18.02.2021 - 13:27 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Egerland-Karte mit dem Fraisch-Bezirk zwischen Eger und Waldsassen und Neualbenreuth

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Das Werk ist bei den Nachkommen von Heimatvertriebenen begehrt und schon seit einiger Zeit vergriffen. Nun ist die Egerland-Karte wieder erhältlich. Sie weist gegenüber der Erstauflage eine deutliche Verbesserung auf.

Meinhard Köstler und Enkel Johann präsentieren die neu aufgelegte Egerland-Karte.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der Mittelpunkt-Verlag in Bad Neualbenreuth hat seine Egerland-Karte neu aufgelegt. Auf der Grundlage der Siedlungs-, Verkehrs- und Landschaftsstrukturen von 1937 gilt sie als die letzte deutschsprachige Karte des Egerlandes.

"In Folge der Vertreibung der Sudetendeutschen und der nachfolgenden Dominanz der tschechischen Sprache in diesem Raum hatte es keine Nachfolgerkarte dieser Art mehr gegeben", unterstreicht Meinhard Köstler die Besonderheit des Werks. Köstler ist Inhaber des 1985 gegründeten Mittelpunkt-Verlags und nach eigenen Angaben auch Inhaber der Urheberrechte an der Karte. Sie ist nun in verbesserter Form in der zweiten Auflage erschienen. Gedruckt wurde sie bei der Firma Wittmann in Waldsassen.

3700 Orte erfasst

Die Karte umfasst ein Gebiet von Marktredwitz im Westen bis Kladno im Osten und von Nepomuk im Süden bis Presnitz im Norden. Die Fläche ist knapp 20.000 Quadratkilometer groß; etwa 3700 Orte sind erfasst. Viele von ihnen sind – vor allem in der Grenzregion – durch den Krieg wüst gefallen, andere durch Bergbau oder Staumaßnahmen verschwunden. "Deshalb ist die Karte eine große Hilfe für Orts- und Familienforscher", erklärt Köstler.

"Die Sudetendeutschen sind sehr interessiert daran", weiß Köstler und erinnert sich daran, dass beim Sudetendeutschen Tag 2019 in Regensburg ein Exemplar aufgehängt war. Meinhard Köstler spricht auf Anfrage von Oberpfalz-Medien von einem gewissen "Druck von außen", der die Neuauflage der Karte veranlasst habe. Darin eingezeichnet seien "Orte, die es nicht mehr gibt". Vor allem die früheren deutschen Bezeichnungen der Siedlungen seien interessant. "In Tschechien gibt es so etwas nicht."

Neue Forschungsergebnisse

"Eigentlich wollte ich die Karte schon vor Jahren wieder herausbringen", erklärt Köstler. "Aber es sollte der Fraisch-Bezirk mit eingearbeitet sein." Dabei orientierte sich der pensionierte Lehrer zeitlich an den neueren Forschungsergebnissen seines Sohnes Gregor, die dieser in einem Buch veröffentlicht hat.

"Die Sudetendeutschen sind sehr interessiert daran."

Meinhard Köstler über die Egerland-Karte

Somit ist nun der ehemalige Fraisch-Bezirk zwischen Eger, Waldsassen und Neualbenreuth mit den ungemengt stiftischen/egerischen bzw. gemengten Dörfern neu in die Karte aufgenommen. Daneben werden auch die 19 Kreisstädte mit ihren Originalwappen nunmehr farbig dargestellt.

Die farbige Erstkarte aus den 1980er Jahren war noch handgezeichnet, "in sieben verschiedenen Farben", erinnert sich Köstler. Er hat die alten Druckvorlagen aufbewahrt. "Das war schon eine Anstrengung damals." Inzwischen sei alles viel einfacher, so Köstler über die Herstellung mit digitaler Technik.

Der Bericht über die Vorstellung des Buches von Gregor Köstler über die Fraisch

Bad Neualbenreuth

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