29.06.2021 - 13:23 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Erinnerungen an die Bewohner von Maiersgrün und Grafengrün

Das Patrozinium der "Kirche ohne Dach" wird jedes Jahr besonders gewürdigt. Bürgermeister Klaus Meyer legte einen Kranz nieder zum Gedenken an die Opfer der Vertreibung vor 75 Jahren.

von Josef RosnerProfil

Gut 40 Gläubige waren am Samstag zum Gedenkgottesdienst in Maiersgrün (Vysoka) gekommen, als Pater Gregorius aus Marienbad in der „Kirche ohne Dach“ einen beeindruckenden Gottesdienst feierte. Erinnert wurde an die ehemaligen Maiersgrüner und Grafengrüner. Sie waren einst nach dem Zweiten Weltkrieg aus beiden Orten vertrieben worden.

Für beide Orte hat die Marktgemeinde Bad Neualbenreuth die Patenschaft übernommen und hält seitdem das Gedenken an sie in Ehren. Klaus Meyer läutete vor Beginn der Feier die Kirchenglocken. Gesungen wurde die Schubert-Messe, kraftvoll angestimmt von Altbürgermeister Albert Köstler.

Vor dem Gottesdienst legte Bürgermeister Klaus Meyer im Gedenken an die damaligen Opfer einen Kranz in der Kirche nieder. In einer kurzen Ansprache erinnerte der Bürgermeister an das 75. Jahr der Vertreibung. Vergangenes Jahr hatte das Treffen ausfallen müssen.

Verpflichtung für Zukunft

Meyer mahnte den Frieden in der Welt an und hob die freundschaftlichen Beziehungen zu den Gastgebern hervor: Auch Bürgermeisterin Eva Prochazkova aus Stará Voda (Altwasser) war gekommen. Meyer mahnte den Festakt als Verpflichtung für die Zukunft, dass so etwas nie mehr passieren darf, und legte einen Trauerkranz im Gedenken an die Opfer von damals nieder.

Bürgermeister Meyer dankte Pater Gregorius, der den Gedenkgottesdienste feierte und sich auch sonst rührend um die „Kirche ohne Dach“ kümmert.

Pater Gregorius ging in seiner Predigt auf den Gedenktag Johannes des Täufers ein. Ihm zur Ehre ist die Kirche gewidmet. Der Geistliche erinnerte daran, dass Johannes der Täufer uns alle erinnere, Christus nicht oberflächlich zu sehen, sondern uns auffordere, eine klare Entscheidung zu Gott zu treffen.

„Seien wir uns bewusst: Solange der Mensch von Christus entfernt ist, sind wir nicht sonderlich an ihm interessiert. Sucht aber der Mensch die Nähe zu Jesus Christus, dann ist er auf dem richtigen Weg.“

Gottes menschliche Seite

Der Geistliche fordert dazu auf, die menschliche Seite von Gott näher kennenzulernen. „Wer um die Seele Gottes kämpft, der hat mehr Frieden in seiner Seele.“ Abschließend rief der Seelsorger die Besucher zur Berufung auf, eine Berufung, die den Menschen nur der Heilige Geist geben könne

„Jede wirkliche Berufung ist geistlich, dies gilt nicht nur für Priester, sondern auch für Ordensschwestern und Ordensbrüder, aber auch für jede Christin und jeden Christen.“ Jeder getaufte Mensch werde berufen, den Weg Gottes zu gehen.

„Jede wirkliche Berufung ist geistlich, dies gilt nicht nur für Priester, sondern auch für Ordensschwestern und Ordensbrüder, aber auch für jede Christin und jeden Christen." Jeder getaufte Mensch werde berufen, den Weg Gottes zu gehen.

 

 

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