern

Verbessern wolle man - gemeinsam mit den Anbietern - auch die Möglichkeiten der modernen Mobilfunk-Kommunikation. Erhalten wolle man die "unberührte Natur". Deutlich sprach sich Meyer gegen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen aus. "Wir wollen die Felder nicht verschandeln. Dort nein, auf den Dächern ja!" Eine weitere Abfuhr erteilte er den Windrädern.

Zum Thema Nahversorgung sagte Meyer: "Wir haben sie noch." Reagieren werde man auf den weiteren Bedarf, "ohne aber die ansässigen Betriebe zu gefährden." Im Dialog mit den Markträten wolle er seine Ziele konsequent verfolgen, versprach der Bürgermeister, der keinen Gegenkandidaten hat. "Wir wurden in eine Welt hinein geboren, in der man seine Stimme erheben und zur Wahl gehen darf", rief er zum Urnengang im März oder zur Nutzung der Briefwahl auf.

Hintergrund:

Grillmeier: "Bad Neualbenreuth der Hit"

"Bad Neualbenreuth ist der Hit", brachte Landratskandidat Roland Grillmeier seine Begeisterung über den Ort zum Ausdruck. Die Ernennung zum Bad sei ein toller Erfolg: "Die Region hat an Wert hinzugewonnen." Viele Leute kämen hierher, manche von ihnen würden gerne hierbleiben. "Daher müssen wir die Türen weiter öffnen." Grillmeier versprach, für eine noch bessere Region zu kämpfen. Mit Blick auf die erhaltenswerte Natur appellierte der noch amtierende Mitterteicher Bürgermeister: "Wir müssen sie, aber im Einklang mit der Landwirtschaft, für die Menschen erlebbar machen." Damit meinte er auch das in Neualbenreuth geforderte Pilotprojekt "Potenziale unseres Waldes" mit der Entwicklung von Kurwäldern mit gleichzeitiger Ausbildung von "Waldgesundheitstrainern".

Die Bad Neualbenreuther CSU/CWG tritt mit 24 Kandidaten an. Damit sie sichtbar wurden, erhoben sie sich von ihren Stammtisch-Plätzen.
Mit Klaus Meyer (vorne, Fünfter von rechts) an der Spitze bewerben sich die Frauen und Männer um einen Sitz im Gemeinderat. Seine Unterstützung versicherte Roland Grillmeier (vorne, Sechster von rechts). Gäste beim Sonntagsfrühschoppen waren auch Bernd Sommer aus Waldsassen, Leonbergs Dritter Bürgermeister Alois Männer und der CSU-Bürgermeisterkandidat für Leonberg, Maximilian Ernstberger aus Pfaffenreuth (von rechts).
„Wir sind Freunde“, bekannte Bürgermeister Klaus Meyer, der auch Bernd Sommer und Roland Grillmeier aus Waldsassen bzw. Mitterteich nach Bad Neualbenreuth eingeladen hatte.
Den weiß-blauen Frühschoppen umrahmten die „Fraischboum“.
Roland Grillmeier sprach ein Grußwort.

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